Anna Sandmann mit starkem Dressurauftritt
Die deutschen Fahrer und Fahrerinnen haben richtig abgeliefert, sie übernehmen die Führung in der Mannschaftswertung. Zwischenzeitlich wurde allerdings das Dressurergebnis von Mareike Meier aus der Wertung genommen.
Es gab eine Unstimmigkeit hinsichtlich der Ausrüstung bei einem ihrer Pferde, die deutsche Teamführung legte Einspruch ein und bekam Recht. Die deutsche Mannschaft war wieder vorne, denn Mareike Meiers 40,99 Punkte zählten.
Das beste deutsche Ergebnis lieferte Anna Sandmann. Am zweiten Tag der Dressurprüfung im Aachener Fahrstadion stellte sie Fantast, Harley, Iwan und Musketier als letzte deutsche Starterin sicher, präzise und mit vielen Höhepunkten vor. Ihr Ergebnis: 38,52 Strafpunkten.
Das bedeutet Platz vier für die 29-jährige Emsländerin und die Führung für das deutsche Team, in dem außer ihr und Mareike Meier noch ihr Vater Christoph Sandmann startet. Mit 79,31 Strafpunkten liegt das deutsche Team nach der Dressur vor den Australiern, die 81,17 Punkte auf dem Konto haben, dicht gefolgt von den US-Amerikanern (81,84).
Anna Sandmann musste lange auf ihren Start am Nachmittag warten, gab auch zu, dass sie das etwas nervös gemacht hatte. „Ich war ein bisschen aufgeregt, weil ich nicht wusste, wie meine Pferde die Atmosphäre im Stadion aufnehmen, denn es war sehr laut da drin. Aber die Pferde waren super bei mir und waren sehr konzentriert“, sagte sie nach ihrer Dressurvorstellung.
Mareike Meier durfte schon am Vormittag ihre gute Form unter Beweis stellen. Ihre ausdrucksstarke Vorstellung, bei der G, Racciano, Zalando und Zazou ihre hohe Qualität unter Beweis stellten, wurde von den Richtern mit 40,99 Punkten bewertet, damit liegt sie in der Einzelwertung auf Rang sechs.
„Mareike ist eine fantastische Dressur gefahren. Die Pferde waren sehr gleichmäßig, haben viel Rhythmus gezeigt, viel Gleichmaß und die Übergänge waren ganz toll und die versammelten Lektionen mit viel Ausdruck“, lobte Karl-Heinz Geiger, Bundestrainer der Vierspänner ihre Vorstellung. Leider hatte sie im letzten Schritt ein paar Taktfehler, so dass die Bewertung am Ende doch noch über 40 war, sonst hätte sie eine Drei vorne gehabt und damit wären wir sehr glücklich gewesen“, sagte er.
„Wir sind mit der Mannschaft vorne, das liegt natürlich auch daran, dass Anna und ich Dressurspezialisten sind, morgen kann das sicherlich noch mal einiges durcheinanderwirbeln, aber wir versuchen unseren Platz zu halten“, so die Ansage von Mareike Meier vor dem Gelände.
Die beste Vorstellung des Tages lieferte der US-Amerikaner Chester Weber, der sich mit 30,40 an die Spitze setzte. Damit hatte er sogar Titelverteidiger Boyd Exell geschlagen. Der Australier hat eigentlich so etwas wie ein Abonnement auf das beste Dressurergebnis. Heute musste er sich mit 31,86 auf Platz zwei einordnen. Damit setzte er sich klar vor den Drittplatzierten, den Belgier Dries Degrieck (38,19).
Publikum pusht den LokalmatadorRene Poensgen war nach seiner Dressur erleichtert und sehr begeistert: „Unsere Dressur war mega, die Atmosphäre im Stadion ist wirklich super, aber positiv für die Pferde, es war meine beste Dressur dieses Jahr, das ist natürlich super, wenn das auf der WM so klappt, die Zuschauer sind mega, es war ein riesiges Gefühl.“ Er startet in Aachen als eine Art Lokalmatador, er kommt aus Eschweiler aus der Nähe von Aachen und hat Freunde, Familie und viele Fans mit vor Ort. „Es ist natürlich sehr besonders, wenn einen gefühlt die Hälfte der Leute, die hier herumlaufen, kennen und es hat einen auch so ein bisschen gepusht“, sagte er nach seiner Dressur. Er kam auf 49,48 Punkte und erreichte damit sein persönliches Ziel, eine Dressur unter „50“ zu fahren. Mit seinem Ergebnis belegte er am Ende Platz 15 im 54-köpfigen Starterfeld.
Christoph Sandmann und Georg von Stein mit gutem AuftaktAm ersten Tag der Vierspänner-Dressur waren der erste Teamfahrer Christoph Sandmann und Einzelfahrer Georg von Stein ins Aachener Fahrstadion eingefahren. Georg von Stein hatte – laut Bundestrainer – seine beste Dressur des Jahres gezeigt, die mit 50,51 Punkten bewertet wurde und Platz 16 bedeutete. Auch bei Christoph Sandmann gelang der Auftakt für das deutsche Team. Er landetet mit 44,78 Punkten auf Rang neun.
„Die Hindernisse sind schwer und lang“Am Samstag steht der Marathon für die Vierspänner auf dem Programm. Um 10 Uhr starten sie in die acht Hindernisse in der Aachner Soers. „Die Hindernisse sind schwer und sehr lang, ich glaube aber, dass der Parcoursbauer Alexander Flocke einen sehr guten Job gemacht hat. Es gibt viele Alternativen, auch für die schwächeren Fahrer, die so auch für sich einen Weg finden können. Ich finde es fair gebaut. Da wird sich die Spreu vom Weizen trennen, aber das ist ja auch normal auf einer Weltmeisterschaft. Die Pferde brauchen viel Kraft, die Hindernisse sind sehr lang, es geht rauf und runter, aber wir sind richtig gut vorbereitet und machen das Beste daraus“, erklärte Rene Poensgen zur Aufgabe am Samstag. Pferdesport Deutschland / Christine Meyer zu Hartum / Eva Borg
Alle Infos zur WM in Aachen, den deutschen Teams, TV-Zeiten und Bilder gibt es unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026




























