Von Stallungen, wissenschaftlichen Erhebungen und Trainingseinblicken
Neuer Stalltrakt, transparente Kommunikation und wissenschaftliche Forschung: Bei den FEI World Championships Aachen 2026 stehen optimale Bedingungen für die Pferde im Vordergrund.
Bereits drei Tage vor dem offiziellen Start der Weltmeisterschaften in Aachen ziehen am 8. August die ersten Hauptdarsteller auf das Gelände: die Pferde. Moderne Infrastruktur, bewährte Standards und wissenschaftliche Begleitung stellen sicher, dass sie während des Championats optimale Bedingungen vorfinden.
Im Stall verbringen die Pferde während der Weltmeisterschaften einen Teil ihrer Zeit, hier sollen sie sich wohlfühlen und zwischen Trainingseinheiten, Spaziergängen und Prüfungen zur Ruhe kommen. Damit das gelingt, wurde eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte auf dem Turniergelände rechtzeitig fertiggestellt: Anstelle der bisherigen Stallgebäude fünf bis neun entstand ein neues, modernes Stallgebäude mit 205 größeren Boxen.
Die Anlage erfüllt die höchsten Standards des Weltreiterverbandes FEI. Fortschrittliche Belüftungssysteme sorgen für ein optimales Stallklima, zudem bieten großzügige Tageslichtflächen, innenliegende Waschplätze und weitere moderne Ausstattungsmerkmale beste Voraussetzungen für die Pferde. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium des Innern und für Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Doch zum Wohlbefinden der Pferde gehört weit mehr als eine moderne Unterbringung. „Das Pferdewohl steht im Herzen der Veranstaltung“, betont Birgit Rosenberg, Vorstandsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) und Sportchefin des Turniers. „Was wir wollen, sind Top-Bedingungen für die Pferde, und zwar von der An- bis zur Abreise.“ Das betreffe die Vorbereitung und Pflege in den Ställen ebenso wie die Böden und Plätze, das Hindernismaterial und viele weitere Bereiche. „Die Pferde sind unsere VIPs“, sagt Rosenberg.
Wissenschaftliche Initiative und Transparenz
Ein zentrales Anliegen der Organisatoren ist es, das Thema Pferdewohl transparent zu vermitteln und den Austausch mit der Öffentlichkeit zu fördern. Dazu gehört unter anderem der Einsatz der sogenannten „Info-Stewards“ von ALRV und Pferdesport Deutschland. Sie stehen an den Dressur- und Springtrainingsplätzen als Ansprechpartner für Besucherinnen und Besucher zur Verfügung und beantworten Fragen rund um den Pferdesport. Ergänzt wird dies durch die offiziellen FEI-Stewards sowie eine umfassende Kamerabegleitung auf den Vorbereitungsplätzen. Das Vorbereiten der Pferde auf die Prüfungen kann, wie immer, von den Zuschauerinnen und Zuschauern beobachtet werden.
„Pferdewohl ist die grundlegende Voraussetzung für unseren Sport und steht bei allem, was wir tun, an erster Stelle. Dafür setzen wir uns ein. Wir verbinden die Erfahrungen vieler Generationen im Umgang mit Pferden mit den Erkenntnissen moderner Wissenschaft. Das ist gelebter Tierschutz. Initiativen wie der CHIO Aachen Scientist Circle leisten dazu einen wertvollen Beitrag, weil sie belastbare Daten erheben und helfen, das Wohlbefinden unserer Pferde noch besser zu verstehen und zu fördern. Uns ist es wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, transparent zu kommunizieren und den offenen Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen“, sagt Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender Pferdesport Deutschland.
Um die Diskussion über Pferdewohl wissenschaftlich zu begleiten, hat der ALRV vor drei Jahren die Initiative „CHIO Aachen Scientist Circle“ ins Leben gerufen. In diesem Zusammenschluss beschäftigen sich Pferdefachleute sowie führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz mit dem Wohlergehen von Sportpferden.
Untersucht werden unter anderem Bewegungs-, Futter-, Trink- und Liegeverhalten in der Box sowie der Cortisolspiegel im Kot. Die erhobenen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf das Stressniveau der Pferde. Während der zweiten Woche der FEI World Championships nehmen zehn deutsche Teilnehmer des Deutschlands U25 Springpokals der Stiftung Deutscher Pferdesport und Holger Hetzel, Preis von Holger Hetzel, an den Untersuchungen teil. Die Forschungsmethoden und bisherigen Ergebnisse werden vom 11. bis 23. August am Stand des „CHIO Aachen Scientist Circle“ im Championships Village präsentiert und erläutert.




























