Foto: Das deutsche Team sicherte sich erneut den Nationenpreissieg beim Finale in Barcelona. Für Bundestrainer Otto Becker gab es eine ordentliche Sektdusche - Fotograf: FEI/Leanjo de Koster
Vogel setzt sich im Stechen durch
Was für ein Herzschlagfinale! Nach dem WM-Titel hat das deutsche Team auch das Nationenpreisfinale in Barcelona gewonnen. Allerdings mussten die deutschen Springreiter dafür ins Stechen gegen Brasilien. Dort setzte sich Richard Vogel mit Cloudio dank einer fehlerfreien Runde gegen den Brasilianer Rodrigo Pessoa auf Major Tom durch, der bereits am ersten Hindernis einen Abwurf kassierte. Damit gewann Deutschland das Finale zum dritten Mal in Folge nach den Erfolgen 2023 und 2024.
Bundestrainer Otto Becker freute sich: „Es ist ein absoluter Traum in Erfüllung gegangen. Es ist etwas ganz Besonderes, ein toller Abschluss einer fantastischen Saison. Ich bin froh, dass Richard den zweiten Matchball verwandeln konnte.“
Nach dem ersten Umlauf lag das deutsche Team noch allein in Führung. Nur Sophie Hinners leistete sich mit Iron Dames My Prins in der Dreifachen Kombination einen Fehler und war damit das Streichergebnis. Sie musste auch im Finale zuschauen, denn Bundestrainer Otto Becker musste eines seiner vier Reiterpaare aus dem Team nehmen, da im zweiten Durchgang nur noch drei erlaubt waren. „Das war eine schwierige Entscheidung, weil sich wirklich alle super gezeigt haben“, sagte Becker.
Marcus Ehning auf seinem Gold-Pferd Coolio aus Aachen und Jörne Sprehe mit Toys legten jeweils eine Doppel-Null-Runde hin. Wäre Schlussreiter Richard Vogel auch im zweiten Umlauf fehlerfrei geblieben, hätte Deutschland den Nationenpreis schon sicher gehabt. Doch beim Weltranglistenersten fiel am Oxer eine Stange und so musste das Stechen die Entscheidung bringen. Dort blieb Vogel erneut fehlerfrei.
Becker zeigte sich erleichtert: „Das Team hat es sich verdient. Ich bin glücklich und stolz.“
Für Jörne Sprehe, die beim WM-Titel in Aachen noch nicht dabei war, war der Erfolg etwas ganz Besonderes: „Toys sprang gigantisch gut, hat wie immer alles gegeben und gekämpft wie immer.“ Dafür hatte sie auch ihr Glücks-Jacket mit den schwarz-rot-goldenen Pailletten am Kragen angezogen. Schon nach dem ersten Umlauf verriet sie schmunzelnd: „Das ist eigentlich das alte, aber ich trage es aus Aberglauben. Damit ist Toys bei Nationenpreisen immer null gegangen.“ Nach dem Sieg von Barcelona dürfte das gute Stück wohl auch künftig zum festen Turnier-Outfit gehören.
Für Richard Vogel bedeutete der Sieg in Barcelona allerdings auch eine gehörige Portion Stress. Wegen eines Unwetters in der Nacht vor dem Finale war die Entscheidung von 12 Uhr auf 14.30 Uhr verschoben worden. Durch die Siegerehrung und die Pressekonferenz verpasste Vogel seinen gebuchten Flug nach Frankfurt. Dabei wartet bereits die nächste Herausforderung auf ihn: Am Montag möchte er um 10.50 Uhr von der Mainmetropole aus in die USA fliegen.
„Dort reite ich das nächste Turnier nördlich von New York“, erklärt Vogel. Und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Eine Siegfeier in Barcelona ist ja auch nicht schlecht.“
Pferdesport Deutschland/fels





























