FRIEDRICHSKOOG CLASSICS - Das sind die Sieger im Großen Preis von Friedrichskoog

Foto: Hanna Nordström sichert sich mit ihrem niederländischen Wallach Iprimero im Stechen den Sieg im Großen Preis von Friedrichskoog, einer Springprüfung der Klasse S** über 1,45 Meter - Fotograf: Photo Rocket

Foto: Hanna Nordström sichert sich mit ihrem niederländischen Wallach Iprimero im Stechen den Sieg im Großen Preis von Friedrichskoog, einer Springprüfung der Klasse S** über 1,45 Meter - Fotograf: Photo Rocket

(Friedrichskoog) Sommerliche Temperaturen, voll besetzte Pagoden und begeisterte Zuschauer bildeten am Samstagabend die perfekte Kulisse für den sportlichen Höhepunkt der Springreiter bei den vierten Friedrichskoog Classics. Der Großen Preis von Friedrichskoog, eine Springprüfung der Klasse S** über 1,45 Meter mit Stechen, bildete den Abschluss des Springprogramms am zweiten Turnierwochenende in Friedrichskoog. Der anspruchsvolle Parcours verlangte Pferd und Reiter zum Finaltag der Springreiter noch einmal alles ab und sorgte bis zum letzten Ritt im Stechen für Spannung. Am Sonntag übernehmen dann die Dressurreiter mit ihrem Großen Preis das sportliche Finale des Reitsportfestivals am Meer.

 

Bereits seit den frühen Morgenstunden herrschte auf der Anlage der Familie Nagel in der Klinkerstraße reges Treiben. Von Amateurprüfungen der Klassen E bis M** bis hin zu den schweren Springprüfungen bot der Samstag abwechslungsreichen Sport für alle Alters- und Leistungsklassen. Dass die Friedrichskoog Classics bei den Reitern aus Schleswig-Holstein und über die Landesgrenze hinaus einen hervorragenden Ruf genießen, bestätigten auch die Teilnehmer des Springsamstags. Für Marten Witt gehören die Friedrichskoog Classics längst zu den festen Terminen im Turnierkalender. Besonders die Bedingungen vor Ort überzeugen ihn: „Für mich persönlich ist Friedrichskoog natürlich schön dicht dran – das habe ich sonst fast nie. Mit der Abreitehalle und dem Abreiteplatz hat man zwei super Möglichkeiten zum Aufwärmen und dazu einen hervorragend vorbereiteten Prüfungsplatz.“ Thea Jelcic, Chefbereiterin der Hengststation Völz, hob die guten Ausbildungsmöglichkeiten für junge Pferde hervor: „Die Bedingungen sind super. Die Pferde können hier viel lernen. Der Platz, die Sprünge und die gut gebauten Parcours bieten ideale Voraussetzungen. Gerade in der zweiten Turnierwoche entwickeln sich die Pferde von Prüfung zu Prüfung weiter und wachsen über sich hinaus.“ Ähnlich fiel das Fazit des international erfolgreichen dänischen Springreiters Lars Bak Andersen aus: „Das Turnier ist super organisiert. Man hat die Möglichkeit, viele Prüfungen zu reiten und seine Pferde Schritt für Schritt aufzubauen. Hier finden wir beste Bedingungen vor.“

 

Premiere im Großen Preis

Vor der beeindruckenden Kulisse zahlreicher Zuschauer und der markanten Windmühlen fiel am Samstagabend auf dem großen Ebbe-Flut-Platz die Entscheidung im Großen Preis von Friedrichskoog, dem Preis der Firmen Theurer Trucks und BEBA Energie. Die Springprüfung der Klasse S** über 1,45 Meter mit Stechen bildete den sportlichen Höhepunkt des Turniersamstags und verlangte den Teilnehmern auf dem rund 300 Meter langen Stechparcours noch einmal höchste Konzentration ab. Drei Paare qualifizierten sich für das entscheidende Stechen: die Finnin Hanna Nordström, der Däne Lars Bak Andersen und Stefan Jensen aus Bosbüll. Als erste Reiterin gelang Nordström bereits im Umlauf der fehlerfreie Ritt und dafür wurde sie mit frenetischem Applaus der Zuschauer belohnt. Im Stechen behielt die 28-Jährige aus Thedinghausen schließlich ebenfalls die Nerven. Mit ihrem niederländischen Wallach Iprimero v. El Primero blieb sie in 37,61 Sekunden erneut fehlerfrei und sicherte sich damit den Sieg im Großen Preis von Friedrichskoog. Rang zwei belegte der Däne Lars Bak Andersen mit Skovlunds Best Balou v. Balou du Rouet, Platz drei ging an Stefan Jensen mit der Holsteiner Stute K-Joy v. Quibery. Für die junge Finnin war der Erfolg ein ganz besonderer. Erst seit Oktober 2025 sitzt sie im Sattel des inzwischen 13-jährigen Wallachs. Vor gerade einmal 19 Wochen feierte das Paar auf der Anlage von Hilmar Meyer den ersten gemeinsamen Sieg in einer Springprüfung der Klasse S* – in Friedrichskoog folgte nun bei ihrer gemeinsamen S**-Premiere direkt der bislang größte Erfolg. Trainiert wird die Finnin seit fast vier Jahren von Tjark Nagel, der auch ihre ältere Schwester Annina Nordström betreut. In der kommenden Woche reist Annina Nordström nach Aachen zu den Weltmeisterschaften, wo sie Finnland im Parcours vertreten wird. Die Freude über ihren Erfolg war Hanna Nordström vor der Siegerehrung deutlich anzusehen: „Ich bin mit dem Ziel nach Friedrichskoog gekommen, den Großen Preis zu gewinnen. Dass es jetzt wirklich geklappt hat, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich bin überglücklich.“ Eine besondere Geschichte verbindet die Finnin mit ihrem Sportpartner. Nachdem ein junger Reiter seine sportliche Laufbahn beendet hatte, stand Iprimero in Finnland zum Verkauf. Während eines Urlaubs ritt Nordström den Wallach zur Probe. Wenig später zog er bereits auf den Hof der Familie Nordström bei Bremen. „Er ist ein kleiner Quatschkopf, aber er liebt seinen Job. Er tut alles für mich und will immer springen. Ich bin froh, dass ich ihn gefunden habe – er passt einfach von Anfang an perfekt zu mir“, beschreibt Hanna Nordström ihren Iprimero. Bislang konzentriert sich die 28-Jährige ausschließlich auf ihre eigenen Pferde. Langfristig kann sie sich jedoch gut vorstellen, zusätzlich Berittpferde auszubilden. Von den Friedrichskoog Classics zeigte sie sich ebenfalls begeistert: „Ich war zum ersten Mal hier. Es ist ein schönes Turnier, mir hat alles sehr gut gefallen. Wenn es passt, komme ich im nächsten Jahr gerne wieder.“

 

Positive Bilanz der Veranstalter
Auch Hausherr Björn Nagel zog nach dem Springsamstag ein rundum positives Fazit: „Mit dem Wetter haben wir in diesem Jahr wirklich großes Glück. Das hat die gesamte Veranstaltung noch einmal aufgewertet. Durch die beiden Abreiteplätze konnten sich die Reiter optimal vorbereiten und alles lief sehr entspannt ab. Besonders bedanken möchte ich mich bei unseren vielen Helfern und Sponsoren. Ohne ihren Einsatz und ihre Unterstützung wäre ein Turnier dieser Größenordnung nicht möglich. Auch mit den Parcours und den Bedingungen für Pferd und Reiter bin ich sehr zufrieden. Genau das macht die Friedrichskoog Classics aus.“
Der Termin für die fünften Friedrichskoog Classics steht bereits fest. Auch im kommenden Jahr wird das Reitsportfestival wieder an den ersten beiden Wochenenden der bayerischen Sommerferien stattfinden. An diesem Zeitraum orientiert sich die Veranstaltungsplanung seit Jahren, da Björn Nagels Kinder in Bayern zur Schule gehen. Reiter, Besucher und Pferdesportfans können sich den Termin daher schon jetzt eintragen. 
Bevor die vierten Friedrichskoog Classics am Sonntag zu Ende gehen, übernehmen noch einmal die Dressurreiter das Geschehen. Vier Prüfungen von der Klasse M* bis zur Klasse S** stehen auf dem Programm. Den sportlichen Abschluss bildet am Sonntagabend der Große Preis der Dressurreiter, eine Dressurprüfung der Klasse S**. Der Eintritt ist auch am Finaltag frei.

 

PM

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