WM Aachen: Gold für Heidemarie Dresing

Happy End trotz Schreckmoment

Trotz eines etwas holprigen Starts hätten die Weltmeisterschaften in Aachen aus Sicht der deutschen Para-Dressurreiter kaum besser beginnen können. Als erste deutsche Starterin wurde Heidemarie Dresing ihrer Favoritenrolle gerecht und sicherte sich nach Gold bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr nun mit der Oldenburger Stute Poesie auch ihren ersten Weltmeistertitel.

 

„Das ist ein wunderschönes Gefühl. Das ist eigentlich das Topping meiner Laufbahn mit diesem Pferd! Ich habe es mir gewünscht, und jetzt ist der Traum wahr geworden“, sagte die an Multipler Sklerose erkrankte Heidemarie Dresing nach der Siegerehrung.

 

Ganz leicht wurde es der 71-jährigen Architektin aus Rheda-Wiedenbrück und ihrer Fürstenball-Tochter nicht gemacht. Während des Einreitens gab es einen lauten Krach. Das erste Halten missglückte, Poesie lief zunächst nur rückwärts. „Das war so laut, da hat wohl jemand hinter der Kulisse irgendetwas weggeräumt, Poesie hat richtig Angst gehabt“, sagte Heidemarie Dresing nach ihrem Ritt. „Zum Glück habe ich dann schnell ihr Vertrauen wiedergewonnen, weil ich sie inzwischen wirklich sehr gut kenne. Ich mache alles mit meinem Pferd: Ich reite sie nicht nur, sondern pflege sie auch. Ich gehe mit ihr spazieren, so weit wie mir das eben möglich ist.“

 

Und so konnten die beiden zeigen, was in ihnen steckt, und boten eine harmonische Vorstellung. Der ausdrucksvolle, kadenzierte Trab der eleganten Rappstute, das gute Schreiten, die fließenden Übergänge und das gelungene Halten am Ende waren für die fünf Richter Anlass für viele 8er-Noten. Am Ende kamen 75,483 Prozent zusammen, mit denen Heidemarie Dresing und Poesie die Führung übernahmen und auch nicht wieder abgaben.

 

Mit ihrem Ergebnis setzte sich Heidemarie Dresing mit knappem Vorsprung vor die dänische Vizeeuropameisterin Katrine Kristensen mit Goerklintgaards Quater (75,31 Prozent) und die Britin Jemima Green, zweifache Bronzemedaillengewinnerin der EM 2025, mit ihrem Oldenburger Foundation-Sohn Fantabulous (75,241 Prozent). Exakt 75 Prozent erzielte die US-amerikanische Triple-Paralympicssiegerin Fiona Howard mit dem Hannoveraner Diamond Dunes (v. De l’Or), die in der ersten Prüfung leichte Probleme mit den Übergängen hatte. Damit setzte sich das Quartett deutlich vom Rest des Starterfeldes ab und gab schon einen Vorgeschmack auf die kommende Teamprüfung, die sehr spannend zu werden verspricht. 

 

Am Donnerstag geht es weiter mit der Einzelwertung der Para-Dressur. Dann starten die Reiter und Reiterinnen der Grades IV und V. Hier die Startzeiten der deutschen Reiterinnen:

 

  • 09.42 Uhr Helen Brandt und Vulkan Vegas IB (Grade IV)
  • 10.24 Uhr Anna-Lena Niehues und Vive L'amour (Grade IV)
  • 14.24 Uhr Regine Mispelkamp und Highlander Delight's (Grade V)

Alle Infos zur WM in Aachen, den deutschen Teams, TV-Zeiten, Fotos und mehr unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026

 

Pferdesport Deutschland/HB

 

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