Deutsches Vierspänner-Team auf Rang vier nach dem Gelände
Wie schon beim CHIO ist auch bei der WM der Marathon der Vierspänner ein Zuschauermagnet in der Aachner Soers. Ganze Menschenströme schoben sich zwischen den acht Hindernissen hin- und hier. Das deutsche Vierspännerteam mit Mareike Meier und Christoph und Anna Sandmann führte nach der Dressur, fiel jetzt auf Rang vier zurück, dennoch zeigten alle starke Leistungen in der WM-Geländeprüfung. Als dritte Teilprüfung der Vierspänner-WM steht am Sonntag noch das Kegelfahren auf dem Programm, danach werden die Einzel- und Mannschaftsmedaillen vergeben.
„Es war schon ein schwerer Marathon, sehr anspruchsvoll. Unsere Fahrer haben sich soweit tapfer geschlagen. Uns fehlt natürlich ein bisschen unser Marathon-Spezialist Michael Brauchle, der in diesem Jahr verzichten musste, weil ein Pferd nicht ganz fit war. Aber wir sind noch guter Hoffnungen, denn alle drei in unserem Team sind sehr gute Kegelfahrer, daher schauen wir positiv auf morgen, so dass wir auf alle Fälle nochmal aufs Stockerl kommen", sagte der Bundestrainer Karl-Heinz Geiger aus Bayern, der sein Team gerne morgen auf dem Podium sehen möchte.
Als erstes Teammitglied startete Christoph Sandman, er fuhr eine sichere Runde. „Ich wäre gerne ein bisschen schneller gefahren, aber ich hatte eine Umstellung in meinem Gespann, das konnte ich heute merken, dass mir mit Don ein sicheres, erfahrenes Pferd gefehlt hat und hatte daher nicht ganz so das hohe Tempo fahren konnte. Aber ich bin sauber durch, kein Ball, keine Extravolten, eigenlich alles gut gelaufen“, so sein Fazit nach seiner Geländerunde. Nach seinem neunten Platz in der Dressur, Platz 15 im Gelände, liegt er nun auf Rang elf der kombinierten Wertung.
Der zweiten Teamfahrerin Mareike Meier unterlief auch kein Fehler im Marathon. Die Dressurspezialistin aus Schleswig-Holstein hatte in der Dressur Platz sechs belegt und konnte nach Platz elf im Gelände ihren sechsten Platz in der kombinierten Wertung halten. „Die Pferde liefen fantastisch, die haben sich schon auf dem Abfahrplatz ganz toll angefühlt, es hat richtig Spaß gemacht heute. Der Boden war sehr gut, außer im sechsten Hindernis, da war der Boden vielleicht etwas tiefer, aber ansonsten waren die Böden wieder top präpariert und es ließ sich alles gut fahren“, sagte sie im Ziel.
Nachdem ihre Teamkameraden sicher und gut im Ziel waren, lastete nicht ganz so viel Druck auf Anna Sandmann, als die im letzten Drittel des Starterfeldes auf die Reise ging. „Ich war vielleicht am Anfang etwas zu vorsichtig, bin dann im Laufe der Fahrt ja immer mutiger geworden“, erklärte sie im Ziel. Sie belegt in der Zwischenwertung nach Rang vier in der Dressur und Rang 13 im Gelände nun Platz fünf in der Zwischenwertung – direkt vor Teamkollegin Mareike Meier.
In der Teamwertung rutschte das deutsche Trio auf Rang vier (316,69). Vorne stehen die Fahrer aus Australien (308,06), die nur zu zweit am Start sind und daher kein Streichergebnis haben, allerdings gehört auch der Multi-Champion, Weltmeister und Führender der Einzelwertung Boyd Exell zum Team. Zweite sind aktuell die Niederländer (310,37) vor den Belgiern (310,82). Für einen gefallenen Ball werden beim Kegelfahren drei Bälle gewertet, die Teams liegen also dicht beieinander und eine Medaille ist auch für die deutsche Mannschaft noch erreichbar.
Besonders gut lief die Geländeprüfung auch für Georg von Stein. Der Hesse aus Modautal ist als Einzelfahrer mit seinen Pferden Darco, Javiro, Jerco, Playboy und Oxford Turfhorst – genannt Don - bei der WM am Start. „Wir haben das ganze Jahr daraufhin gearbeitet, dass wir Don so weit in Schuss haben, dass er gezeigt hat, dass er das hier machen kann und er hat das so toll gemacht, die Pferde sind alle so spitze gelaufen, die ließen sich so gut fahren, und dann macht es Spaß und dann geht’s auch schnell“, freute er sich besonders über die Leistung seines Nachwuchspferdes Don. Georg von Stein wird Siebter im Gelände und verbessert sich damit auf Rang 13 in die Kombinierte Wertung.
Ebenfalls als Einzelfahrer am Start ist auch Rene Poensgen. Der Lokalmatador aus Eschweiler, für den Fans aus der Nachbarschaft mit Bus angereist sind, war auch gut zufrieden. „Es war super, aber es war sehr sehr schwer, aber die Hindernisse ließen sich top fahren, die Zuschauer hier sind naütrlich weltklasse, die feuern einen schon an, da ist man grad mal losgefahren und noch nicht mal in einem Hindernis, es war einfach toll!“. Er liegt nach Platz 15 in der Dressur und Platz 17 im Gelände auf Rang 16 der Zwischenwertung.
In der Einzelwertung führt der Australier Boyd Exell vor dem Belgier Dries Degrieck und dem US-Amerikaner Chester Weber. Das Kegelfahren der Vierspänner startet am Sonntag um 8.30 Uhr. Pferdesport Deutschland/Christine Meyer zu Hartum/Eva Borg
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