Finale der sechsjährigen Dressurpferde in Verden
Zum Auftakt der Finalentscheidungen bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden gab es auch das erste Edelmetall für die deutsche Pferdezucht: Der Hannoveraner Sir Gribaldi sicherte sich mit seiner Reiterin Beatrice Arturi die Bronzemedaille bei den Sechsjährigen.
Bei seinem Auftritt vor der vollbesetzten Tribüne bestätigte Sir Gribaldi seine Position als bestes Pferd aus dem deutschen Kontingent. Die Richter Knut Danzberg, Kurt Christensen, Agnieszka Majewska und Mats Eriksson lobten den gelassenen, taktreinen Schritt des dunkelbraunen Hengstes ebenso wie die gute Galoppade (jeweils 8,8). Lediglich im Trab zeigte sich Sir Gribaldi etwas weniger energisch als noch in der Finalqualifikation (8,2). Für Rittigkeit und Perspektive als Dressurpferd gab es jeweils die Note 8,7. Insgesamt errechneten sich daraus 86,5 Prozent als Endergebnis. Sir Gribaldi (v. Secret – All Inclusive) stammt aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Aronis und Janßen in Oederquart im Landkreis Stade. In Szene gesetzt wurde er von Beatrice Arturi für das Gestüt Sprehe.
Dänisches Duell um Gold und SilberAuch dies hatte sich in der Finalqualifikation bereits abgezeichnet: Den Kampf um Gold und Silber trugen zwei Pferde aus dänischer Zucht unter sich aus. Er endete mit 91,0 Prozent zugunsten von Faustino G (v. Farrell – Sezuan), dessen Trabtour mit 9,7 belohnt wurde, und dessen Reiterin Betina Jaeger. Zweite wurde die Fuchsstute Dizzy (v. Donkey Boy – Zack) mit der Finnin Merita Hagren im Sattel: 88,2 Prozent.
Viva Diamond OLD knapp am Podium vorbeiNoch eine Schippe drauf legten die in der Finalqualifikation noch Fünftplatzierten Viva Diamond OLD und Linda Weiß. Mit 85,8 Prozent verpasste die Oldenburger Stute das Podium nur um einen Platz. Auch wenn die Vitalis – Don Diamond-Tochter etwas aufgeregt wirkte, blieb sie auf ihre Reiterin fokussiert und überzeugte die Richter mit einer harmonischen Runde. Besonders gefielen der geregelte Schritt und die geschmeidigen Übergänge (9,0). Viva Diamond OLD stammt aus der Zucht von Anne Alberding und befindet sich im Besitz von Judith Köppel von 360° Sportpferde. Im vergangenen Jahr war sie bereits Vizeweltmeisterin.
Starker Auftritt von V-Power Fast schon ein bisschen übermotiviert wirkte am Finaltag der Hengst V-Power; seine Präsenz und seine Stärken waren jedoch unübersehbar. 9,5 vergaben die Richter für den Trab, 9,3 für den Galopp – die Höchstnote in dieser Prüfung. Ganz leicht machte es das vierbeinige Kraftpaket seiner Reiterin Isabell Werth allerdings nicht: Im Schritt und in der Rittigkeit mussten die Richter Abstriche machen. 83,6 Prozent und damit Platz sieben lautete das Ergebnis für V-Power und die achtmalige Olympiasiegerin, die für ihre Auftritte in Verden zwischen dem Trainingslager in Warendorf und dem Turnierort gependelt war. V-Power von Viva Gold wurde von Bernd Goeke aus einer Mutter von Fidertanz gezogen. 2022 war er Siegerhengst der Westfalenkörung und wurde anschließend von der Helgstrand Dressage A/S ersteigert.
Weitere deutsche FinalistenInsgesamt nahmen 14 Pferde am Finale teil; ein Pferd, der Hannoveraner Libertad-Sohn Lindenberg, wurde vorab von seinem Reiter zurückgezogen. Damit waren insgesamt fünf Pferde aus dem deutschen Kontingent am Start. Die westfälische Stute True Love WS von Toto Jr. – Self Made (Z.: Elena Starr, B.: Westphalian Stables) und ihre Reiterin Sabrina Geßmann belegten mit 82,6 Prozent den neunten Platz. Der Oldenburger Hengst Lodovico (v. Lord Europe – Don Frederic) erreichte mit 80,4 Prozent Platz elf. Der Rapphengst aus der Zucht der Wieghaus-Vorwerk GbR war 2022 erster Reservesieger der Westfälischen Hauptkörung und 2025 Bundeschampion mit Lena Haßmann im Sattel. Im selben Jahr wechselte er in den Besitz von Amely Baronin von Buchholtz und in den Beritt von Beatrice Hoffrogge, die ihn in Verden auch vorstellte.
WM Siebenjährige: Deutsche Pferde nützen zweite ChanceDie kleinen Finals bei der WM bieten all denjenigen, die es nicht auf Anhieb geschafft haben, die Chance, doch noch ins Finale und die Medaillenentscheidung einzuziehen. Das nutzten bei den Siebenjährigen gleich drei Pferde aus dem deutschen Kontingent. In der Reihenfolge La Jolie SW OLD und Carina Scholz, Sullivan ABN und Nina Verina Braun sowie Felice FRH und Greta Heemsoth beendeten sie die Prüfung auf den Plätzen eins bis dei und sind damit für Sonntagvormittag gesetzt. Damit sind insgesamt sechs der deutschen Pferde im Siebenjährigen-Finale am Start. Pferdesport Deutschland/Hb
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