WM Aachen: Bronze für Katharina Hemmer im Special

Platz vier für Isabell Werth und Wendy de Fontaine, Platz zehn für Raphael Netz und Great Escape Camelot

Bronze für Katharina Hemmer und Denoix PCH! Im Grand Prix Special wurden heute die ersten Einzelmedaillen bei den Weltmeisterschaften 2026 in Aachen vergeben und es war bis zum Ende spannend. Als letzte Starterin der Prüfung ritt Katharina Hemmer mit ihrem 14-jährigen Oldenburger ein und legte den Zeigefinger auf ihre Lippen, um das Publikum zu beruhigen. Zuvor hatten die Weltmeister von 2022 aus Großbritannien, Charlotte Fry mit Glamourdale, das Stadion zum Toben gebracht und die Führung mit 82,295 Prozent übernommen. 

 

Es war somit alles andere als einfach für Katharina Hemmer und Denoix, in das begeisterte Aachener Stadion einzureiten. Aber sie behielten die Nerven und zeigten einen Grand Prix Special mit vielen Höhepunkten. Ihr Ritt wurde von den Richtern mit 80,866 Prozentpunkten belohnt und bedeutete die Bronzemedaille bei ihrer ersten Weltmeisterschaft. Es ist eine neue persönliche Bestmarke der beiden, bei einer WM wohlgemerkt. Nach ihrem Ritt sagte Katharina Hemmer:  „Unglaublich, er war in einer super Form. Ich habe gemerkt, dass er alles richtig machen will. Ich weiß, dass er die Qualität dafür hat. Nur darf ich als Reiter nichts falsch machen in der Prüfung und das ist mir, glaube ich, heute ganz gut gelungen und dann hat es gereicht." Das Selbstvertrauen, dass so zu zeigen, nehme sie aus der Beziehung zu Denoix, erklärte sie. „Wir kennen uns in- und auswendig und ich verbringe sehr, sehr viel Zeit mit ihm. Das Reiten macht tatsächlich nur einen kleinen Teil aus", führte die Bereiterin aus dem Stall von Hubertus Schmidt weiter aus. Bei ihm hat sie ihre Ausbildung zur Pferdewirtin gemacht, nun hat er sie zu zwei WM-Medaillen gecoacht. Genau 20 Jahre, nachdem er in Aachen mit Wansuela Suerte selbst Mannschaftsweltmeister geworden ist.

 

Die Dänin und Weltranglistenerste Cathrine Laudrup-Dufour und die Hannoveraner Stute Mount St. John Freestyle gewannen mit 80, 927 Prozentpunkten Silber. Charlotte Fry und Glamourdale verteidigten ihren WM-Titel von 2022 erfolgreich,  mit 82,295 Prozent galoppierten sie zu Gold. 

 

Platz vier für Isabell Werth und Wendy de Fontaine 

 

Damit rutschten Isabell Werth und Wendy de Fontaine aus den Medaillenrängen raus und beendeten den Grand Prix Special auf dem vierten Platz. Ihre Vorstellung mit vielen Highlights, allerdings auch einigen Mini-Fehlern, erhielt von den Richtern 79,544 Prozentpunkte. Nach ihrem Ritt sagte sie: „Ich habe vorher schon gesagt, jeder Fehler ist hier entscheidend. Wir haben bei diesen Weltmeisterschaften in Aachen fünf bis sechs Kandidaten für die Einzelmedaillen und die Fehler haben entschieden. Ich muss einfach fehlerfrei sein, so einfach ist das. Es waren Kleinigkeiten, der Strauchler in der Piaffe war etwas Pech, bei den Einerwechseln war einmal einer kürzer, auf der Mittellinie glaube ich auch, da sind zwei Prozent weg in der Gesamtsache." Der amtierende Europameister Justin Verboomen aus Belgien und sein Hengst Zonik Plus wurden Fünfte (79,362).

 

Raphael Netz und Great Escape Camelot tanzen zu persönlicher Bestleistung

 

Aufgrund der heißen Temperaturen war die Startzeit der Prüfung verschoben worden, durch den früheren Beginn und eine längere Mittagspause war die heißeste Tagesphase bewusst vermieden worden. Erster deutscher Starter noch vor der Mittagspause war Raphael Netz mit Great Escape Camelot und die beiden wuchsen wieder einmal über sich hinaus und lieferten eine neue persönliche Bestleistung im Special ab. Mit 75,091 Prozentpunkten wurden sie am Ende Zehnte. Schon direkt nach dem Ritt war der Reiter sehr gerührt:  „Für mich ist das ein unheimlich emotionaler Moment, da wir hier bei unserem allerersten Senioren-Championat sind. Wir sind frischgebackener Mannschaftsweltmeister. Das allein ist schon eigentlich Wahnsinn, das Wochenende ist schon mehr als ein Erfolg. Und dass dann unsere gemeinsame Karriere der letzten dreieinhalb Jahre hier bei einer Weltmeisterschaft so gipfelt und wir im Einzel eine ‚Personal Best‘ reiten konnten, ist einfach am Ende ein Traum, ein Wunsch, der in Erfüllung geht. Wenn man aufs Championat fährt und 'Personal Best' reitet und mit einer Goldmedaille in der Mannschaft heimfährt, was will man mehr? Das war daher auch das allererste Mal, dass ich so emotional wurde. Ich glaube, ich habe vom letzten Grüßen bis ich ganz aus dem Stadion raus war, sogar bis zum Stall, den ganzen Weg geheult. Es war wirklich ein sehr, sehr schöner Moment", berichtete Rapael Netz nach seinem Ritt.

 

Auf die Frage, was Camelot auszeichnet, antwortete er:  „Jedes Mal legt er eine Schippe drauf und ich weiß einfach nicht, wo er es überhaupt her nimmt, aber er gibt es mir. Wir waren unheimlich konzentriert. Ich habe gemerkt, er ist wirklich zu 110 Prozent bei mir, schon beim Außenrum reiten und vom ersten bis zum letzten Grüßen war es für mich da drin einfach ein Ritt zum Genießen." Die besten 18 Reiter starten in der Kür, allerdings immer nur die drei einer Nation. 

 

Frederic Wandres und Bluetooth OLD qualifizieren sich für die Kür

 

Frederic Wandres und sein 16-jähriger Oldenburger Bluetooth OLD von Bordeaux-Riccione (Züchter: Gestütz Lewitz) machten den Auftakt nach der hitzebedingten Mittagspause. Wandres, der sich nach der Goldmedaille am Mittwoch wie Isabell Werth nun amtierender Team-Europameister, Team-Olympiasieger und Team-Weltmeister nennen darf, zeigte eine ausdrucksvolle Vorstellung mit vielen Höhepunkten, in die sich aber auch teure Fehler einschlichen. Nach seinem Ritt analyisierte der Chefbereiter vom Hof Kasselmann direkt:  „Das Gefühl war eigentlich besser als im Grand Prix, die Punkte waren heute aber weniger. Ich kann Bluetooth nichts vorwerfen. Er liebt es sich zu präsentieren, gerade in einer Kulisse wie hier. Heute hatten wir zwei Einerwechsel zu viel, das muss klar benotet werden. Insgesamt zeigte er sich richtig schön frisch. Wir sind Sportler und können mit der Wärme umgehen",betonte Wandres. Am Ende kam das Paar mit 74,240 Prozentpunkten aus dem Viereck - Platz 14. 

 

Die Kür wird am Samstagabend unter Flutlicht ausgetragen. Ab 19 Uhr zelebrieren die 18 besten Paare dieser Weltmeisterschaft zur Musik ihr Können. Für Deutschland starten Isabell Werth mit Wendy de Fontaine, die sich klar vorgenommen haben, morgen fehlerfrei zu bleiben, Frederic Wandres und Bluetooth OLD sowie Raphael Netz und Great Escape Camelot. 

 

Alle Infos zu den Teams in Aachen, zum Wettkampfmodus und zu den TV-Zeiten gibt es unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026

 

 

 

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