Foto: Anders als bei den Weltmeisterschaften 2022 wird Henrik von Eckermann dieses Championat mit Minute Man antreten - Fotograf: ALRV/Jasmin Metzner
Der amtierende Spring-Weltmeister setzt bei den FEI World Championships auf einen neuen Championatspartner: Mit dem 12-jährigen Hengst Minute Man möchte Henrik von Eckermann den Traum der Titelverteidigung angehen. Im Interview spricht er über Erwartungen und Ziele, seine Erinnerungen an den großen Triumph in Herning und die außergewöhnlichen Bedingungen in Aachen.
In Herning waren Sie und King Edward die Sensation im Springreiten und haben sowohl den Mannschafts- als auch den Einzel-Weltmeistertitel gewonnen. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Henrik von Eckermann: Das war großartig. Am Tag vor Beginn des Turniers bin ich die Nummer Eins der Weltrangliste geworden und in derselben Woche durften wir die Weltmeistertitel feiern, das war etwas ganz Besonderes. Aber ich muss auch sagen, dass es gleichzeitig eine Erleichterung war. King Edward und ich sind als Favoriten an den Start gegangen, er war damals auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Vom Gefühl her war Gewinnen die einzige Option – Zweiter zu werden, wäre ein Misserfolg gewesen. Gott sei Dank ist alles gut gelaufen.
Die Weltmeisterschaften finden 20 Jahre nach den viel beachteten Weltreiterspielen 2006 nun wieder in Aachen statt. Was für Gefühle schwingen bei Ihnen mit, wenn Sie an das bevorstehende Championat denken?
Henrik von Eckermann: Das ist einfach fantastisch! Ich habe mir Aachen vor 20 Jahren angesehen – seitdem war es immer etwas, das ich auch eines Tages erreichen wollte. Damals war ich noch nicht gut genug, jetzt hoffe ich, dass in der Woche alles gut für uns läuft. Aber vor allem freue ich mich darauf. Ich liebe es jedes Mal, wenn ich in dieses Stadion einreite. Die Spannung in der Arena mit Zehntausenden Zuschauern ist unglaublich.
Was ist Ihr Ziel, wenn Sie als amtierender Weltmeister in den Allianz Park kommen?
Henrik von Eckermann: Ich bin sehr vorsichtig mit Zielen, die Voraussetzungen sind jetzt anders als vor vier Jahren. King Edward war der absolute Favorit, jetzt trete ich mit Minute Man an, der zwar schon sehr gute Leistungen gezeigt hat, aber nicht auf dem Niveau von King Edward liegt. Deshalb werde ich es Tag für Tag angehen. Ich weiß, dass Minute Man ein Pferd ist, das viel Potenzial und viel Qualität hat.
Was zeichnet Minute Man aus?
Henrik von Eckermann: Äußerlich wirkt er sehr ruhig, aber innerlich hat er viel Temperament und Energie. Außerdem ist Minute Man sehr, sehr vorsichtig. Er ist also ein Pferd, das gut für die Weltmeisterschaft geeignet ist. Es wird über viele Tage hinweg viel gesprungen, und da er ein sehr beständiges Pferd ist, hoffe ich, dass ich ihn jeden Tag in Topform präsentieren und die Konstanz aufrechterhalten kann. Das ist der Unterschied zu einzelnen Fünf-Sterne-Grand Prix: Der schwierigere Teil besteht darin, über einen langen Zeitraum hinweg so viele gute Runden zu springen. Wenn man an Herning mit King Edward zurückdenkt: Ich habe zwar gewonnen, aber mit einem sehr, sehr knappen Vorsprung. Ich bin alle fünf Runden fehlerfrei geblieben, mit einem einzigen Abwurf an einem der Tage wäre ich nur Zweiter oder sogar Dritter geworden.
Wie haben Sie sich auf die WM in Aachen vorbereitet?
Henrik von Eckermann: Zuletzt bin ich mit Minute Man in Riesenbeck und Falsterbo gestartet. Beide Turniere finden ebenfalls auf einer großen Rasenfläche statt. Wir haben natürlich keine Arena wie in Aachen, aber Minute Man ist schon einmal dort gesprungen – nicht mit mir, sondern mit einem anderen Reiter (Willem Greve, 2024, Anm. d. Red.) – und damals wirkte er sehr, sehr sicher. Nach unserem fünften Platz in Riesenbeck bin ich sehr zuversichtlich, dass wir mit einem guten Gefühl nach Aachen fahren können.
Welche Erwartungen haben Sie an die FEI World Championships Aachen 2026?
Henrik von Eckermann: Meine Erwartung ist dieselbe wie jedes Mal, wenn ich nach Aachen fahre – es ist ein fantastisches Publikum, es ist ein gutes Gefühl. Man spürt, dass dort die Weltspitze zuhause ist. Aachen ist einfach das Mekka unseres Sports, es gibt nichts Vergleichbares. Aber es geht nicht nur um die Stimmung im Stadion, auch wenn das natürlich alles noch großartiger macht. Auch alles hinter den Kulissen ist wirklich perfekt: die besten Bedingungen für die Pferde, die Reiter, die Pferdepfleger und so weiter. Es ist das Gesamtkonzept, deshalb ist Aachen das Beste vom Besten.
Hinweis: Henrik von Eckermann wird am Montag, 27. Juli, Gast der Pressekonferenz im Vorfeld der FEI World Championships Aachen 2026 sein. Diese findet statt um 10 Uhr in der NRW-Staatskanzlei, Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf. Um vorherige Anmeldung unter presse@stk.nrw.de wird gebeten.
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PM






























