50 Jahre Bundeschampionat - Teil 2

Vom Einzel-Championat zum Großereignis

Die Al Shira’aa Bundeschampionate sind heute eine feste Größe im Terminkalender von Reitern und Züchtern. Das war nicht immer so. Erst 1987 fanden erstmals mehrere Bundeschampionate zur gleichen Zeit am selben Orte statt: in Vechta.

 

Den Anfang machten die Reitpferde. In der ersten Dekade fand deren Bundeschampionat als einzelne Prüfung im Rahmen größerer Turnierveranstaltungen und mit immer wieder leicht veränderter Ausschreibung statt. Mehrfach stand das Bundeschampionat auch im Zusammenhang mit einer Bundesstutenschau, was seinen Ursprung als Zuchtveranstaltung unterstreicht. Nach zwei Jahren beim Turnier der Sieger (1976 und 1977) waren Aachen (1978 und 1986 anlässlich der WM der Springreiter), Hannover (1980), München (1981), Luhmühlen (1982 anlässlich der WM der Vielseitigkeitsreiter), Verden (1983) und Donaueschingen Gastgeber der Prüfung – und dazwischen immer wieder Münster (1979 und 1984).

 

1987: Erstmals mehrere Bundeschampionate unter einem DachElf Jahre nach der Premiere in Münster wurde das Reitpferde-Bundeschampionat in Vechta ausgetragen – mit etlichen Neuerungen. Zum ersten Mal fanden gleich mehrere Bundeschampionate gleichzeitig statt, im Rahmen eines eigenständigen, vier Tage dauernden Gesamt-Events mit einem großen Galaabend, der alleine fünftausend Zuschauer anlockte. Gekürt wurden dort auch der Bundeschampion des Deutschen Reitponys sowie des Deutschen Springponys. Außerdem gab es zwei Springpferdechampionate. Dieses Bundeschampionat war 1980 ins Leben gerufen worden und von Beginn an in zwei Altersklassen – fünf- und sechsjährige – unterteilt.

 

Vechta war also die eigentliche Geburtsstunde der Bundeschampionate im heutigen Sinn. Im Jahresbericht 1987 heißt es über die Veranstaltung: „Die vorzügliche Organisation und die ausgezeichnete Atmosphäre der in dieser Form erstmals durchgeführten Veranstaltung lieferten die Voraussetzung für einen optimalen Verlauf. So ist auch für die Zukunft eine weitere gemeinsame Durchführung dieser Bundeschampionate vorgesehen“.

 

In den folgenden Jahren entwickelte sich das Bundeschampionat beständig weiter. In Mannheim 1989 wurde zusätzlich der Bundeschampion des Deutschen Geländepferdes gemeinsam mit den anderen Champions gefeiert. Außerdem gab es ein Dressurpferdechampionat als Pilotprüfung, ein Jahr später feierte das Dressurpferde-Bundeschampionat in Verden offiziell Premiere. Im selben Jahr kamen auch noch die Fahrpferde hinzu, die bis einschließlich 2018 Bestandteil der Bundeschampionate bleiben sollten.

 

Ab 1994: Feste Heimat in Warendorf Mit zunehmender Größe wuchs nicht nur die Bedeutung der Veranstaltung. Gleichzeitig wurde es zunehmend schwieriger, einen geeigneten Austragungsort dafür zu finden. Nach Jahren der „Wanderschaft“ – 1991 fanden die Bundeschampionate in München, 1992 in Verden und 1993 in Mannheim statt – landete das „Schaufenster von Pferdezucht und -sport“ schließlich in Warendorf.

 

Ursprünglich hatte für das Jahr 1994 Rastede als Ausrichter im Raum gestanden, doch die Finanzierung gestaltete sich schwierig. Bereits im Winter 1993 begannen die Verantwortlichen sich Sorgen um die Realisierung der Bundeschampionate zu machen und dachten über Alternativen nach. „Dann habe ich mich hingesetzt und eine ganze Nacht hindurch einen Organisationsplan geschrieben, wie die Championate in Warendorf gelingen könnten. Ich habe das erst mal nur für mich skizziert, aber ich stellte fest, ja, das kann klappen. Dieses Grundgerüst gilt im Grunde bis heute“, erinnert sich der damalige Sportchef, Reinhard Wendt. Und es hat nicht nur einmal geklappt! Die Premiere 1994 wurde ein voller Erfolg und seit nunmehr über 30 Jahre haben die Bundeschampionate ihre feste Heimat in Warendorf. Pferdesport Deutschland/Hb

 

Hier gibt es das gesamte Interview mit Reinhard Wendt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Bundeschampionate.

 

Was suchen Sie?

Suchformular