Heike Kemmer: „Vitally ist das geborene Grand Prix-Pferd“
Das Teilnehmerfeld beim Finale des Louisdor-Preises ist nun komplett: Auf der Reitanlage des Reit- und Fahrvereins Guxhagen-Dörnhagen in Nordhessen wurde die letzte Qualifikation des Nachwuchspferde-Grand Prix für acht- bis zehnjährige Dressurtalente ausgetragen. Das Ticket lösten die beiden Prüfungsbesten Isabell Werth mit Back for Good und Anna Schölermann mit Vitally PCH.
Schon einmal wurde Back for Good als Gewinner einer Louisdor-Preis-Qualifikation gefeiert. Isabell Werth erzielte mit dem neunjährigen Dunkelfuchs, Sohn des Ben Benicio, Anfang September in Pinneberg das beste Ergebnis. Doch die Freude über den Premierensieg währte nicht lange, denn der Hengst aus dem Zuchtverband Brandenburg-Anhalt war nicht startberechtigt. Das Reglement der Serie besagt, dass die teilnehmenden Pferde vorher mindestens einmal in einer S-Dressur platziert gewesen sein müssen, was bei Back for Good nicht der Fall war. Offenbar war dieses Ausschreibungsdetail übersehen worden. Zwischenzeitlich wurde das Versäumnis ausgebügelt, Werths Bereiter Niklaas Feilzer stellte das Pferd in zwei S-Dressuren vor, eine (Intermediaire I) gewann das Paar.Nun nahm Isabell Werth erneuten Anlauf auf die Finalqualifikation. In Guxhagen gelang gleich der Doppelerfolg: Platz eins in der Einlaufprüfung (Intermediaire II) mit 73,026 Prozent und ebenso in der Wertungsprüfung (Louisdor-Grand-Prix) mit 75,809 Prozent. Der Hengst war von der Hallenatmosphäre sehr beeindruckt. Isabell Werth musste all ihre Routine ausspielen, um ihm Ruhe und Vertrauen zu geben. „Sein Feuer muss noch kanalisiert werden.“ Seine Anspannung ließ sich auch in den Schrittlektionen erkennen. „Normalerweise hat er einen Achter-Schritt“, sagte sie nach der Prüfung. Dressurreiterin Heike Kemmer, die den Louisdor-Preis fürs Publikum kommentierte, lobte die auf den Punkt gerittenen Piaffen und Passagen und fügte schmunzelnd hinzu: „Wir sehen hier schließlich die routinierteste Reiterin der Welt.“Ins Schwärmen geriet Heike Kemmer (64), die bis 2008 zahlreiche Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften mit dem deutschen Dressurteam gewonnen hatte, als Anna Schölermann den Oldenburger Hengst Vitally PCH präsentierte. Die 25-jährige Bereiterin im Stall von Hubertus Schmidt und der Vitalis-Sohn punkteten besonders in den Königslektionen Piaffe und Passage. Heike Kemmer sagte begeistert: „Das ist das geborene Grand Prix-Pferd, und nicht nur wegen der Piaffe und Passage.“ Zwar verlor der erst achtjährige Hengst in den Einerwechseln ein wenig die Balance und zeigte zwei Wechsel zu wenig, aber ansonsten gab es nicht zu beanstanden (74,234). Das drittbeste Ergebnis erzielte Lucie-Anouk Baumgürtel. Mit der zehnjährigen Hannoveraner Stute Zinq First Vienna FH stellte auch sie einen Nachkommen des Vitalis vor (72,319). Im Sommer hatten die beiden Mannschafts-Gold bei der U25-Europameisterschaft gewonnen (Platz sechs in der Einzelwertung). Folgende zehn Paare haben sich auf fünf Turnieren für das Finale in der Frankfurter Festhalle vom 16. bis 20. Dezember qualifiziert, Frederic Wandres ist dort mit gleich zwei Pferden startberechtigt: Frederic Wandres/Imo Pectore und Dr. Anabell Frenzen/Szechuan (beide in Hagen a.T.W.), Lisa Wernitznig/Majestic Taonga und Dorothee Schneider/Maxi Kraft’s Barcelo (Hamburg), Franz Trischberger/Henriettenhof’s Kinshasa OLD und Carlos Manuel Valerio Caetano/Gidday (Donzdorf), Frederic Wandres/Veuve Clicquot FRH und Bernadette Brune/Vaderland OLD (Pinneberg), Isabell Werth/Back for Good und Lucie-Anouk Baumgürtel/Zinq First Vienna FH (Guxhagen). Der Louisdor-Preis wird seit 2012 von der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung (Neu-Anspach) unterstützt. Pferdesport Deutschland / hen




























