Foto: Titelseite BAYERNS PFERDE Zucht + Sport 10/2026
Manchmal liegen Licht und Schatten erstaunlich dicht beieinander. Im Pferdesport könnte der Kontrast derzeit kaum größer sein: Auf der einen Seite gab es in Bayern in den vergangenen Wochen jede Menge Grund zum Feiern. Auf der anderen Seite schauen viele Pferdehalter mit zunehmend großen Sorgen auf das, was in den Lagerhallen liegt oder eben nicht mehr liegt. Für das Licht sorgten die Fahrsport-Highlights dieses Sommers. Beispielsweise brachte Weltmeisterschaft der Einspänner in München-Riem internationalen Spitzensport nach Bayern und zeigte einmal mehr, wie publikumswirksam der Fahrsport sein kann. Auch reitsportlich gab es reichlich Grund zur Freude oder besser gesagt einige Medaillen.
Doch während auf den Turnierplätzen Schleifen und Medaillen gefeiert wurden, beschäftigt viele Pferdehalter eine ganz andere Frage: Wie kommen wir durch den Winter? Der Blick in die Lagerhallen fällt vielerorts ernüchternd aus. Vor allem beim Raufutter ist die Situation angespannt. Schwierige Erntebedingungen haben die Mengen und vielerorts auch die Qualität beeinflusst. Was zunächst nach einem Problem der Landwirtschaft klingt, wird damit ganz unmittelbar zu einem Problem für Pferdehalter, Stallbetreiber und Züchter. Denn Heu und andere Raufuttermittel sind keine beliebige Position auf der Einkaufsliste. Sie bilden die Grundlage der Pferdefütterung und müssen über Monate hinweg in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stehen. Auch mit Blick auf die Futtervorräte dürfte es für manchen Stallbetreiber eng werden. Preise, Verfügbarkeit und Qualität beschäftigen viele Betriebe. Besonders schwierig wird die Situation dort, wo ohnehin knapp kalkuliert werden muss. Doch wie dramatisch ist die Lage tatsächlich? Wo gibt es noch Raufutter und welche Alternativen sind sinnvoll? Diesen Fragen gehen wir in dieser Ausgabe nach. Denn eines zeigt sich schon heute: Die Futterknappheit lässt sich nicht mit einem schnellen Einkauf erledigen. Sie verlangt Planung, Sachverstand und manchmal auch die Bereitschaft, eingefahrene Routinen zu hinterfragen. Die großen Erfolge dürfen gefeiert werden. Gleichzeitig dürfen wir die schwierigen Entwicklungen nicht ausblenden. Denn hinter jedem Turniererfolg und jedem glücklichen Pferd stehen Menschen, die dafür sorgen müssen, dass die tägliche Basis stimmt. Und manchmal beginnt diese Basis ganz unspektakulär: mit einem vollen Heunetz.
Herzlich, Ihre
Mona-Sophie Wieland
Redaktionsleitung Reiterjournal
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