WM Aachen: Dressurauftakt in der Vielseitigkeit

Deutsches Team auf Platz drei nach der Hälfte der Dressur

Nachdem das deutsche Dressurteam bereits Gold gewonnen hat, wurde es bei den Weltmeisterschaften in Aachen heute auch für die Vielseitigkeitsreiter ernst. Als erste von drei Teilprüfungen steht für sie die Dressur auf dem Plan. Geritten wird allerdings nicht wie üblich im bekannten Dressurstadion – dieses wurde wie schon 2006 fürs Voltigieren überdacht – , sondern im Stadion 2. Dort absolvieren beim CHIO die Fahrer ihre Dressur und das Kegelfahren. Nach dem ersten Tag rangiert das deutsche Team auf Platz drei im Zwischenstand, die beiden ersten deutschen Reiterinnen - Malin Hansen-Hotopp und Carlitos Quidditch K und Libussa Lübbeke und Caramia FRH - belegen die vorläufigen Plätze vier beziehungsweise zehn in der Einzelwertung.  

 

Als zweite Teamreiterin für Deutschland ging am Nachmittag Malin Hansen-Hotopp an den Start. Hochmotiviert und mit gespitzten Ohren betrat ihr Holsteiner Schimmel Carlitos Quidditch K das Dressurviereck. Vielleicht ein kleines bisschen zu motiviert, denn in die ansonsten sehr gelungene Aufgabe schlichen sich zwei, drei kleine Patzer ein, beispielsweise beim Angaloppieren. „Er war so unter Strom und fixiert auf andere Dinge. Dann hatten wir da einfach ein Missverständnis“, sagte Malin Hansen-Hotopp hinterher. „Mit allem anderen bin ich super zufrieden und total happy, dass wir das so trotz der Spannung hingekriegt haben. So ist das Leben.“

 

Für die Vorstellung des Paares vergaben die Richter Anne-Mette Binder, Peter Gray und Joanne Jarden 71,30 Prozent, umgerechnet 28,6 Minuspunkte. „Eigentlich hatte ich mit so 25 oder 26 gerechnet. Das war schon mein Ziel. Er ist ja wirklich sensationell gut Dressur gegangen in dieser Saison. Wir waren eigentlich immer vorne, Erster oder Zweiter. Aber gut. Ich bin stolz, dass man mit den Fehlern trotzdem unter 30 bleibt“, sagte die Reiterin.

 

Die Jüngste im Team machte den Anfang
Erste Starterin für Deutschland war am Vormittag Libussa Lübbeke. Bei ihrer Vorstellung im Viereck mussten sie und Caramia FRH zwar kleine Abstriche machen, beendeten die Prüfung jedoch mit 31,3 Minuspunkten. „Es hat fast alles geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben. Der erste Wechsel in der Galopptour, das war echt schade. Ich hab eine frühere Reaktion erwartet und da kam sie leider ein bisschen spät“, sagte die Warendorfer Sportsoldatin nach ihrem Ritt. „Die Trabtraversale fällt uns ja einfach ein bisschen schwer, da kann es immer noch ein bisschen steiler und auch mit der Hinterhand noch geschlossener sein. Aber ansonsten war ich mit ihr wirklich zufrieden und es hat Spaß gemacht.“

 

Für Libussa Lübbeke sind es die ersten Weltmeisterschaften. Im vergangenen Jahr gab sie bei den Europameisterschaften im britischen Blenheim ihr Debüt bei den Senioren und gewann Gold mit dem deutschen Team. Ihr Pferd, die Hannoveraner Stute Caramia FRH (v. Comte – Fabriano), stammt aus familieneigener Zucht. Sie wurde zunächst von ihrem Bruder Fritz Ludwig Lübbeke geritten, der zusammen mit der übrigen Familie auch in Aachen vor Ort ist. Er sei unheimlich stolz, berichtete Lübbeke. „Aber ich glaube, wenn man bei ihm die Herzfrequenz messen würde, dann wäre die ganz schön hoch.“ Höher als bei ihr selbst. Wie immer wirkte die 25-Jährige auch in Aachen gelassen. „Ja, der Druck ist da. Ich hatte aber das Glück, irgendwie von Pony-Euro an gut damit umgehen zu können. Ich glaube, da gehört auch schon ein bisschen Glück dazu, dass man das gut verarbeiten kann.“ 

 

Teamwertung: Neuseeland vor Großbritannien und Deutschland
Insgesamt 86 Teilnehmer aus 27 Ländern bewerben sich in der Vielseitigkeit um Titel und Medaillen. 16 Nationen stellen eine Mannschaft. In der Teamwertung liegt Deutschland nach zwei Reitern auf Platz drei. An der Spitze liegen die Reiter aus Neuseeland. Deren erster Startreiter Clarke Johnson hatte nach dem ersten Mannschaftsblock mit seinem Hannoveraner Diacontinus-Sohn Rocket Man mit 28,5 Minuspunkten zunächst die Führung übernommen, wurde später aber von seiner Mannschaftskollegin Jonelle Price mit dem Holsteiner Senor Crocodilo (v. Connor) noch überholt (27,2). Das beste Ergebnis in der Einzelwertung (26,6 Minuspuntkte) hat zur Halbzeit der zweifache Mannschaftsolympiasieger Tom McEwen mit JL Dublin, ebenfalls ein Holsteiner (v. Diarado), auf dem Konto. Damit rangiert das britische Team auf Platz zwei im Zwischenstand.

 

Erstes Fazit der Equipechefin
"Unsere beide Reiterinnen haben tolle Dressuren geritten. Das Glück war aber nicht ganz so auf unserer Seite. Libussa hatte leider einen Patzer, Malin hatte leider zwei. Aber dennoch war der Rest der Prüfung immer sehr gut, fand ich. Das sieht man ja auch in den Noten. Es ist natürlich immer schade, denn sie hätten noch besser sein können. Es ist jedenfall noch Luft nach oben, aber wir haben ja noch drei Reiter, die morgen reiten", zog Equipechefin Dr. Annette Wyrwoll ihr Fazit nach dem ersten Tag.

 

So geht es weiter
Am Freitag steht der zweite Teil der Dressur auf dem Programm. Noch einmal gehen 44 Teilnehmer aufs Viereck. Darunter auch die drei übrigen deutschen Reiter – die beiden Olympiasieger Julia Krajewski und Uelzener’s Nickel (11.39 Uhr) und Michael Jung und fischerChipmunk FRH (16.18 Uhr) – sowie Einzelreiter Christoph Wahler mit D’Accord FRH (13.06 Uhr). Am Samstag steht dann der Geländeritt an, am Sonntag folgt die Entscheidung im finalen Springen. Pferdesport Deutschland/Hb

 

Alle Infos zu den Teams in Aachen, zum Wettkampfmodus und zu den TV-Zeiten gibt es unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026

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