Landesstutenschau des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg e.V. 2026 am 05. Juli in Weilheim/Teck mit beeindruckender Spitze - Violett, Carlota One und Nirgendwo werden Gesamtsiegerinnen

Foto: Gesamtsiegerstute Kat.-Nr. 64 Deutsches Reitpony - Fotograf: Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V.

Foto: Gesamtsiegerstute Kat.-Nr. 64 Deutsches Reitpony - Fotograf: Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V.

Im Rahmen der Landeschampionate wird seit nunmehr sechs Jahren auch die Landesstutenschau des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg e.V. durchgeführt. Die seit vielen Jahrzehnten als „Franz-Strahl-Schäfer-Schau“ bekannte Veranstaltung wartete auch 2026 wieder mit zahlreichen Highlights auf. Dementsprechend begeistert zeigten sich auch die Gastrichter Antje Römer-Stauber (Zuchtleiterin Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen), Dr. Helmut Feigl (Tierarzt und Körkommissionsmitglied Landesverband Bayerischer Pferdezüchter) und Olaf Peters (Springreiter, Gestütsleiter Gestüt Dobel). Besonders beeindruckend sind natürlich immer die drei Gesamtsiegerstuten Dressur, Springen und Pony, die aus den jeweiligen Klassensiegerinnen ausgewählt werden.

 

Dressur: starke Klasse der 4- und 5jährigen Stuten

 

Bei den Deutschen Sportpferden dressurbetont war es in diesem Jahr besonders die Klasse der 4- und 5jährigen Stuten, die zu beeindrucken wusste. An die Spitze setzte sich hier die Fuchsstute Violett (Vitalis/Sir Donnerhall I; Z. u. B.: ZG Stabhalterhof, Freiamt), die durch ihren noblen Typ und ihre faszinierende Trabmechanik zu gefallen wusste. Der Schritt war in der Einzelpräsentation noch etwas durchwachsen, zeigte sich aber auf dem Schrittring ebenfalls von großer Klasse. Sie setzte sich gegen starke Konkurrentinnen durch. Reservesiegerin wurde die ebenfalls fuchsfarbene und gleichermaßen bewegungsopulente Madame Mim (Monte Carlo TC/Dresemann), die das Gestüt Greim einst auf der Elitefohlenauktion von Züchter Frieder Heilemann aus Weilheim/Teck erworben hatte. Die 1c Prämie ging an die braune Ziva Sun S (Zico/Damon Hill). Diese wunderschön typierte Stute zeigte ebenfalls beste Möglichkeiten in den Grundgangarten und stammt aus der Erfolgszucht von Sabine Reisenauer. Die 1d prämierte Vrieda (Vitalis/Sandro Hit; Z. u. B.: Frieder Heilemann, Weilheim) hat unter dem Sattel von Ines Fleischmann bereits eine sehr gute Leistungsprüfung absolviert und ist qualifiziert zu den Bundeschampionaten der 5jährigen Dressurpferde.

 

Auch in der Klasse der 3jährigen rangierte eine faszinierende Stute an der Spitze, die mit allen Möglichkeiten in den Grundgangarten ausgestattet ist: Selina Rose (Secret/Floriscount; Z.: Hubert Vogler, Ellwangen, B.: Thomas Casper, Donzdorf) war bereits am Vortag höchst erfolgreich und sicherte sich unter dem Sattel von Anna Lisa Schepper den Titel der Landeschampionesse bei den 3jährigen Stuten und Wallachen. Erfolgszüchter Hubert Vogler hatte sich die Mutter von Selina Rose, die als junge Stute selbst bis zum Bundeschampionatsfinale erfolgreich war, übrigens bei Heike Gehrung Kauderer „ausgeliehen“. Sowohl der 1b Preis als auch der Zukunftspreis für die beste Tochter eines in Baden-Württemberg stationierten Hengstes ging an Inspiration (Iowa Gold/Wordly) aus dem Haupt- und Landgestüt Marbach, die mit 8,48 bereits eine außerordentlich gute Leistungsprüfung abgelegt hatte. 1d prämiert wurde die bunte, großrahmige und bewegungsstarke Ela (Elastic/Sezuan; Z.: Wilhelm Klausing, B.: Christian Wittlinger, Eiselau).

 

Bei den 6jährigen und älteren Stuten setzte sich Frieda S. (Z.: Caroline Scherff, B.: Jana Vath, Tauberbischofsheim) durch. Die mit 1,62m im kompakten Maß stehende Stute überzeugte durch höchste Qualität in den beiden Gangarten, viel Chic und Ausstrahlung sowie eine überzeugende Eigenleistung in Dressurprüfungen bis zur Klasse M. 

 

Auf dem Schlussring kürte die Kommission schließlich die Vitalis-Tochter Violett zur Gesamtsiegerstute Dressur, die sich auf der erneuten Trabrunde noch einmal steigerte und das Publikum zu Szenenapplaus animierte. 

 

Springen: viel Klasse bei wenig Masse

 

Etwas schmaler besetzt waren in diesem Jahr die Ringe den springbetonten Stuten Deutsches Sportpferd. Das tat der Qualität allerdings keinen Abbruch. Zur Siegerin der 3jährigen wurde die enorm ausdrucksstarke, leichtfüßige Lavinga (Cornet’s Balou/Acorado; Z. u. B.: Thomas Tischer, Lauda) gekürt, die bereits eine Stutenleistungsprüfung mit höchsten Bewertungen im Freispringen vorzuweisen hatte.

 

Auch die Siegerin der Klasse der 4- und 5jährigen Stuten und spätere Gesamtsiegerin der Schau, die hochsportliche Schimmelstute Carlota One B, war schon in der Freispringgasse erfolgreich. Die Codex One/Inshallah de Muze-Tochter (Z.: ZG Böpple, Ditzingen, B.: Pferdezucht Pech, Ottenbach) hatte im Frühjahr mit Höchstnoten den Freispringwettbewerb in Marbach gewonnen. Unter dem Sattel von Marvin Frey ist die 4jährige zudem in den ersten Springpferdeprüfungen unterwegs und erreichte bei drei Starts einen Sieg und zwei zweite Plätze! 

 

Auch die Klassensiegerin der 6jährigen und älteren Stuten begeisterte neben ihrem hochcharmanten Typ mit großartiger Eigenleistung. Casalida F (Casalido/Cash and Carry; Z.: Konrad Mensch, Erolzheim, B.: ZG Fessler, Ingoldingen) wurde im Rahmen ihrer Leistungsprüfung mit 9,5 und 10 für das Freispringen bewertet und kann unter Laura Fessler zahlreiche Siege und Platzierungen in Springpferdeprüfungen vorweisen.

 

Ponys: Faszinierende Reitpony- und Haflingerstuten

 

Unter den qualitätvollen jungen Stuten auf dem Ring der Pony- und Spezialrassen ragten in diesem Jahr besonders die Reitpony- und Haflingerstuten heraus.  Die Klasse der Reitponys wurde aufgrund der großen Anzahl der vorgestellten Stuten auf zwei Ringen gerichtet. Durchsetzen konnte sich hier die spätere Gesamtsiegerin der Schau, die charmante Nirgendwo B (Neverland WE/Golden West) aus der Zucht und dem Besitz der Familie Bühner aus Rudersberg. Die hochsportive braune Stute hatte schon am Vortag die Richter der Landeschampionate begeistert und wurde unter dem Sattel von Yvonne Lommel Vize-Landeschampionesse der 3jährigen Sportponys. Reservesiegerin wurde die in etwas kleinerem Rahmen stehende Daisy (Dublin/Timberland; Z.: Hannah Bott, B.: Ilka Zimmerer, Trochtelfingen). Sie war zuvor in Marbach gefeierte Siegerin der Leistungsprüfung mit dem Spitzenergebnis von 8,80! Zudem rangierte sie unter Miriam Bohn im Landeschampionat der Sportponys auf Rang drei. Der 1c Preis bei den Reitponys ging an die großrahmige Druschkiwka (Cayuga San WE/Dundee Gold; Z. u. B.: Sabine Schoch, Sonnenbühl), die ebenfalls eine sehr gute Leistungsprüfung sowie Rang vier im Landeschampionat unter Anna-Katharina Sporkert vorzuweisen hatte.

 

In der starken Gruppe der Haflinger konnte sich schlussendlich die gleichermaßen bewegungs- und typstarke Roulette durchsetzen. Die Alpenstern/Stainz-Tochter aus dem Stall von Rainer Geisinger, Dürmentingen war zuvor bereits Siegerin der zentralen Stutbuchaufnahme in Marbach gewesen. Rainer Geisinger stellt mit Roxy Rocket (Santa Cruz/Notting Hill) auch gleich noch die Reservesiegerin in dieser starken Konkurrenz. Die 1c Prämie ging an Rosalyn (Alpenstern/Notting Hill; Z.: Haflingerhof Karlsbad, B.: Patricia und Joel Nittel, Straubenhardt).

 

Bei den Edelbluthaflingern sind es die Erfolgszüchter Thomas Fritz und Berthold Hänle, die in den letzten Jahren das Geschehen maßgeblich beeinflusst haben. Letzterer hatte 2026 die sprichwörtliche Nase vor. Seine Nixe (Sonnenkönig-Gold/Narius) war in den Vorjahren unter anderem schon einmal Gesamtsiegerstute gewesen und rangierte in diesem Jahr an der Spitze dieser Klasse. Thomas Fritz aus Dunningen hatte insgesamt drei Stuten mit nach Weilheim gebracht, die er auch als Familie präsentierte, die mit einem 1. Verbandspreis ausgezeichnet wurde. Beeindruckend bei den Stuten aus dem Stall Fritz war einmal mehr, dass alle drei gezeigten Stuten eine hervorragende Leistungsprüfung absolviert hatten.

 

Bei den Shetlandponys war es einmal mehr Cosima Dammer aus Kreßberg, die sich mit einem ihrer Spitzenponys den Klassensieg sicherte. Ihre in den Niederlanden gezüchtete, im Minityp stehenden Ria van de Uilecotenweg konnte sich gegen vier Konkurrentinnen durchsetzen.

 

In der mit fünf Stuten gut besetzten Klasse der Welsh Ponys setzten die Richter Antje Römer-Stauber und Manfred Weber die hochsympathische Arianrhod Shine a Light (Golden Hero/Shore Brooks How Ever) aus der Zucht der ZG Herbrand und Heim, ausgestellt von Jennifer Patricia Steininger, Schwäbisch Hall an die Spitze. Kristine Lehmann aus Schwäbisch Gmünd präsentierte insgesamt drei qualitätvolle Stuten, die als Familie mit einem 1. Verbandspreis ausgezeichnet wurden.

 

Norbert Freistedt

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