WM Aachen: Deutsches Team führt nach dem Zeitspringen

Deutschland geht als Overnight Leader in die weiteren Wertungen

Die deutsche Spring-Equipe hat in ihrer ersten Wertungsprüfung überzeugt. Als bestes Team beenden sie das Zeitspringen, das als Grundstein für die Mannschafts- und die Einzelentscheidung zählt.

 

Mit einem Mannschaftsergebnis von 3,48 Punkten beenden Marcus Ehning und Coolio, Daniel Deußer und Otello de Guldenboom, Sophie Hinners und Iron Dames Singclair und Richard Vogel mit United Touch S auf dem ersten Platz, vor den Belgiern mit einem Ergebnis von 3,69 und den Amerikanern mit einem Ergebnis von 4,85. Die krummen Zwischenergebnisse resuliteren daraus, dass die erste Prüfung als Zeitspringen ausgetragen worden ist. Der schnellste Reiter, Julien Epaillard mit Fringan de Vesquerie, beendete die Prüfung mit einem Ergebnis von 0,0. Die weiteren Platzierten nahmen jeweils die Differenz ihres Ergebnisses zum Ersten mit. 

 

Nach dem ersten Springen dürfen sich Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair und Daniel Deußer mit Otello de Guldenboom über eine Top Ten-Platzierung in der Einzelwertung freuen. Die 27-jährige Sophie Hinners ritt die viertschnellste Zeit und lieferte das beste Ergebnis für die deutsche Mannschaft. Daniel Deußer und Otello de Guldenboom waren lediglich vier Hundertstel langsamer, Platz fünf für den 45-Jährigen und sein Pferd. Marcus Ehning beendete die Prüfung mit Coolio von Casalito aus der Zucht von Martina Wirtz auf Rang 20, Richard Vogel und sein Westfale United Touch S aus der Zucht und dem Besitz von Julius Peter Sinnack auf dem 46. Platz, aufgrund eines Abwurfs. Für den deutschen Bundestrainer bestätigten die Ergebnisse aus dem Zeitspringen, wie eng die Leistungsdichte im Springsport ist. Zugleich betonte er, dass alle vier Pferde vom allerfeinsten gesprungen seien.  

 

Zu den einzelnen Ritten

 

Marcus Ehning eröffnete das Springen als allererster Starter und erfüllte seine Aufgabe als Pathfinder mit dem 13-jährigen Holsteiner Coolio hervorragend. Fehlerfrei überwanden die beiden die 13 Hindernisse in der Manier eines Stilspringnote von 9,0, wie Bundestrainer Otto Becker betonte. 

 

„Coolio ist fantastisch gesprungen und ich bin mit ihm sehr, sehr zufrieden. Erst war ich damit nicht so glücklich, der allererste Starter zu sein. Nun bin ich froh, dass wir einen guten Auftakt liefern konnten", betonte Marcus Ehning nach seinem Ritt. Der erfahrene Championatsreiter gehörte mit Coolio auch zum deutschen EM-Aufgebot im vergangenen Jahr in Spanien. Besonders bemerkenswert ist, wie gelassen die beiden in den Parcous hinein und hinausreiten können. Coolio wirkt entspannt. „Wenn ich die Zügel aufnehme, weiß er ganz genau, dass es losgeht. Dann ist er sofort auf Temperatur", lobte der Borkener sein Pferd. Insgesamt beendeten sie die Prüfung als 20. von 145 Starterpaaren. „Die Startreihenfolge hat uns im ersten Moment ein wenig erschrocken. Doch Marcus hat die Aufgabe einzigartig gelöst. Es war eine blitzsaubere Runde und er hat seine ganze Erfahrung mit hineingebracht", lobte Otto Becker den ersten Teamreiter nach seinem Ritt. Für ihn war es ein Auftakt nach Maß. 

 

Sophie Hinners fehlerfrei und in einer sehr guten Zeit

 

Als zweite Teamreiterin für Deutschland erwischte auch Sophie Hinners die geplante Linienführung und übernahm zwischenzeitlich die Führung in dem Zeitspringen mit 72,28 Sekunden. Am Ende des Tages stand Platz vier für sie auf der Ergebnisliste. „Iron Dames Singclair war super fokussiert und so hat sich das Springen ganz einfach angefühlt. Ich habe mich sehr gefreut, als wir im Ziel waren und so viele Menschen gejubelt haben", freute sich Sophie Hinners. Am Morgen hatte sie sich die Runde von ihrem Teamkollegen Marcus Ehning angeschaut, der ihr kurz vor dem Ritt auch noch ein, zwei Tipps für den Parcours gegeben hat. „Ich reite gern an zweiter Stelle, weil ich mir vorher einige Reiter anschauen kann. Das gibt mir Sicherheit. Richie geht gern als letzer Starter für das Team an den Start und so können wir uns gegenseitig gut helfen in der Vorbereitung. United Touch hat einen großen Galoppsprung, sodass Richie seinen eigenen Plan hat für den Parcours." 

 

Daniel Deußer und Otello: Zweitbestes deutsches Ergebnis

 

Als dritter deutscher Starter ritt Daniel Deußer mit Otello de Guldenboom ein und machte es seinen Teamkollegen nach. Fehlerfrei in 72,32 Sekunden, Platz fünf im zwischenzeitlichen Gesamtranking. „Das war eine zügige Nullrunde und damit das Ergebnis, was wir uns erhofft haben. Wir sind in den vergangenen Wochen wenige, kleine Prüfungen gegangen. In leichteren Springen zeigt er nicht, was er alles kann. Daher bin ich nun sehr froh, dass er seine Form abermals bestätigt hat", erklärte Daniel Deußer, der den Rasen im Aachener Stadion lobte. Trotz Regen sei der Grip weiterhin sehr gut und er habe eine flüssige Runde reiten können. Der erfahrene Championatsreiter, der schon 2014 mit Cornet D'Amour an den Weltmeisterschaften in Caen erfolgreich teilgenommen hat, freute sich darüber, dass dritte gute Ergebnis für Deutschland geliefert zu haben und damit die deutsche Equipe in eine gute Ausgangsposition gebracht zu haben. 

 

Richard Vogel und United Touch S: Ein Abwurf führt zum Streichergebnis

 

Den Abschluss für das deutsche Team machten Richard Vogel und United Touch S. Die amtierenden Europameister absolvierten die ihnen gestellten Aufgaben in 73,36 Sekunden, blieben allerdings nicht fehlerfrei. Mit einem Abwurf lautete ihr Ergebnis 77,36, Platz 46 im Zeitspringen. Richard Vogel blieb damit hinter den eigenen Erwartungen zurück und zeigte sich sehr selbstkritisch: „United hat sich fantastisch angefühlt und hätte nicht besser springen können. Er war bei mir und hat ganz fein auf meine Hilfen reagiert. Ich habe in der Distanz auf den roten Steilsprung viel zu lange gewartet, sodass wir einen Galoppsprung zu viel hatten. United Touch kam dadurch zu dicht und ich habe ihm die Chance genommen, den Steilsprung fehlerfrei zu springen. Das ist sehr ärgerlich, weil mein Pferd so gut in Form ist und wir Teil eines sehr, sehr guten Teams sind. Ich möchte in den kommenden Tagen ein sehr gutes Ergebnis für die Mannschaft liefern. Die heutige Runde, die ohnehin nicht sonderlich schnell war - zuzüglich Strafsekunden-, ist für das Einzelranking ein schlechter Startpunkt. Auf die Teamwertung hat unser heutiger Ritt zum Glück keine größeren Auswirkungen, da meine Mannschaftskollegen sehr gut geritten sind.Wir möchten in den kommenden Tagen unser Bestes geben, um unseren Teil zu einer guten Teamperformance beitragen zu können." Pferdesport Deutschland/sag

 

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