WM Aachen: Silber für Anna-Lena Niehues

Zweite WM-Medaille für deutsche Para-Dressurreiter in der Einzelwertung

Für das zweite Edelmetall bei den Weltmeisterschaften der Para-Dressurreiter in Aachen sorgten Anna-Lena Niehues und Vive L’Amour. Nach Gold für Heidemarie Dresing und Poesie in Grade II sicherte sich die Pferdewirtschaftsmeisterin aus Gronau die Silbermedaille in Grade IV. WM-Neuling Helen Brandt und Vulkan Vegas IB landeten auf Platz acht. 

 

Bereits 2022 gab Anna-Lena Niehues ihr WM-Debüt, zwei Jahre später gewann sie Doppel-Bronze bei den Paralympics in Paris – beide Male im Sattel von Quimbaya NRW. Nach einjähriger Pause startete sie in diesem Jahr mit der neunjährigen Westfalenstute Vive L’Amour neu durch und wurde auf Anhieb Dritte bei den Deutschen Meisterschaften in Balve und Zweite im Para-Grand Prix A in Hagen, also der Aufgabe, in der bei den Weltmeisterschaften auch die Einzelwertung entschieden wird.

 

Seitdem konnten sich die beiden noch weiter verbessern und dies im temporär überdachten Aachener Dressurstadion ohne Fehler auch zeigen. „Wie ich eingeritten bin, wurde ich schon ein bisschen emotionaler, hab gedacht: ‚Oh Gott, wir haben es tätsächlich hierhin geschafft!‘“, sagte sie nach ihrem Ritt. „Und dann habe ich gedacht: ‚Okay, ich muss mich konzentrieren, dann machen wir das auch.‘" Und zu ihrer Fuchsstute sagte sie: "Sie war sehr konzentriert. Zwischendurch habe ich irgendwie Applaus von draußen gehört. Das hat sie auch gehört, aber wohl gedacht, ich glaube, ich bleibe mal lieber bei meiner Reiterin.“

 

Mit 74,630 Prozent lieferten die Anna-Lena Niehues, die infolge einer Tumor-OP an der Halswirbelsäule inkomplett querschnittgelähmt ist, und Viva L’Amour ihre bisherige Bestleistung ab und mussten sich am Ende nur der zweimaligen Paralympics-Teilnehmer Kate Shoemaker aus den USA mit Vianne geschlagen geben. Das Paar verließ mit 78,889 Prozent das Viereck. Bronze gab es wie im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften für Nicola Naylor mit Humberto L für Großbritannien: 73,861 Prozent.

 

Ebenfalls für Deutschland startete Helen Brandt in Grade IV. Die Medizinstudentin aus Lindlar gab in Aachen ihr Championatsdebüt. Erst seit vergangenem Jahr ist die 28-Jährige, die infolge einer neurologischen Erkrankung Lähmungserscheinungen im linken Bein hat, mit ihrem westfälischen Vitalis-Sohn Vulkan Vegas ID („Willi“) im Para-Dressursport unterwegs. In ihre geschmeidige und losgelassenen Premierenvorstellung schlichen sich noch kleine Fehler ein, beispielsweise ein Antraben in der Schritttour. Dennoch war die Newcomerin zufrieden. „Das war für uns beide schon ziemlich aufregend. Ich bin erst einmal froh, dass wir so gut durchgekommen sind. Willi hat sein Bestes gegeben und an allem anderen können wir weiterarbeiten.“ Insgesamt gab es für sie 70,028 Prozent - Platz acht am Ende. 

 

„Das sah auch Bundestrainerin Silke Fütterer so: „Für ihr erstes Championat haben die beiden das wirklich gut gemacht. Es ist natürlich ein bisschen schade, dass da ein paar kleine Fehler passiert sind. Aber das ist nun mal so, da spielen die Nerven ja auch eine Rolle. Das Pferd ist auch beeindruckt, trotzdem war das immer noch eine schöne, harmonische Runde.“ Pferdesport Deutschland/Hb

 

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