Foto: Die Youngster-Springprüfung der Klasse S* mit Stechen, Preis der Jensen Schlüter & Partner mbB, konnte Tjade Carstensen mit seiner Holsteiner Stute Wanskjaers Iowa für sich entscheiden - Fotograf: RathmannVerlag/Malina Blunck
(Hörup) Der ganze Norden hat Sommerferien! Für echtes Urlaubsfeeling und beste Summer-Vibes muss man jedoch nicht weit reisen. Alles, was es dafür braucht, bot die siebte Auflage des Springflut Festivals in Hörup. Das hatte sich längst herumgesprochen: Ob auf der James Farm, in der Ausstellung, auf dem Marktplatz oder auf dem Springflut-Markt – überall flanierten Besucher und es herrschte lebhafte Festivalatmosphäre. Hier wurde ausgiebig gebummelt und geshoppt, dort bei einem kühlen Getränk und kulinarischen Köstlichkeiten entspannt geplaudert. Eines stand dabei indes im Mittelpunkt: erstklassiger Reitsport. Davon gab es auf der Anlage der Familie Johannsen am Samstag reichlich zu sehen: Ein Programmhöhepunkt schloss sich dem nächsten an. Und so waren die Tribünen und alle anderen Sitz- und Stehgelegenheiten bis auf den letzten Platz gefüllt und das Höruper Publikum sorgte für beste Stimmung…
Die Profis starteten mit einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S* über 1,40 Meter hohe Hindernisse in das Turniergeschehen des Samstages. Im Preis der Steuerberater MEF & Partner mbB traten 48 Paare an. Und es war der sprichwörtliche Wimpernschlag, der über Sieg und Platz zwei entschied: Vieca Sofie Bade (RFV Wilhelminenhof Ladelund e.V.) galoppierte mit ihrer bewährten Hannoveraner Stute Chades of Grey in der zweiten Phase in glatten 30 Sekunden über die Ziellinie. Thore Stieper (RV Breitenburg e.V.) und seine Holsteiner Stute Call Me v. Comme il faut aus der Zucht seines Großvaters Reimer Hedt benötigten fünf Hundertstelsekunden länger und wurden Zweite. Das Gesamtklassement ging kurios weiter: Es folgte erneut Vieca Sofie Bade auf Platz drei, dieses Mal im Sattel ihres Holsteiner Wallachs Caretto v. Cachas (0/30,34). Und dann wieder Thore Stieper! Mit seiner Holsteiner Stute Criminal Blue, für die ebenfalls sein Großvater züchterisch verantwortlich zeichnet, rangierte er an Position vier (0/30,48). Im vergangenen Jahr hatte der 21-Jährige mit der Plot-Blue-Tochter dieses schwere Springen im Übrigen gewonnen.
Die 18-jährige Vieca strahlte nach der Siegerehrung über das ganze Gesicht: „Beide Pferde waren heute richtig gut. Ich bin gestern schon beide im S** geritten und hatte ein super Gefühl.“ Die Strategie der Mannschaftseuropameisterin der Children 2022 war allerdings nicht auf Sieg und volles Risiko angelegt. Im Gegenteil: „Mit Caretto wollte ich einfach eine lockere Runde reiten, damit ich morgen für den Großen Preis ein gutes Gefühl habe und Chadi hatte eine längere Pause, sodass ich mit ihr hier wieder ins Turniergeschehen starten wollte. Dass wir gleich ein S-Springen gewinnen, damit hätte ich nicht gerechnet.“ Mit dem Springflut Festival verbindet Vieca Sofie Bade ohnehin nur das Beste: Im vergangenen Jahr sammelte sie in Hörup die finale Platzierung, die ihr noch für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens fehlte. Das trägt sie nun stolz am Jackett und erklärte glücklich: „Hörup ist ein sehr schönes Turnier. Man fühlt sich so willkommen, alles ist schön geschmückt und die Stimmung ist immer hervorragend.“
Vorjahressiegerin triumphiert erneut
Nach den Spitzenleistungen im Parcours ging es erneut in den Busch. 27 Teilnehmer hatten Startbereitschaft für die Geländepferdeprüfung der Klasse L, die zugleich Qualifikation für das Bundeschampionat der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde war, erklärt. Der Preis Tannenhof Petersen GmbH & Co. KG führte nicht nur über das Areal der Anlage der Familie Johannsen, sondern auch durch die Zeltstadt direkt in die Höruper Haupt-Arena! Eine Besonderheit, die dafür sorgte, dass etliche Zuschauer und Pferdebegeisterte die Strecke säumten und die Paare mit tosendem Applaus begleiteten. Und die Besucher sahen ein ähnliches Bild wie im vergangenen Jahr. Denn Kaya Thomsen (RuFV Großenwiehe e.V.), zweimalige Deutsche Meisterin der Jungen Reiter und Einzel-Silbermedaillengewinnerin der Nachwuchs-Europameisterschaft 2023, bewältigte das Cross mit ihrer herrlichen Holsteiner Stute Mamma Mia v. Clarimo aus der Zucht von Max-Hermann Johannsen, Vater von Turnierchef Stephan Johannsen, in brillanter Manier und setzte sich mit einer 8,6 an die Spitze. Ein Sieg auf heimischem Boden also. Die Gewinnerin berichtete begeistert: „Mamma Mia ist ein mega tolles Pferd, sie durfte bereits 2025 hier an den Start gehen und die Geländepferde-A und -L gewinnen. Das war ein super Anfang für sie, danach ging‘s weiter zum Bundeschampionat und auch heute hat sie es toll gemacht.“ Für den Turnierstandort Hörup fand die Tochter des Vielseitigkeits-Bundestrainers Peter Thomsen viel Lob: „Die Atmosphäre ist besonders. Das hat man nirgendwo anders. Die Pferde nehmen unheimlich viel davon mit. Und genau das legt den Grundstein für vieles Weitere.“ Auf Platz zwei folgte Vereinskollegin Carlota Jade Korang Seitz mit ihrem Holsteiner Wallach Cadence v. Catch und der Note 8,5. Dritte wurde Finja Brodersen (RFV Wilhelminenhof Ladelund e.V.) mit ihrem Holsteiner Wallach Cabalistico und der Note 8,2. Allerdings musste sie sich diese Platzierung mit Carlota Jade Korang Seitz teilen, die mit ihrer Holsteiner Stute Luci v. Clarimo, die ebenfalls von Max-Hermann Johannsen gezüchtet wurde, und ihrer Hannoveraner Stute Red Hot Chilli Peppers, dieselbe Note, nämlich eine 8,2, erzielte.
Champion der Sechsjährigen
Vielbeachtetes Highlight des Nachmittages war das Future Championat der sechsjährigen Springpferde, eine Springprüfung der Klasse M** mit Stechen. Schließlich gab es hier Kandidaten zu bewundern, die später auch in internationalen Großen Preisen eine gewichtige Rolle spielen könnten. Im Preis der U.P. Sporthorses demonstrierte besonders einer einmal mehr seine Klasse: Wallach Kasa Kasa hatte schon am Donnerstag mit dem Fehmaraner Mathies Rüder eine Youngster-Springprüfung der Klasse M* gewonnen. Mit einem furiosen Finish setzte das Duo im Finale in 39,22 Sekunden die Bestmarke und verwies die Konkurrenz mit über zwei Sekunden Vorsprung auf die Plätze. Martin Fink (RFV Milte-Sassenberg e.V.) und sein Holsteiner Hengst Zucas TH v. Zuccero kamen mit 41,38 Sekunden am dichtesten dran: Platz zwei. Der für Schweden startende Robin Naeve rangierte mit Mundbergs Cavani an dritter Position (0/42,59).
Der 21-jährige Rüder analysierte anschließend: „Wir haben ein richtig interessantes Sechsjährigen-Championat hier gesehen. Beim Abgehen haben wir schon gedacht, dass der Parcours sehr anspruchsvoll ist. Wir hatten elf fehlerfreie Ritte – bei der Anforderung ein starkes Resultat.“ Und über seinen Kasa Kasa hatte der Sohn von Mannschaftseuropameister Kai Rüder einiges zu berichten: „Er hat richtig gut mitgemacht. Papa hat ihn vierjährig gekauft, ich reite ihn jetzt seit einem Jahr und stelle ihn auf Turnieren vor. Seine größte Stärke ist, dass er grundschnell ist. Das und seine Vorsicht kamen uns heute im Stechen zugute.“
Den exzellenten Abschluss im Parcours bildete eine Youngster-Springprüfung der Klasse S* mit Stechen. 14 der 51 angetretenen Pferd-Reiter-Paare hatten sich mit tadellosen Leistungen für das Finale im Preis der Jensen Schlüter & Partner mbB empfohlen. Mit der Spitzenzeit von 34,62 Sekunden freute sich Tjade Carstensen (RuFV Obere Arlau Sitz Behrendorf) mit seiner Holsteiner Stute Wanskjaers Iowa über die Goldene Schleife. Ihm folgte der Holsteiner Verbandsreiter Lucas Wenz mit Navaro KV (0/35,40), der außerdem noch Verbandshengst Vigado v. Vigo d’Arsouilles auf dem vierten Rang platzierte (0/36,42). Dazwischen schob sich eine junge Dame: Tomma Thiesen von der Sonneninsel Fehmarn und ihr Holsteiner Wallach Tomte RL v. Toulon belegten den dritten Podiumsplatz. Tjade Carstensen war happy: „Iowa hat unheimlich doll mitgekämpft dieses Wochenende, sie war ganz gut drauf und es hat einfach Spaß gemacht im Stechen.“
Nach dem Sport setzte die Holsteiner Highlight Sales in Zusammenarbeit mit dem Holsteiner Verband, eine Hybridauktion von Fohlen und Vieh auf dem Marktplatz, den fulminanten Schlusspunkt unter diesen außergewöhnlichen Höruper Springflut Festivaltag.
Ausblick
Der krönende Abschluss des Springflut Festivals ist der Sonntag. Er beginnt mit dem Preis der IGA Haus GmbH & Co. KG und Janergy, einer Springprüfung der Klasse S mit Stechen. Es folgt das Holsteiner Fohlenchampionat des Körbezirks Schleswig-Flensburg. Danach steht erneut der Nachwuchs im Mittelpunkt, aber der im Sattel: Im Finale der balticfinance Youth Team Masters, Preis von balticfinance, werden die besten Teams in einer Mannschaftsspringprüfung der Klasse L ermittelt. Spannendster Höhepunkt des Tages ist der Große Preis der VR Bank Nord eG, eine Springprüfung der Klasse S*** mit Stechen.
Während des gesamten Tages hat die James Farm geöffnet und bereitet ihre Arbeit rund um die nachhaltige Landwirtschaft für die ganze Familie leicht verständlich und anschaulich auf. Streicheln und ausprobieren sind eindeutig erwünscht! In der Shoppingmeile darf nach Herzenslust gestöbert werden und die Kleinsten können in der SANI Kinderloge spielen und toben – inklusive Malwettbewerb und Hüpfburgenspaß. Für Sonntag sind noch Resttickets an der Tageskasse erhältlich.
Weitere Informationen unter: www.springflut-festival.com
PM





























