Foto: Krügerlady v. Krügerrand/Sandro Hit, Züchter: ZG Elitefohlen Schuster, Ellwangen - Fotograf: Doris Matthaes
Der Riedlinger Fohlenmarkt konnte auch bei seiner 69. Auflage im Jahr 2026 überzeugen. Von 54 zur Versteigerung angebotenen Fohlen konnten 41 einen neuen Besitzer finden, was einer Verkaufsquote von rund 76% entspricht. Der Durchschnittspreis der Deutschen Sportpferdefohlen pendelte sich bei 8.745 Euro ein, bei den Deutschen Reitponys lag er bei 4.458 Euro. Somit lagen sowohl der Gesamtumsatz als auch das Preisniveau unterhalb des Vorjahres, was aber in der derzeitigen Situation zufriedenstellen muss. Die Rahmenbedingungen sind in diesem Jahr durchaus kompliziert. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Lage hat sich zum Beispiel auch die in den letzten Wochen kritisch gewordene Raufuttersituation sicher nicht positiv auf die Kauflaune ausgewirkt. Betrachtet man aber die Ergebnisse über die letzten zehn Jahre, so ist 2026 zum ersten Mal in diesem Zeitraum ein Rückgang zu verzeichnen. Zuvor gab es Jahr um Jahr Steigerungen. Zuletzt wurde 2025 ein neuer Rekord bei Umsatz und Preisniveau erzielt. Mit dem 2026er Ergebnis bewegt sich die älteste Fohlenauktion Deutschlands aber nach wie vor auf einem hohen und guten Niveau.
Den höchsten Zuschlag erzielte mit 31.500 Euro das schon im Vorfeld viel beachtete, hochsympathische Brauntigerscheck Fohlen „Jialotta de vlinder“ (J-Nius V.V.Z/Catoki; Z.: Gabriela Schlüsselburg, Flein). Die Gebote gingen zahlreich und schnell ein und kamen teilweise auch aus Übersee. So war zum Beispiel bis kurz vor dem Hammerschlag ein Bieter aus Brasilien online mit „im Rennen“, der sich am Ende aber nicht durchsetzen konnte.
Das teuerste Dressurfohlen wechselte in fördernde Hände nach Österreich: die äußerst opulent trabende, mit viel Ausstrahlung auftretende „Krügerlady“ (Krügerrand/Sandro Hit; ZG Elitefohlen Schuster, Ellwangen) entfachte trotz eines kurzzeitig einsetzenden Regenschauers ein spannendes Bieterduell und wurde von Hendrik Schulze-Rückamp schließlich für 25.000 Euro zugeschlagen. Im Preisranking folgten zwei weitere Dressurfohlen: die Titelheldin „Magnifique“ (Millennium/Destano; Boris Gruber, Rot a.d. Rot) war Kunden aus der Schweiz 17.000 Euro wert. Eine Topausbilderin aus Baden-Württemberg sicherte sich für 16.000 Euro „Susi Sonnenschein“ (Seacrest/Fürst Zonik PS; Christian Heideker, Hundersingen) und im weiteren Verlauf noch „Dolce Vita“ (Va Bene/Dante Weltino; Sebatian Kopp, Rohr).
Auch die Springfohlen waren begehrt: einer der führenden bayerischen Springställe sicherte sich für 15.000 Euro den äußerst sportiven Hengstanwärter „Kalimero“ (Keaton II/Cahcco-Blue; Jürgen Haizmann, Haiterbach). Für 14.000 Euro bzw. 13.000 Euro gingen beide Hengstfohlen von Bundeschampion Iron Dames Arezzo Man FBW an einen Riedlinger Stammkunden aus den USA. Die beiden typvollen Youngster waren im Habitus deutlich positiv von Ihrem Vater geprägt, dessen Karriere ja auch in Riedlingen begann. Bei den Ponyfohlen markierte der sympathische „Da Vinci“ (Delta Gold AT/Cadlanvalley Sir Ivanhoe; Georg Scheffold, Aulendorf) mit 6.000 Euro die Preisspitze.
Unter dem Strich verblieben den meisten Fohlen in Deutschland, wobei sich neben dem Haupt- und Landgestüt Marbach sowie dem Gestüt Birkhof zahlreiche weitere Top Adressen aus Nord und Süd in Riedlingen neue Nachwuchshoffnungen sicherten. Das benachbarte Ausland war mit einem Fohlen nach Österreich und vier Fohlen in die Schweiz recht stark vertreten. Drei Fohlen werden die Reise in die USA antreten.
PM




























