Hengste aus deutscher Zucht erfolgreich im Springen „Sires of the World“
Auch in diesem Jahr gaben sich rund 650 Nachwuchspferde aus aller Welt bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde im belgischen Lanaken ein Stelldichein und vertraten dort die Farben ihrer Zuchtverbände – von der argentinischen Asociación Argentina de Fomento Equino (AAFE) bis zum gastgebenden Studbook Zangersheide. Erfolgreichstes Pferd aus deutscher Zucht war der sechsjährige westfälische Hengst Django Z, der sich den Titel des Vizeweltmeisters sicherte und seiner Reiterin Angelique Böckmann zur zweiten WM-Silbermedaille nach 2021 verhalf.
Von insgesamt 246 sechsjährigen Pferden gelang fünf deutschen Pferden der Einzug ins Finale; drei von ihnen qualifizierten sich auch für das Stechen. Zu den Schnellsten zählten der großzügig galoppierende westfälische Hengst Django Z (v. Dourkhan Hero Z – Captain Fire) und seine Reiterin Angelique Böckmann. Bei 41,71 Sekunden blieb die Uhr stehen – schneller waren nur die Irin Niamh McEvoy und der Zangersheider Fuchswallach Easy Peasy Indebus Z, die unter 41 Sekunden blieben und damit den Titel gewannen. Über Silber freuten sich neben Angelique Böckmann auch Djangos Züchter Georg Sievert sowie das gastgebende Gestüt Zangersheide als Besitzer des Hengstes.
Fehlerfrei blieb im Stechen auch die OS-Stute Nucri (v. Nucaro – Cornet’s Stern) mit dem Rumänen Luca Ruxandariu im Sattel und sicherte sich damit Platz acht. Gezogen wurde die Stute von Ion Dumitru.
Stechen der Siebenjährigen ohne deutsche PferdeDrei siebenjährige Pferde aus deutscher Zucht zogen am Sonntag ins Finale ein. Unter ihnen auch die westfälische Stute GSI Cornet's Quick Lady aus der Zucht von Wilhelm und Angelika Cording, die ihrer Reiterin Angelique Böckmann die zweite Medaille an diesem Tag hätte bescheren können. Doch ein Versehen am überbauten Wasser und ein weiterer Fehler verhinderten den Einzug ins Stechen. Als bestes deutsches Paar kam die Kombination nicht über Platz 28 hinaus.
Der Titel ging in dieser Altersklasse an die Zangersheider Stute Elotte Z (v. Eldorado vd Zeshoek – Larino) und ihre niederländische Reiterin Roosje Brouwer. Als bester deutscher Reiter sicherte sich Christian Ahlmann, Lebensgefährte der Zangersheider Hausherrin Judy Ann Melchior, mit dem in Belgien gezogenen Toemme de Regor Z (v. Chacco Blue – Cento) Bronze Als letztem Starter fehlte ihm im Stechen etwas weniger als eine Sekunde zum Heimsieg.
Das Springen der Siebenjährigen musste im ersten Umlauf unterbrochen werden, als sich der in Frankreich gezogene Hengst Jagger Minotais im Parcours verletzt hatte. Das Pferd von Patrick Stühlmeyer wurde umgehend zur weiteren Untersuchung und Behandlung in eine Tierklinik gebracht. Der Reiter blieb unverletzt.
Fünfjährige mit irisch-belgischem Sieg und neuem ModusAuch von den fünf deutschen Pferden unter den insgesamt 38 Finalisten erreichte keines die zweite Runde. Drei irische Reiter machten das Podium im Finale der fünfjährigen Springpferde unter sich aus, allen voran der mit 16 Jahren jüngste Starter Sam Widger, der kurz zuvor mit dem irischen Team bei den Pony-Europameisterschaften in Le Mans Silber gewonnen hatte. Er bescherte dem belgischen Zuchtverband mit Vintage van de Heyveldhoeve (v. Kasanova de la Pomme) eine Goldmedaille, indem er beide Phasen des Finales fehlerfrei beendete und in der zweiten Runde der Optimalzeit von 54 Sekunden am nächsten kam. Nur ein Wimpernschlag – 0,14 Sekunden – fehlte am Ende zur Punktlandung. Der neue Modus für die jüngste Altersgruppe verlangte zügiges Reiten, belohnte aber kein übertriebenes Vorwärts. Im Gegenteil: Wer zu schnell ins Ziel kam, hatte am Ende das Nachsehen.
Sires of the World: Ex-Bundeschampion auf Platz drei Noch bevor die WM-Titel vergeben wurden, gab es am Freitagabend die ersten Siegerdecken im traditionellen Hengstespringen „Sires of the World“. Nur drei der 51 Teilnehmer – allesamt gekörte Hengste – blieben auch im Stechen fehlerfrei und machten das Podium unter sich aus, darunter gleich zwei Holsteiner Hengste.
Die schnellste Runde drehte allerdings das niederländische Paar Kim Emmen mit Kaiser DHM (v. Cardento) in nur 40,94 Sekunden. Knapp eine Sekunde langsamer war der neunjährige, von der Zuchtgemeinschaft Stegemann gezogene Holsteiner Money Time (v. Million Dollar – Clearway) mit Mykola Pylpeiko aus der Ukraine im Sattel. Er wurde damit Zweiter, dicht gefolgt von Crack HV (v. Cornet Obolensky – Candillo), der 42,43 Sekunden benötigte. Der aus der Zucht des spanischen Gestüts Campos de Cria de Caballos de Deporte stammende, mittlerweile elfjährige Schimmelhengst fiel bereits bei seinem Sporttest auf, war Landeschampion und wurde 2021 mit Richard Vogel im Sattel Bundeschampion in Warendorf. Im Juli 2025 wechselte er den Besitzer und wird seither von Egor Shchribrik vorgestellt, einem gebürtigen Russen, der für Palästina an den Start geht und in den Niederlanden einen Stall betreibt. Der schnellste Vier-Fehler-Ritt im Stechen gelang dem Oldenburger Springpferd Chacco Bay (v. Chaccato – Heops), geritten von Omar Abdul Aziz Marzooqui aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der von Alfons Brüggehagen gezogene Hengst belegte damit Platz vier. Pferdesport Deutschland / Hb
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