WM Aachen: Spring-Team ist bereit für den WM-Start

Otto Becker: „Wir freuen uns darauf, dass es nun losgeht“

Ehe die Wettbewerbe für die Springreiter bei den Weltmeisterschaften beginnen, hatten sie am Dienstag die Möglichkeit im großen Hauptstadion ein paar Trainingssprünge zu machen. Die deutschen Springreiter präsentierten ihre Pferde in sehr guter Form. 

 

Daniel Deußer und Otello de Guldenboom, Marcus Ehning und Coolio, Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair sowie Richard Vogel mit United Touch S bilden das deutsche Springteam bei den Weltmeisterschaften in Aachen. Als Reservepaar sind Christian Kukuk und Checker vor Ort. Am heutigen Tag stand für alle Paare ein vorbereitendes Training auf dem Plan. In Absprache mit der Teamführung entschieden die Reiter individuell, ob sie die Chance nutzen wollten, um ins Hauptstadion einzureiten. Drei der fünf machten ein paar Trainingssprünge auf dem Soerser Rasen. Marcus Ehnings Holsteiner Coolio zeigte sich dabei ebenso in sehr guter Form wie Otello de Guldenboom von Daniel Deußer und Iron Dames Singclair mit Sophie Hinners. 

 

Im Gegensatz zur vergangenen Woche sind die Temperaturen um 15 Grad gesunken, Regen wässert den Rasen im Hauptstadion aktuell zusätzlich. Auch für den ersten Wettkampftag, an dem das Zeitspringen entschieden wird, ist Regen angesagt. Die Stimmung im deutschen Team trübt das aber nicht. Die Mannschaft ist startklar. Die WM ist das große Ziel, auf das die Pferd-Reiter-Paare gemeinsam mit Bundestrainer Otto Becker und dem gesamten Team  hingearbeitet haben. Dazu gehören die Pferdepfleger genauso, wie der Tierarzt, die Pferdephysio, der Hufschmied und viele, viele weitere. „Wir sind froh, dass wir hier sind, dass es jetzt endlich losgeht und ernst wird", betonte Bundestrainer Otto Becker. In der vergangenen Woche hat er die Entscheidungen in den anderen Disziplinen verfolgt und sich von der Atmosphäre inspirieren lassen. „Die Stimmung in Aachen ist immer besonders. Die Bilder aus der vergangenen Woche haben mich begeistert und motivieren uns zusätzlich", erklärte der deutsche Nationaltrainer. 

 

Richard Vogel voller Vorfreude und mit einem United Touch S samt vollem Tank 

 

Richard Vogel ist als amtierender Einzel-Europameister und als Sieger im Großen Preis von Aachen 2026 mit seinem Top-Pferd United Touch S nach Aachen gereist. Der westfälische Hengst zeigt sich laut Vogel vor Ort sehr frisch. „Er fühlt sich immer sehr wohl hier in Aachen. Die Trainingseinheiten haben wir in den vergangenen Tagen etwas kürzer gestaltet, sodass er jetzt fast schon ein bisschen überschüssige Energie hat", schmunzelte Richard Vogel. Mit Blick auf die kommenden Tage, in denen die Pferde am Mittwoch im Zeitspringen starten, am Donnerstag über zwei Umläufe ihre Form beweisen und am Freitag beim finalen Springen ebenfalls Top-Leistungen zeigen sollen, um mit ihren Reitern im Mannschaftswettbewerb auf die vorderen Plätze zu kommen, klingt dies aber nach einem durchdachten Plan. 

 

Sophie Hinners und Iron Dames Singclair freuen sich auf WM-Premiere 

 

Bei den Europameisterschaften 2025 gewann das deutsche Team mit Sophie Hinners, Marcus Ehning und Christian Kukuk Mannschaftsbronze. Für Sophie Hinners war das ihr erstes Championat, nun ist sie mit Iron Dames Singclair im WM-Aufgebot. „Die Weltmeisterschaften in Aachen zu reiten, ist wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis als Reiterin. Von daher bin ich sehr stolz, hier zu sein", erklärte die einzige Reiterin im Team. Mit Singclair habe sie sich im großen Stadion, wie bei ihren bisherigen Starts hier, sehr wohl gefühlt. „Singclair hat sich von nichts beeindrucken lassen. Das gibt mir ein gutes Gefühl, ebenso wie unsere vergangenen Starts", sagte die Jüngste im deutschen Team. 

 

Marcus Ehning gilt als einer der Routiniers in der deutschen Mannschaft und blickt sehr positiv auf seinen zweiten Start bei Weltmeisterschaften in Aachen. Schon 2006 gehörte er zum Team, nun möchte er mit Coolio die Geschichte neu schreiben: „Das Warm-up lief sehr, sehr gut. Coolio fühlte sich richtig gut an und wir gehen mit einem sehr guten Gefühl im Zeitspringen an den Start", sagte der 52-Jährige. 

 

Mit Otello de Guldenboom kehrt Daniel Deußer in das deutsche Championatsteam zurück. Der 45-Jährige gab im Pressegespräch Einblick in die Besonderheit einer Weltmeisterschaft. Im Vergleich zu anderen Turnieren reisen die Reiter bei einer WM nur mit einem Pferd an. „Wir haben viel Zeit und sind daher absolut bereit für den Wettbewerb. Otello fühlt sich gut an, nach dem Trainingsspringen habe ich ein noch besseres Gefühl. Nun gilt es unsere Form fokussiert in den Prüfungen zu beweisen", so der gebürtige Wiesbadener. 

 

Christian Kukuk unterstrich die besondere Bedeutung von Aachen: „So eine Atmosphäre gibt es für uns nur einmal im Jahr: ein Stadion mit knapp 40.000 reitsportbegeisterten Fans. Schon bei der Eröffnungsfeier war ein bisschen Gänsehaut dabei. Diese Stimmung ist das Gefühl, nach dem man sich als Sportler immer sehnt." Der in Münster beheimatete Springreiter betonte, dass Checker in sehr guter Form ist. Zuletzt waren die beiden im Großen Preis von London siegreich. „Für den Fall der Fälle sind wir, glaube ich, mehr als bereit, morgen antreten zu können", betonte Kukuk. Pferdesport Deutschland/sag

 

Alle Infos zur WM, den deutschen Teams, Fotos und TV-Zeiten gibt es unter /www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026

 

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