Michael Jung auf Platz drei, deutsches Team Zweiter vor dem Gelände
Die erste Schritt bei den Weltmeisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Aachen ist gemacht. Nachdem am ersten Dressurtag sowohl Malin Hansen-Hotopp und Carlitos Quidditch als auch Libussa Lübekke mit Caramia FRH gut vorgelegt hatten, setzten sich am zweiten Tag die beiden Olympiasieger - Julia Krajewski mit Uelzener's Nickel und MIchael Jung mit fischerChipmunk FRH - in Szene. Krajewski sicherte sich die Spitzenposition, Jung rangiert mit nur einem Minuspunkt mehr auf dem dritten Platz vor dem Geländeritt. Mit ähnlich hauchdünnem Vorspung führen die Briten die Teamwertung im Zwischenstand vor Deutschland und Frankreich an.
Mit einem bärenstarken Auftritt setzte Julia Krajewski eine neue Messlatte. Keinen Wackler leistete sich die Olympiasiegerin von Tokio und amtierende Deutsche Meisterin mit ihrem Holsteiner Uelzener’s Nickel (v. Numero Uno) und wurde von den Richtern dafür entsprechend belohnt. Für das Halten gab es sogar die 9,0, ebenso in den Schlussnoten für die Harmonie von Reiter und Pferd. Mit 22,0 Minuspunkten übernahm sie die Führung des 87 Teilnehmer zählenden Starterfeldes und gab diese bis zuletzt nicht mehr ab.
„Eine kleine 20, weiß ich, kann Nickel", sagte Julia Krajewski direkt nach ihrem Ritt. "Das auf einem Championat abzuliefern, ist natürlich noch mal ein bisschen extra anspruchsvoll, aber die Vorbereitung war jetzt top. Ich hatte vorgestern schon ein gutes Gefühl, gestern habe ich ruhig gemacht und gedacht: Es kann dann jetzt auch losgehen, also wir wären so weit. Und wenn man es dann so ins Viereck bringt und die Richter das dann auch gut finden, das ist natürlich einfach cool.“
Guter Einstand mit kleinem SchönheitsfehlerGut gelaunt wirkte Michael Jung mit fischerChipmunk FRH beim Einreiten ins Stadion und fand beim Umrunden des Vierecks im Galopp sogar noch Zeit für einen kurzen Gruß ins Publikum. Dieses feierte das Paar auch nach seiner Vorstellung sehr, auch wenn sich am Ende ein Fehler eingeschlichen hatte. Selbstkritisch kommentierte Michael Jung seinen Ritt: „Er hat jetzt hier eine super Dressur abgeliefert. Ich bin super happy, wie er sich hat reiten lassen, wie er mitgemacht hat. Sicherlich, da war der grobe Patzer mit dem vorletzten Wechsel, aber es war alles nicht ganz so rund, wie ich mir das vorgestellt habe. Auf dem Grasviereck ist es doch immer wieder mal ein bisschen schwieriger, auch mit der Atmosphäre hier, die ganze Woche schon. Aber trotz allem bin ich super happy, super zufrieden.“
Mit 23,0 Minuspunkten ordnen sich Michael Jung und fischerChipmunk FRH auf Platz drei im Zwischenstand ein. „Das ist auf jeden Fall schon mal eine gute Basis, wenn das unsere letzten Fehler waren. Dann sieht das am Ende ganz gut aus“, blickte der Reitmeister aus Horb nach vorne.Großbritannien führt Teamwertung anNeben Julia Krajewski konnte sich nur noch die britische Teamreiterin Laura Collett mit London mit 22,8 Minuspunkten vor Jung platzieren. Die britische Schlussreiterin Rosalind Canter und Lordships Graffalo, genannt Walter, landete auf Platz vier, ihr Landsmann Tom McEwen folgt mit JL Dublin auf Platz fünf. Damit übernehmen die Briten mit 72,8 Minuspunkten die vorläufige Führung, allerdings ist ihr Vorsprung vor Titelverteidiger Deutschland mit 73,6 Minuspunkten denkbar gering. Umgerechnet sind dies gerade einmal zwei Sekunden im Gelände. Auf den dritten Platz schoben sich die Franzosen nach vorne (85,4), die Neuseeländer folgen mit 84,8 Minuspunkten auf Platz vier.
Championatsdebüt für D'AccordEbenfalls am Freitag war der deutsche Einzelreiter Christoph Wahler am Start. Mit seinem 14-jährigen Hannoveraner D’Accord FRH (v. Diarado) konnte er gerade erst die letzte Sichtung in Avenches gewinnen. Der Wallach begann sein Championatsdebüt mit einer fehlerfreien Leistung im Viereck. „D’Accord war wirklich entspannt bei der Atmosphäre, die übrigens echt gewaltig Spaß macht", sagte Christoph Wahler im Anschluss. "Von meinen bisherigen Erfahrungen her hat es mich am ehesten an Burghley letztes Jahr erinnert. Das Stadion, der wunderschöne Grasplatz und die Zuschauer, die mit so einer Begeisterung dabei sind - das macht schon wirklich Spaß, da reinzureiten. Und wenn er dann so bei mir bleibt und so entspannt ist, dann zeugt das ja auch davon, dass wir eine ganz gute Verbindung haben.“ Für seine Vorstellung gab es 29,4 Minuspunkte - Platz 19 im Zwischenstand.
Zu seiner Rolle als Einzelreiter sagte Wahler: „Ich habe mich damit nicht beschäftigt. Das ist am Ende auch nichts, was ich als Reiter beeinflussen kann. Ich mache das Spiel ja nicht zum ersten Mal. Wir warten so lange, bis der Trainer irgendwann sagt, eins, zwei, drei, vier, fünf und dann reiten wir los.“ Pferdesport Deutschland/Hb
Alle Infos zu den Teams in Aachen, zum Wettkampfmodus und zu den TV-Zeiten gibt es unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026.




























