Foto: Diese Tochter des Junghengstes Conchezz siegte bei den Stuten - Fotograf: Janne Bugtrup
(Elmshorn) Hochkarätige Genetik und jede Menge Sportlichkeit: Beim traditionellen R+V Holsteiner Landesfohlen-Championat auf dem Herbert-Blöcker-Platz präsentierten sich am 15. August rund 35 in ihren Körbezirken vorqualifizierte Fohlen des Jahrgangs 2026. Am Ende standen eine Conchezz-Tochter und ein Sohn des Zirocco Blue an der Spitze des starken Teilnehmerfeldes. Die besten Fohlen wurden mit hochwertigen Geld- und Ehrenpreisen sowie wertvollen Deckgeldgutscheinen ausgezeichnet. Als beste Vorführerin wurde Katrin Krohn geehrt.
Für die Bewertung der jungen Holsteiner zeichnete ein fachkundig besetztes Richtergremium verantwortlich. Pferdewirtschaftsmeisterin Hella Kuntz, selbst bis Grand Prix erfolgreich und Körkommissarin des Trakehner Verbandes, der Züchter von Prämienhengsten, internationalen Sportpferden und Auktionspreisspitzen Antonius Schulze-Averdieck sowie Tjark Roll, Agrarwissenschaftler und ehemaliger Holsteiner Jungzüchter, nahmen die Fohlen genau unter die Lupe. Roll war zuvor unter anderem im Stall von Reimer Detlef Hennings und als Zuchtberater bei Maas J. Hell tätig und arbeitet heute im Gestüt Lewitz.
Die vorgestellten Fohlen spiegelten dabei die genetische Vielfalt und Breite der modernen Holsteiner Zucht wider. Unter den Vätern fanden sich unter anderem Conchezz, United Way, Cahil, Madness, Kool Blue, Chalou und Dominator Z.
Conchezz-Tochter gewinnt bei den Stuten
Bei den Stutfohlen setzte sich eine Tochter des vierjährigen Holsteiner Verbandshengstes Conchezz aus einer Mutter von Nevados S durch. Das von Manfred von Allwörden (Grönwohld) gezogene Fohlen erhielt 27,75 Punkte und überzeugte das Richtergremium mit Typ, Ausdruck und Kraft. Antonius Schulze-Averdieck zeigte sich begeistert: „Unheimlich toller Typ, schönes Auge, viel Kraft. Da kann man nur gratulieren.“ Auch die Sportlichkeit der Mutterlinie ist abgesichert. Aus demselben Mutterstamm stammen unter anderem Iggy (Peder Fredricson/SWE) und Champagne Shower (Mylen Kruse/GER).
Den Reservesieg sicherte sich ein Stutfohlen von Cahil-Clarcon, gezogen von Bernd Börger aus St. Michaelisdonn. Das Fohlen aus dem Stamm 306 kam auf 27,70 Punkte. Bemerkenswert ist die Passeranpaarung in diesem Pedigree: Beide Vollbrüder des Stutfohlens waren bereits beim Holsteiner Landesfohlen-Championat siegreich, einer von ihnen ist inzwischen gekört. „Ein modern aufgemachtes Fohlen, sehr sportiv, mit einem sehr guten Auftritt. Ein Fohlen, das seinen Weg im Sport mit Sicherheit gehen wird“, urteilte Schulze-Averdieck.
Den zweiten Reservesieg errang eine Tochter des Dominator Z-Conthargos, gezogen von Louisa Wiedemann aus Barsinghausen. Das Fohlen aus dem Stamm 1866 erhielt 26,95 Punkte. „Ein unheimlich lockeres Fohlen mit sehr viel Sportlichkeit, top Genetik, mit viel Kraft ausgestattet“, lautete der Kommentar. Auch dieser Mutterstamm kann mit internationaler Sportprominenz aufwarten: Aus ihm stammt unter anderem Albführen’s Memphis, der mit Steve Guerdat (SUI) erfolgreich war.
Zirocco-Blue-Sohn überzeugt bei den Hengstfohlen
Bei den Hengstfohlen ging der Sieg an einen Sohn des Zirocco Blue-Casall aus der Zucht von Frank Jessen aus Hörup. Das Fohlen aus dem Stamm 4025 erreichte mit 28,20 Punkten das höchste Ergebnis des gesamten Championats. Hella Kuntz von der Jury hob insbesondere seine Bewegungsqualität hervor: „Hochelegant, ein Strahlemann, der sich in allen drei Grundgangarten herausragend zu bewegen weiß.“
Reservesieger wurde ein Hengstfohlen von Conchezz-Quick Nick I, gezogen von Barbara Tenge-Rietberg aus Kassedorf. Das Fohlen aus dem Stamm 4847 präsentierte sich laut Richtergremium „harmonisch, geschmeidig, mit guten Bewegungen ins Bergauf“. Mit dem Reservesieger der Hengste und der strahlenden Siegerin bei den Stuten konnte Conchezz mit seinem ersten Fohlenjahr sogleich ein echtes Ausrufezeichen hinterlassen.
Den zweiten Reservesieg sicherte sich ein Sohn des Cascadello I-Cellestial, gezogen von Jens Böckenhauer aus Bostedt. Das Fohlen aus dem Stamm 7126 erhielt 26,35 Punkte und hatte bereits im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht: Im Juni 2026 war es Preisspitze der Fohlenauktion bei den Pferdetagen und zudem Siegerfohlen seines Körbezirks. Hella Kuntz sah in ihm einen Hengstanwärter: „Ich hoffe, dass er auch so gut springt, wie er sich bewegen kann.“
Viel Kraft und überdurchschnittliche Bewegungen
Ein positives Fazit zog Hella Kuntz nach der Sichtung des gesamten Starterfeldes: „Es hat Spaß gemacht hier. Besonders gut gefallen hat mir, dass zahlreiche Fohlen mit sehr viel Kraft ausgestattet sind. Viele Fohlen konnten sich zudem überdurchschnittlich gut bewegen, das bleibt mir als Dressurreiterin besonders im Gedächtnis.“
Damit unterstrich das R+V Holsteiner Landesfohlen-Championat einmal mehr die Qualität und Vielseitigkeit des aktuellen Jahrgangs. Neben überzeugender Typausprägung und Bewegungsqualität fiel insbesondere die sportlich abgesicherte Genetik vieler Fohlen auf – ein vielversprechender Blick auf die nächste Generation des Holsteiner Pferdesports.
PM




























