Alle Pferde sind “fit to compete”
Auch für das deutsche Para-Dressurteam haben die Weltmeisterschaften nun begonnen. Heute stand die Verfassungsprüfung auf dem Programm und alle vier Pferde sind „fit to compete“. Am morgigen Mittwoch stehen die Prüfungen für die Grades I bis III auf dem Programm, da geht es dann für Heidemarie Dresing (Rheda-Wiedenbrück) mit Poesie (Züchter: Dirk Schmidt/Besitzer: Heidemarie Dresing u. Nadine Plaster) ins Viereck. Die Prüfung für die Reiter und Reiterinnen des Grades II beginnt um 15.35 Uhr, Heidemarie Dresing und Poesie sind um 17.12 Uhr im Viereck. Am Donnerstag starten die Reiter und Reiterinnen der Grades IV und V. Da sind dann die drei anderen Teammitglieder Regine Mispelkamp (Geldern / Grade V) mit Highlander Delight's (Züchter: Niederlande/Besitzer: Regine Mispelkamp), Helen Brandt (Lindlar / Grade IV) mit Vulkan Vegas IB (Züchter: Albert Schulze Topphoff/Besitzer: Helen Brandt) und Anna-Lena Niehues (Gronau / Grade V) mit Vive L´amour (Züchter: Josef Decking/Besitzer: Sportpferde Im Brook und Timo Niehues) am Start.Heidemarie Dresing und Regine Mispelkamp gehörten beide im vergangenen Jahr zum deutschen Team, das Team-Gold bei den Europameisterschaften in Ermelo geholt hat, außerdem haben beide in ihrem jeweiligen Grade zusätzlich beide Einzel-Goldmedaillen gewonnen. Die an MS-erkrankte 71-jährige Heidemarie Dresing geht wieder mit ihrer EM-Stute Poesie an den Start. Regine Mispelkamp hatte bei der EM Pramwaldhof’s Bayala gesattelt, für Aachen hat sie sich für Highlander Delight's entschieden, mit dem sie schon bei der EM in Riesenbeck 2023 und bei den Paralympics 2024 erfolgreich am Start war. „Er ist mein Herzenspferd, wir sind so eine Einheit, wir sprechen einfach eine Sprache“, sagte sie über ihn, den sie liebevoll Lights nennt. Die Diagnose Multiple Sklerose erhielt sie eher zufällig im Rahmen einer Bandscheibenuntersuchung. Seit 2018 startete sie im Para-Dressursport.Ebenfalls erfolgreich bei den Paralympics in Paris am Start war auch Anna-Lena Niehues aus Gronau. Allerdings hat die 41-Jährige mit der neunjährigen Fuchsstute Vive L´amour nun ein Nachwuchspferd in Aachen am Start. „Vicky war ein größeres Projekt, ich habe sie im Prinzip als Problempferd übernommen und ich schenke solchen Pferden irgendwie mein Herz. Es ist so schön, wenn ich dieses Vertrauen dann zurück bekomme, das macht mich einfach glücklich“, so Niehues über ihre Stute. Anna-Lena Niehues ist infolge einer Tumor-OP an der Halswirbelsäule 2017 inkomplett querschnittgelähmt.
Neben den drei championatserfahrenen Reiterinnen ist es für Helen Brandt aus Lindlar, die bis vor ihrer Hochzeit vor einigen Monaten noch Schildhauer hieß, ihr erstes Championat. Die 28-jährige gelernte Krankenschwester und Medizinstudentin ist erst seit 2025 im Para-Sport aktiv und hat sich mit ihrem imposanten Fuchswallach Vulkan Vegas IB schnell im Para-Sport bewiesen. 2019 erkrankte sie während ihrer Ausbildung, hatte Lähmungserscheinungen in den Beinen. Die Ursache ist vermutlich eine seltene neurologische Erkrankung. Das linke Bein ist vom Unterschenkel abwärts gelähmt, sie trägt als Unterstützung beim Laufen eine elektronische Schiene. Auch der linke Oberschenkel und das Becken sind zum Teil gelähmt, das rechte Bein ist ebenfalls von Parästhesien betroffen. Alle Infos zur WM in Aachen und zum Team Para-Dressur unter https://www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026




























