Foto: Titelseite BAYERNS PFERDE Zucht + Sport 11/2026
München geht für Deutschland ins Rennen um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes ist gefallen, die internationale Vergabe steht noch aus. Dressur vor Schloss Nymphenburg, Springen in München-Riem: Das Konzept eröffnet Bilder, die weltweit Aufmerksamkeit erzeugen könnten. Doch was würde Olympia eigentlich für diejenigen bedeuten, die den Pferdesport tagtäglich leben? Für die Reiter, die nach Feierabend im Stall stehen, für Familien, die ihren Kindern den Umgang mit Pferden ermöglichen, und für Vereine, die mit viel Engagement ein Angebot vor Ort schaffen? Und auch sie sollten davon profitieren können, wenn das Interesse am Pferd wächst.Wie wichtig es ist, den Blick nicht nur auf die große Bühne zu richten, zeigt der Turnieralltag. Das Finale Süd der Derby Stars von Morgen auf Gut Ising blieb bei den Starterzahlen hinter den Erwartungen zurück. Wenn etablierte Förderformate jedoch nicht die Beteiligung erreichen, die sich Veranstalter und Unterstützer erhoffen, sollte das Anlass sein, genauer hinzuschauen. Denn hinter jeder Prüfung stehen Menschen, die planen, organisieren und finanzieren. Sponsoren wie Derby investieren in den Nachwuchs und schaffen Möglichkeiten, die ohne solche Unterstützung kaum denkbar wären.
Auch die Medien gehören dabei mit ins Boot: Förderserien brauchen kontinuierliche redaktionelle Begleitung, damit ihre Entwicklung sichtbar bleibt und wichtige Informationen die Szene rechtzeitig erreichen. Als Medienpartner für den Süden sehen wir uns in der Verantwortung, solche Formate nicht nur abzubilden, sondern sie gemeinsam mit Veranstaltern und Unterstützern aktiv mitzugestalten. Dafür braucht es einen frühzeitigen Austausch, verlässliche Informationen und die Bereitschaft, Ideen gemeinsam umzusetzen. Bleiben Starter aus, ist die Enttäuschung verständlich. Gleichzeitig wäre es zu einfach, allein den Reitern die Verantwortung zuzuschieben. Vielleicht passen Termine nicht, vielleicht sind die Kosten zu hoch, vielleicht braucht es andere Formate. Das herauszufinden, ist eine Aufgabe für die gesamte Szene. Olympia könnte dem Pferdesport in Bayern eine Aufmerksamkeit verschaffen, von der viele heute nur träumen. Entscheidend wird sein, ob diese Aufmerksamkeit über das Ereignis hinaus Wirkung entfalten kann: für den Nachwuchs, für Vereine, für Turniere und für alle, die ihre Freizeit und oft einen großen Teil ihres Einkommens den Pferden widmen. Denn die olympischen Bilder werden irgendwann verblassen. Was sie für die Menschen bewirken, die unseren Pferdesport jeden Tag leben, kann dagegen weit länger nachwirken.
Herzlich, Ihre
Mona-Sophie Wieland
Redaktionsleitung BAYERNS PFERDE
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