Erster Dressurtag für die Vierspänner
Die Vierspänner sind als letzte Disziplin bei der WM in Aachen in den Kampf um Medaillen gestartet. Als erster Starter fuhr Georg von Stein in das Fahrstadion der Aachener Soers ein. Beliebt ist diese Startposition nicht, aber der Pferdewirtschaftsmeister aus Hessen, der heute seinen 54. Geburtstag feiert, erledigte seine Aufgabe mit Bravour.
„Das war Georgs beste Dressur des Jahres“, beurteilte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger die Leistung. Das Gespann punktete mit gleichmäßiger Anlehnung, Takt und Losgelassenheit. Mit 50,51 Strafpunkten benoteten die Richter seine Vorstellung, das war vielen Zuschauern zu streng bewertet. Georg von Stein selbst ließ die Benotung unkommentiert, war aber sehr zufrieden mit der Leistung seiner Pferde. „Darco, Javiro, Jerco nd Playboy waren ganz toll! Die Atmosphäre hier in Aachen ist schon etwas Besonderes, aber sie waren total fokussiert auf ihre Aufgabe. Es hat viel Spaß gemacht“. Müßig darüber zu spekulieren, ob er zu einem späteren Zeitpunkt milder beurteilt worden wäre, die Vermutung ist allerdings erlaubt.
Georg von Stein ist in Aachen als Einzelfahrer am Start, für das Team starten Mareike Meier, Anna und Christoph Sandmann. Letzterer musste als erster Fahrer für das Team nach der Mittagspause starten. Ihm gelang ein starker Auftritt mit deutlichen Höhepunkten vor allem in den Trablektionen. Relativ neu in seinem Gespann war Stangenpferd Kerro. Eigentlich sollte Don an dieser Position im Gespann gehen, Christoph Sandmanns erfahrenes Stangenpferd, der ihm bei unzähligen Championaten zu Medaillen geholfen hat. Ausgerechnet wenige Tage vor der Weltmeisterschaft wurde Don krank, an einen Einsatz war nicht zu denken. Als Teamkameradin Mareike Meier das hörte, bot sie Kerro an, ihren elfjährigen Wallach, der schon Erfahrung als Stangenpferd in schweren Prüfungen hat. Viel Zeit zum Training blieb nicht mehr, aber Kerro fügte sich wunderbar in das Sandmannsche Gespann ein, der Start in Aachen war gesichert. Die gute Vorstellung des Vize-Europameisters aus Lähden im Fahrstadion mit 44,78 Punkten ist das Ergebnis. Damit setzte sich Christoph Sandmann zunächst an die Spitze. „Das war schon ganz gut heute“, zog er Bilanz. „Aber ich hoffe, dass Anna es morgen noch besser macht!“
Drittletzter Starter im Feld der 27 Bewerber des ersten Dressurtages war der Belgier Dries Degrieck. Er setzte sich mit 38,19 Punkten deutlich an die Spitze und stellte erneut unter Beweis, dass er wie das ganze Jahr in Topform und ein Favorit für den Weltmeistertitel ist. Punktgleich mit Christoph Sandmann (44,78) platzierte sich der Niederländer Ijsbrand Chardon auf Rang zwei.
Am zweiten Dressurtag starten die beiden anderen deutschen Teamfahrer Mareike Meier um 11.03 Uhr und Anna Sandman um 15.12 Uhr. Einzelfahrer Rene Poensgen startet um 13.13 Uhr. Insgesamt sind 54 Vierspänner aus 15 Nationen in Aachen am Start. Pferdesport Deutschland/Christine Meyer zu Hartum




























