Jannik Heiland auf Platz sieben
Bela Lehnen hat bei den Weltmeisterschaften in Aachen die Bronzemedaille im Herren-Einzel der Voltigierer gewonnen. Gold ging an den Franzosen Quentin Jabet, Silber sicherte sich der Niederländer Sam dos Santos. Für den 21-jährigen Lehnen war es das erste Championat im Seniorenbereich. Im vergangenen Jahr hatte er mit Formel 1 D.C. bei den U21-Weltmeisterschaften Silber gewonnen. Im selben Jahr sorgte der Moerser bei seinem ersten Start beim CHIO Aachen mit einem Überraschungssieg für Aufsehen. Bei der WM ging er mit Ersatzpferd Max und Longenführerin Sarah Krauß an den Start.
Von Beginn an präsentierte sich Bela Lehnen in Aachen konstant. Bereits in der Pflicht belegte er Rang drei und konnte diesen Platz auch im Technikprogramm behaupten. Als Dritter des Zwischenstands ging er damit in die abschließende Kür – und machte dort mit 8,617 Punkten den Medaillengewinn perfekt. „Bela musste sich im Laufe der Saison noch mal sehr auf Max einstellen und das war mal besser und mal schlechter gelungen. Hier ist es sehr, sehr gut gelungen und es war schön, dass die beiden so harmonisch in diesem Wettkampf überzeugen konnten“, sagte Bundestrainer Kai Vorberg. Entscheidend sei am Ende die Konstanz über alle drei Runden gewesen: „Wie es dann oft so ist: Wer drei saubere Runden macht, der kann dann auch bei den Medaillen mit dabei sein.“
„Es ist einfach mega. Also ich kann es noch gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Es ist so viel passiert in den letzten Wochen und Monaten. Deswegen bin ich erstmal sehr dankbar gewesen, hier zu sein. Dass das geklappt hat und dass da sogar noch eine Medaille herausgekommen ist, das ist unfassbar“, sagte Bela Lehnen nach seinem Erfolg mit einem Gesamtergebnis von 8,448 Punkten. Sein sportliches Zuhause hat Lehnen beim Voltigierverein Köln-Dünnwald. Kurz nach seinem Erfolg startete der 21-Jährige auch im Gruppenwettbewerb mit dem deutschen Team.
Achterbahnfahrt für Thomas BrüsewitzFür Thomas Brüsewitz waren diese Weltmeisterschaften eine Achterbahnfahrt. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten in der Pflicht, in der er erster Starter war, kämpfte sich der Vize-Europameister mit einem starken Technikprogramm vor dem Finale auf Rang vier. Damit schien eine Medaille möglich, am Ende konnte er seine Kür aber nicht wie geplant zelebrieren. Nach einem gelungenen Start kam er kurz aus dem Gleichgewicht und musste unplanmäßig von seinem Pferd Belistano HF. „Das Abrutschen hat sein Pferd ein bisschen im Augenwinkel gesehen und darauf noch mal reagiert. Das hat sich dann auch in der Pferdenote niedergeschlagen und so war es schwer für Thommy, weiter vorne mitzumischen. Er hat viele Plätze verloren“, erklärte Vorberg. Die Kür zählt mit 50 Prozent besonders stark in der Gesamtwertung. Nach dem Abgang machte Brüsewitz souverän weiter, brachte die Kür gut zu Ende und wurde vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Mehr als Platz 13 war aber für ihn, sein Pferd und Longenführerin Alexandra Knauf bei dieser WM nicht mehr drin.
Jannik Heiland, zweifacher WM-Silbermedaillengewinner und zuletzt Zweiter des Weltcup-Finales in Opglabbeek, belegte im Endklassement Platz sieben. Der 33-Jährige war kurzfristig nach dem Ausfall von Leon Hüsgen ins deutsche WM-Aufgebot gerückt. Nach einer schwierigen Pflicht, in der sich sein Pferd Rey Rubino (Longenführer Lars Hansen) noch sichtlich von der Atmosphäre im Stadion beeindruckt zeigte, arbeitete sich Heiland im Technikprogramm und vor allem in der Kür souverän nach vorne. Mit 8,706 Punkten beendete er die Kür mit dem zweitbesten Ergebnis. Nur der neue Weltmeister Quentin Jabet holte in der Kür ein noch besseres Ergebnis (9,122). "Das hat mir sehr viel bedeutet, heute noch mal die Kür zu zeigen. Es war nicht alles perfekt, aber grundsätzlich war es eine schöne harmonische Runde“, sagte Jannik Heiland. Sichtlich gerührt ergänzte er: „Das Kürlied habe ich meinem Longenführer Lars Hansen gewidmet. Ich habe mit ihm mein erstes Championat im Einzel gemacht, 2009, und jetzt hier heute meine letzte Einzelrunde mit ihm zusammen und da schließt sich dann wieder der Kreis. Es war sehr emotional für mich. Da floss schon die ein oder andere Träne. Ich bin happy hier mit der Kür. Es war eine gute Aufholjagd.“
An der Spitze lieferten sich Quentin Jabet und Sam dos Santos bis zum Schluss ein enges Duell. Der Franzose, der nach der Pflicht noch geführt hatte, musste nach dem Technikprogramm dem Niederländer den Vortritt lassen. In der Kür konnte Jabet die Führung zurückerobern und sich damit den Weltmeistertitel sichern." Pferdesport Deutschland/mly/Hb
Alle Infos zu den Teams in Aachen, zum Wettkampfmodus und zu den TV-Zeiten gibt es unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026.




























