FEI Dressage World Championship: Charlotte Fry „fliegt“ im Lindt-Preis zu Goldmedaille Nummer zwei

Foto: Drei strahlende Medaillengewinnerinnen (v.l.n.r): Cathrine Laudrup-Dufour, Charlotte Fry und Isabell Werth. Links daneben (v.l.n.r.): Ursula von der Leyen (Präsidentin der Europäischen Kommission), Diana Al Shaer (FEI Board Member & Chair Dressage Committee), Stefanie Peters (Präsidentin des Aachen-Laurensberger Rennvereins) und Ernst Tanner (Executive Chairman of the Board of Directors of Lindt & Sprüngli AG) -Fotograf: ALRV/Jas

Foto: Drei strahlende Medaillengewinnerinnen (v.l.n.r): Cathrine Laudrup-Dufour, Charlotte Fry und Isabell Werth. Links daneben (v.l.n.r.): Ursula von der Leyen (Präsidentin der Europäischen Kommission), Diana Al Shaer (FEI Board Member & Chair Dressage Committee), Stefanie Peters (Präsidentin des Aachen-Laurensberger Rennvereins) und Ernst Tanner (Executive Chairman of the Board of Directors of Lindt & Sprüngli AG) -Fotograf: ALRV/Jas

Das Sommermärchen ist zurück. Wer diesen Abend im Aachener Hauptstadion erlebt hat, wird ihn noch lange im Herzen tragen. Die Stimmung: atemberaubend. Der Sport: Weltklasse. Die Gefühle: pure Gänsehaut. Die Medaillengewinner: euphorisiert.

 

Als zu Beginn ihrer Kür die Stimme von Charlotte Fry über die Lautsprecher ertönte – „Welcome on board – Glamourdale Airline“ –, war das mehr als nur eine charmante Begrüßung. Es war eine Einladung an das Publikum, diesen Ritt gemeinsam mit ihr zu erleben. Ein Teil von dem zu sein, was sich in den kommenden Minuten im stimmungsvoll ausgeleuchteten Hauptstadion von Aachen Lektion für Lektion entfalten sollte. Es folgte ein Ritt wie aus einem Guss: präzise, kraftvoll, gleichzeitig leicht und spielerisch – getragen von mitreißenden Songs, die alle unter einem Motto standen: Fliegen. Und genau das schien der 15-jährige KWPN-Hengst an diesem Abend tatsächlich zu tun. Es war eine Kür, in der alles gelang. Eine Kür, von der Charlotte Fry später sagen sollte: „Das war die Prüfung meines Lebens. Glamourdale und ich – wir haben beide jede Sekunde genossen.“ Längst bevor das Paar auf die abschließende Mittellinie einbog, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Das Stadion erhob sich zu stehenden Ovationen, Jubel brandete lautstark auf, als wolle das Publikum das Paar ins Ziel tragen. Und inmitten dieses Applauses ein Hengst, der sich nach dem Schlussgruß zufrieden umschaute – fast so, als wolle er sich vergewissern, dass wirklich jeder gesehen hatte, was ihm und seiner Reiterin gerade gelungen war. Definitiv: Das Publikum war restlos begeistert, die Jury ebenso: 91,907 Prozent – ein Traumergebnis für eine Traumkür.

 

Und es sollte nicht der letzte Höhepunkt dieses so besonderen Abends bleiben. Kurz darauf betraten die Weltranglisten-Erste Cathrine Laudrup-Dufour und ihre 17-jährige Stute Mount St John Freestyle den Heiligen Rasen, hinein in das so herrlich angelegte Dressurviereck. Auch für sie wurden es Minuten, die schließlich im sprichwörtlichen „Ritt meines Lebens“ gipfelten. Das Motto ihrer Kür, in der immer wieder das Wort „together“ durch die Arena hallte, hätte passender kaum sein können: Pferd und Reiterin präsentierten sich in vollkommener Harmonie und beeindruckender Leichtigkeit. Die schwierigsten Lektionen ließen sie so mühelos aussehen, als seien sie das Selbstverständlichste der Welt – gemeinsam, im wahrsten Sinne des Wortes. „Gestern habe ich mich gefühlt, als hätte ich Gold verloren“, sagte die Dänin. „Heute fühle ich mich, als hätte ich Silber gewonnen. Ich bin überglücklich.“

 

Und just in dem Moment, als es schien, die Stimmung im Hauptstadion sei nicht mehr zu toppen, betrat Isabell Werth die Arena. Angestachelt von den Höchstnoten, die zuvor durch den gesamten Allianz Park hallten, blieb der erfolgreichsten Reiterin aller Zeiten, wie sie später verriet, nur eine Devise: „Volles Risiko.“ Gedacht, getan. Im Sattel ihrer Erfolgsstute Wendy de Fontaine spielte die Deutsche all ihre Stärken aus: kraftvolle, durch den gesamten Pferdekörper schwingende Passagen im Wechsel mit ausdrucksstarken, perfekt gesetzten Piaffen, weit durchschwingenden Seitengängen und zentrierten Pirouetten – die Liste der Highlights ließe sich beinahe endlos fortsetzen. Ein kleiner Schnitzer in den Zweierwechseln kostete zwar ein paar Zähler, nicht aber die Herzen des Aachener Publikums. Auch Isabell Werth und ihre Wendy wurden mit stehenden Ovationen gefeiert, eine Welle der Begeisterung schwappte über die vollbesetzten Tribünen des Hauptstadions. Am Ende leuchteten 88,650 Prozent auf der Anzeigetafel – Bronze für die 57-Jährige und ein weiterer Gänsehautmoment eines Abends, der all jenen, die ihn miterleben durften, noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

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PM

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