Le-Lion d Angers: ACSI Daisy Dynamite ist Weltmeisterin

Westfälischer Sieg bei der WM der jungen Vielseitigkeitspferde in Frankreich

Bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde konnte die Pferdezucht einen Sieg verbuchen. Neue Weltmeisterin der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde ist die Westfalenstute ACSI Daisy Dynamite, vorgestellt von Ann-Catrin Bierlein.

 

Ann-Catrin Bierlein hat in diesem Jahr einen echten Lauf. Im französischen Le-Lion d’Angers krönte sie ihr letztes Jahr als U25-Reiter mit dem Sieg im CCI2*-L und dem Gewinn des Weltmeistertitels für ihre Schimmelstute ACSI Daisy Dynamite. „Das war schon überraschend, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet“, sagte die Reiterin. Anders als ihr bewährter, geländestarker Sir Scotty, mit dem sie die WM-Premiere der Altersklasse U25 als Neunte und mit Teamsilber und auch Boekelo als eine der Schnellsten beendete, wusste sich die Stute bereits im Viereck gut in Szene zu setzen. Mit 29,4 Minuspunkten belegte das Paar in der Dressur zunächst Platz zwei und konnte dank der Nullrunden im Gelände und Parcours am Ende den Spitzenplatz erobern . „Sir Scotty habe ich erst zehnjährig bekommen. Daisy Dynamite wurde dagegen von meinen Großeltern selbst gezogen. Ich war bei der Geburt dabei und habe sie von Anfang an selbst ausgebildet. Seit dem letzten Jahr hat sie sich noch einmal richtig gut weiterentwickelt. Überhaupt ist sie immer sehr arbeitswillig und kooperativ, gleichzeitig sensibel und manchmal mit einer etwas kurzen Zündschnur, aber dabei immer lieb und ein echtes Familienpferd“, sagte sie.

 

ACSI Daisy Dynamite stammt ab vom Diacontinus, gezogen von Dr. Rolf Wilcken aus einer Casall-Mutter. „Ich bin meinem Großvater sehr dankbar, dass er schon so früh die grandiose Idee hatte, mit Diacontinus zu züchten. Heute weiß man ja, dass es viele gute Pferde gibt“, sagte Ann-Catrin Bierlein. So war sie bereits mit einer Halbschwester von ACSI Daisy Dynamite – ACSI Diacondiva FRH (v. Diacontinus – Sunlight xx, Züchter: Johannes Hilmer) – zweimal in Le-Lion d’Angers am Start und verpasste 2024 mit dieser nur um einen Platz das Podium. „Mein Ziel war es, auch mit Daisy Dynamite hierherzukommen. Ich kenne ja das Turnier, es braucht hier einen bestimmten Typ Pferd, souverän und selbstbewusst. Ich habe bei ihr schon früh gesehen, dass es ein Pferd für die WM sein könnte, und hatte da offenbar den richtigen Riecher", so Bierlein.

 

Besser als ACSI Daisy Dynamite und Ann-Catrin Bierlein war zunächst nur das niederländische Duo Patrick Verbakel mit Passoa, das mit zwei Abwürfen im Springen von Platz eins allerdings nach hinten durchgereicht wurde. Silber ging an den französischen Wallach Kosmik d’Elbe und seinen Schweizer Reiter Robin Godel (31,3 Minuspunkte), die Bronzemedaille an die irische Stute Monbeg Kobe und den Australier Kevin McNab (31,4 Minuspunkte).

 

Von den 45 Startern bei den Sechsjährigen stammten insgesamt zehn Pferde aus deutscher Zucht. Von ihnen landete außerdem der Hannoveraner Wallach Herakles (v. Herald – Check In, Züchterin: Christina Sendagorta), vorgestellt von der Belgierin Lara de Liederkerke-Meier, in den Top Ten (33,8/Platz neun). Dort wäre auch der Trakehner Berlioz TSF (v. Zauberdeyk – Heuberger) gelandet; zwei Abwürfe im Springen bedeuteten für den Hengst aus dem Haupt- und Landgestüt am Ende Platz 25. Gezogen wurde Berlioz von Monica Mittermayer, vorgestellt wurde er von Sven Lux, Chefbereiter im Stall Jung.

 

Großes Pech hatte Andreas Dibowski. Der Mannschaftsolympiasieger und U25-Bundestrainer hatte in Frankreich den Holsteiner Codero (v. Corfu de la Vie – Rocadero, Züchter: Thorsten Groeneveld) gesattelt. An der vorletzten Kombination der Geländestrecke kam das Paar zu Fall. „Wir waren bis dahin sehr gut unterwegs, Codero war sehr motiviert, hat sich an den Hecken aber mit der Distanz vertan“, schilderte Andreas Dibowski das Geschehen. Das Pferd blieb unverletzt, er selbst zog sich jedoch einen Beckenbruch zu. Es gehe ihm aber „den Umständen entsprechend gut“, sagte er. Die weitere Diagnostik und Behandlung soll ab morgen in Deutschland stattfinden.

 

Darwinn und Archie CC beste siebenjährige deutsche PferdeUm nur einen beziehungsweise zwei Plätze verpassten der Holsteiner Darwinn und der Hannoveraner Archie CC die Top Ten in ihrer Altersklasse. Darwinn (v. Denver – Favoritas) und sein US-amerikanischer Reiter Philipp Dutton beendeten die als CCI3*-L ausgeschriebene WM der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde mit ihrem Dressurergebnis von 34,2 Minuspunkten auf Platz elf. Als bestes deutsch-deutsches Paar landeten Caro Hoffrichter und Archie CC (v. Alaba – Lancer II) mit 34,3 Minuspunkten auf Platz zwölf. Zwei Zeitfehler im Springen kosteten sie den Platz unter den ersten Zehn. Mit dem Start in Le-Lion d'Angers ging für Caro Hoffrichter ein Wunsch in Erfüllung. Noch im September hatten die Juristin und der selbstgezogene Hannoveraner noch die Deutsche Amateurmeisterschaft gewonnen und bestätigten nun die in Langenhagen gezeigten Leistungen auch in Frankreich.

 

Ebenfalls von Alaba, u.a. Vater von Sophie Hinners Iron Dames Abou-Chaker, stammt auch der Hannoveraner Wallach Alf PH (MV: Louis le Bon) ab. Mit ihm belegte Ben Leuwer Platz 16 der WM (Endstand: 35,5 Minuspunkte). Nach Dressur und Gelände rangierte das Paar noch auf Platz sechs, im dicht beieinanderliegenden Starterfeld verhinderte ein Abwurf in der dreifachen Kombination im Springen dann aber eine vordere Platzierung. Insgesamt gingen bei den Siebenjährigen 52 Pferde an den Start, darunter acht aus deutscher Zucht. 

 

Die Medaillen machten die in Belgien gezogene Tara van het Leliehof (Reiterin: Lara de Liederkerke-Meier/BEL), der AES-Wallach Bueno (v. Dante’s Junior, Reiter: Hector Payne/GBR) und der Selle-Francais-Hengst Jeroboam Wal (Reiter: Alexis Goury/FRA) unter sich aus. Pferdesport Deutschland/Hb

 

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