Spitzensport, Tradition und Zusammenhalt

Foto: Janine Rijkens und Mattie gewannen den in Memoriam an Breido Graf zu Rantzau ausgetragenen und von Holcim unterstützten Großen Preis von Breitenburg über 1,45 Meter - Fotograf: RathmannVerlag/Lena Magens

Foto: Janine Rijkens und Mattie gewannen den in Memoriam an Breido Graf zu Rantzau ausgetragenen und von Holcim unterstützten Großen Preis von Breitenburg über 1,45 Meter - Fotograf: RathmannVerlag/Lena Magens

(Breitenburg) Die Breitenburger Reitertage boten zum 74. Mal an drei Turniertagen Springsport auf höchstem Niveau, spannende Entscheidungen und beste Bedingungen für Reiter, Pferde und Zuschauer.

 

Janine Rijkens feiert ersten Zwei-Sterne-Sieg

 

Sportlicher Höhepunkt des Turnierwochenendes war der mit 5.000 Euro dotierte Große Preis in Memoriam an Breido Graf zu Rantzau, unterstützt von der Firma Holcim. Insgesamt 30 Paare stellten sich dem Parcours über eine Höhe von 1,45 Metern. Lediglich sieben von ihnen beendeten den ersten Umlauf fehlerfrei und qualifizierten sich für das Stechen.

 

Zu den Finalisten gehörte auch Hannes Ahlmann, der bereits zuvor seine Top-Form unter Beweis gestellt hatte. Mit der Cascadello-Tochter Cosima gewann er die von der VR Bank Nord unterstützte Youngster-Springprüfung der Klasse S. Sein ebenfalls von Cascadello abstammender Cascalido rangierte auf dem zweiten Platz. Im Stechen des Großen Preises ging Ahlmann mit der neunjährigen Kasuarina HHL an den Start und setzte bereits als zweiter Starter in 31,89 Sekunden eine starke Marke. Auch Janne Friederike Meyer-Zimmermann und die von Emerald van het Ruytershof abstammende E-Maitresse TVH Z flogen förmlich durch den Parcours, mit einer Zeit von 32,01 Sekunden belegten sie am Ende den dritten Platz.

 

Den Sieg sicherte sich schließlich Janine Rijkens mit ihrem KWPN-Wallach Mattie. Das Paar hatte bereits während der gesamten Saison mit hevorragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Ein Triumph in einer Zwei-Sterne-Prüfung fehlte bislang jedoch – in Breitenburg sollte dieser nun gelingen. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, weil es unser erster Erfolg in einem Zwei-Sterne-Springen ist. Wir hatten in den vergangenen Stechparcours nicht immer das nötige Glück, aber heute war es auf unserer Seite“, freute sich Rijkens. Für die Sportlerin sind die Breitenburger Reitertage fester Bestandteil ihres Turnierkalenders: „Bei dieser Stimmung macht das Reiten noch mehr Spaß. Das Wetter, das Publikum und die gesamte Atmosphäre waren einfach großartig.“ Auf die Frage, wie sie ihren Erfolgspartner Mattie beschreiben würde, musste Rijkens nicht lange überlegen: „Er ist einfach perfekt.“ .“ Zusätzlich zu diesem großartigen Erfolg durfte die Siegerin sich über einen besonderen Ehrenpreis freuen: einen hochwertigen Sattel der Firma Equipe.

 

Ein Turnier mit besonderer Bedeutung

 

Auch Janne Friederike Meyer-Zimmermann verbindet mit den Breitenburger Reitertagen weit mehr als den sportlichen Erfolg. Für sie ist die Veranstaltung eng mit der Erinnerung an Breido Graf zu Rantzau verbunden. „Breido war ein sehr direkter Mensch. Vielleicht kam nicht jeder mit dieser Art zurecht, aber ich habe sie immer geschätzt“, erklärte Meyer-Zimmermann. Die Fortführung des Turniers sei deshalb nicht nur für den Sport, sondern auch für das Andenken Graf zu Rantzaus von großer Bedeutung. Obwohl sie einen erheblichen Teil ihrer Saison auf internationalen Turnieren verbringt, versucht sie, die Breitenburger Reitertage fest in ihrem Kalender einzuplanen. „Es ist wichtig, die traditionsreichen Turniere im Land zu unterstützen. Breitenburg gehört für mich dazu, und wenn es der Kalender zulässt, bin ich sehr gerne hier. Es ist toll, dass das Event weitergeführt wird und dass so viele Menschen gemeinsam dafür arbeiten.“

 

Diese besondere Verbundenheit brachte auch Rolf-Göran Bengtsson zum Ausdruck. Der Schwede war 15 Jahre lang in Breitenburg beheimatet und kehrt bis heute gerne zurück. „Die Breitenburger Reitertage sind für mich jedes Jahr ein echtes Highlight. Nach so vielen Jahren, die ich hier zu Hause war, ist es immer eine Ehre, zurückzukommen“, sagte Bengtsson. Besonders die große Zuschauerresonanz und die Erinnerung an die Familie zu Rantzau machten die Veranstaltung für ihn zu etwas Besonderem.

 

Steinburgs neue Kreismeisterinnen

 

Ein weiterer Höhepunkt des Sonntags war die Ermittlung der Kreismeister des Reiterbundes Steinburg. In der kleinen Tour starteten die Reiterinnen der Leistungsklassen 4 und 5, während die große Tour für die Leistungsklassen 3 und 4 ausgeschrieben war.

 

In der kleinen Tour sicherte sich Hanna Kampen mit Karla Kolumna den Kreismeistertitel. Sie verwies Lucy Mohr mit Kayleen und Mia Sophie Biemann mit Cayenne auf die Plätze zwei und drei. In der großen Tour durfte sich Pamina Caroline Bengtsson über die Goldmedaille freuen, mit Silent Pepper setzte sie sich an die Spitze der Wertung. Die Silbermedaille ging an Katrin Magens mit Clooney, während Katharina Först und Unique das Podium komplettierten.
Im Rahmen der Ehrung richtete die erste Vorsitzende des Reiterbunds Steinburg, Lena Marie Dühring, ihren Dank an die zahlreichen Menschen, die zum Gelingen der Kreismeisterschaften und der gesamten Veranstaltung beigetragen hatten. „Hinter diesen Turniertagen steckt eine enorme Gemeinschaftsleistung. Viele Helfer sind seit Tagen im Einsatz, übernehmen Verantwortung und sorgen dafür, dass trotz Hitze und eines umfangreichen Programms alles funktioniert.“

 

Nachwuchspferde eröffnen das Turnierwochenende

 

Den Auftakt der Breitenburger Reitertage bildeten bereits am Freitag die Prüfungen für die Nachwuchspferde. In den Springpferdeprüfungen hatten die jungen Talente die Möglichkeit, sich für die Bundeschampionate in Warendorf zu qualifizieren.

 

Den Anfang machten die Fünfjährigen, die sich in einer Springpferdeprüfung der Klasse M* über 1,20 Meter präsentierten. Bewertet wurden die Nachwuchshoffnungen von Jens Thormählen, Judith de Boer und Werner Peters. Den Sieg sicherte sich der Nordfriese Tjade Carstensen mit der Tobago-Z-Tochter One For Me. Mit der Wertnote 8,8 empfahl sich das Paar zugleich für das Bundeschampionat. Ebenfalls die Qualifikationsanforderungen erfüllte der zweitplatzierte Jan-Pierre Fromberger mit Chalou.

 

Anschließend gingen die sechsjährigen Springpferde in einer Qualifikationsprüfung über 1,25 Meter an den Start. Die goldene Schleife wurde Pheline Ahlmann mit dem Chacco-Blue-Sohn Chacco d’Or angesteckt. In gewohnt stilistischer Manier pilotierte sie den Hengst durch den Parcours und erhielt ebenfalls die Wertnote 8,8.

 

Heimsieg für Annika Axelsson
Bei bestem Sommerwetter stand am Veranstaltungssamstag das erste Springen der schweren Klasse auf dem Programm. Insgesamt 48 Reiter-Pferd-Paare stellten sich der anspruchsvollen Prüfung. Am Ende führte kein Weg an der in Breitenburg beheimateten Schwedin Annika Axelsson vorbei. Mit der Comme-il-faut-Tochter Comme Picobello Z setzte sie sich in 56,54 Sekunden an die Spitze des Feldes. Rang zwei ging an Fynn Müller-Rulfs mit Drumiller True Blue, der nach 57,49 Sekunden die Ziellinie überquerte. Den dritten Platz belegte der Portugiese Ricardo Alexandre Valadas Coelho mit Harald im Glück, einem Sohn des Highway M TN.

 

Alle zusammen

 

Nach drei intensiven Turniertagen zog die erste Vorsitzende des Reitvereins Breitenburg, Sonja Wilke, ein positives Fazit. Ihr besonderer Dank galt Moritz Graf zu Rantzau, der dem Verein die historische Anlage für die Veranstaltung zur Verfügung stellt. „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass wir diesen besonderen Turnierplatz jedes Jahr nutzen dürfen. Dafür sind wir der Familie zu Rantzau sehr dankbar“, erklärte Wilke. Ebenso unverzichtbar sei die Unterstützung der zahlreichen Sponsoren, die sowohl die einzelnen Prüfungen als auch die gesamte Veranstaltung seit vielen Jahren begleiten. Ohne dieses Engagement wäre ein Turnier in dieser Größenordnung nicht realisierbar. Den größten Anteil am Gelingen hätten jedoch die vielen ehrenamtlichen Helfer. „Trotz der großen Hitze waren sie jeden Tag hier, haben angepackt und uns an allen Stellen unterstützt. Nur durch diesen Einsatz ist es möglich, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, betonte Wilke.

 

Wie groß die Herausforderung hinter den Kulissen ist, erklärte auch Nisse Lüneburg, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Annika Axelsson in Breitenburg beheimatet ist. Neben den eigenen Turnierstarts und der täglichen Arbeit im eigenen Betrieb gehört für ihn auch die Unterstützung bei der Organisation fest zum Wochenende. „Es macht viel Spaß, aber es ist gleichzeitig eine sehr anstrengende Zeit. Wenn man einen eigenen Betrieb führt, selbst reitet und zusätzlich an vielen Stellen mithilft, muss sehr viel miteinander koordiniert werden“, erklärte Lüneburg. Entscheidend sei, dass sich alle Beteiligten aufeinander verlassen könnten. „Wir haben ein gutes Team, in dem alle mitziehen. Trotzdem ist es nicht immer einfach, sämtliche Aufgaben unter einen Hut zu bekommen.

 

Gerade diese Kombination aus sportlichem Einsatz, ehrenamtlicher Arbeit und gemeinschaftlichem Zusammenhalt macht die Breitenburger Reitertage aus und Jahr für Jahr zu einem besonderen Event.

 

PM

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