WM Aachen: Jackpot für deutsche Voltigier-Damen

Gold für Alice Layher, Silber für Kathrin Meyer und Bronze für Annemie Szemes

Die erste WM-Entscheidung im Voltigieren hätte aus deutscher Sicht nicht besser ausfallen können. In der Damenkonkurrenz sicherten sich die drei deutschen Einzelvoltigierinnen alle drei Medaillen. Neue Weltmeisterin ist Alice Layher, Kathrin Meyer gewann Silber, und Annemie Szemes gelang am letzten Tag noch der Sprung aufs Treppchen. „Gold, Silber und Bronze – das fühlt sich unwirklich an“, sagte Bundestrainer Kai Vorberg.

 

Layher bleibt nervenstark„Ich kann es gar nicht beschreiben, ich fühle mich völlig überwältigt“, sagte Alice Layher nach der Entscheidung. Als letzte Starterin behielt sie die Nerven – ebenso wie ihr Pferd FBW Candy, das unbeeindruckt von der Atmosphäre seine Kreise an der Longe von Daniel Zembrot zog. So gelangen auch sämtliche turnerischen Höchstschwierigkeiten, die sie in ihre Kür zur Musik „I'm not what happened to me“ eingebaut hatte. Das bedeutete nicht nur die beste Pferdenote, sondern auch das höchste Kürergebnis überhaupt: 9,357 Punkte. Für die Artistik gab es sogar eine glatte 10. „Ich hatte in diesem Jahr tatsächlich schon einmal eine 10 und konnte es damals schon kaum glauben“, sagte sie. Das ausgerechnet in Aachen zu wiederholen, sei „echt ein tolles Gefühl“. Sie habe dafür auch intensiv gearbeitet, sagte sie. „Ich bin froh, dass man das von außen auch so wahrnimmt.“ Ihr Endergebnis lautete 9,041 Punkte.

 

Duell um Gold und SilberDas Damen-Einzel war – wie vorausgesagt – ein innerdeutsches Duell zwischen der 24-jährigen Alice Layher und der 25-jährigen Kathrin Meyer, für die es das letzte Championat ihrer erfolgreichen Karriere war. Nach der Pflicht hatte sie knapp hinter der Baden-Württembergerin gelegen. Als zweite der insgesamt 44 Teilnehmerinnen erhielt sie für ihre elegante Kürvorstellung ebenfalls mehr als neun Punkte: 9,116. In der Gesamtwertung bedeutete dies 8,862 Punkte und Silber. Im Anschluss sagte Kathrin Meyer: "Es war überwältigend, ich habe keinen Fehler gemacht, ich bin sehr stolz auf das Programm, das ich heute geturnt habe und auch die letzten beiden Tage. Mein Team hat mich super unterstützt, der Capi (Capitain Claus OLD) hat so tolle Runden gemacht und ich bin einfach dankbar, das erleben zu dürfen."

 

„Dass Kathrin und Alice das irgendwie unter sich ausmachen, war im Grunde jedem klar“, sagte Kai Vorberg. „Aber dass dann auch diese Leistungen dabei zustande kommen und sie in der Kür, die bei uns ja 50 Prozent zählt, alle wirklich hundertprozentig performen, das ist schon selten", so der Bundestrainer. 

 

Szemes springt aufs PodestFür die größte Überraschung sorgte am Finaltag Annemie Szemes. Vorgestellt von Nina Vorberg auf dem Westfalen Rubinio, wuchs die 24-Jährige förmlich über sich hinaus und zeigte ihr ganzes Können in ihrer ebenfalls mit vielen Höhepunkten gespickten Kür. Für die Vorstellung wurde sie mit 8,814 Punkten belohnt, dem drittbesten Ergebnis im Kürfinale. Damit konnte sie im Gesamtranking zwei Plätze gutmachen und sicherte sich mit 8,436 Punkten die Bronzemedaille.

 

Das Nachsehen hatte die US-Amerikanerin Kimberly Palmer, die nach Pflicht und Kür noch auf Platz drei gelegen hatte. Nicht nur sie, sondern auch die viertplatzierte Kanadierin Averill Saunders musste Szemes vorbeiziehen lassen und wurde Fünfte. „Damit habe ich im Vorhinein nicht gerechnet. Ich habe mich nach der Kür einfach total über unsere gute Runde gefreut“, sagte Annemie Szemes. „Und dann habe ich Averill und Kimberly zugeschaut und fand das ein krasses Programm und kann immer noch kaum glauben, dass ich noch Bronze gewonnen habe.“

 

Vorberg: „Ganz selten“„Ich hatte schon immer ein bisschen im Näschen, dass Annemie auch eine sehr, sehr gute Kür zeigen kann, aber das können Averill Saunders und Kimberly Palmer natürlich auch“, sagte Kai Vorberg. „Aber dass es dann so durchläuft und so harmonisch ist, bei allen drei Mädels. Dass deren Küren fast auf den Punkt waren wie geplant, dass nichts herausgenommen oder entschärft, sondern einfach durchgezogen wurde – und das auch noch harmonisch und genauso wie gedacht, das kommt ganz selten vor. Und das wagt man sich gar nicht zu wünschen, dass das an so einem Tag wie heute, bei einer Weltmeisterschaft in Aachen, dann auch tatsächlich so aufgeht. Ich habe immer ein bisschen davon geträumt, aber nicht wirklich zu hoffen gewagt.“

 

Alle Infos zum Voltigieren bei der WM in Aachen, das Team im Überblick, Zeitplan und Wettkampfmodus gibt es hier: WM Voltigieren Aachen 2026

 

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