Bronze für Deutschlands Children – Großbritannien gewinnt Mannschaftsgold

Foto: Podium Deutschland: Bronze für die deutsche Children-Mannschaft unter Nachwuchstrainer Eberhard Seemann - Foto: sportfotos-lafrentz.de

Foto: Podium Deutschland: Bronze für die deutsche Children-Mannschaft unter Nachwuchstrainer Eberhard Seemann - Foto: sportfotos-lafrentz.de

(Hagen a.T.W.)  Die ersten Medaillen der FEI Jumping European Championships für Junge Reiter, Junioren und Children sind vergeben. Im Mannschaftsfinale der Children präsentiert von CWD sicherte sich Großbritannien souverän die Goldmedaille vor den Niederlanden. Das deutsche Team durfte sich nach einer starken Aufholjagd über Bronze freuen. Rang vier ging an Irland.

 

Bereits nach der zweiten Wertungsprüfung am Mittwoch hatte sich die britische Mannschaft an die Spitze des Klassements gesetzt und ließ sich diese Führung auch im Finale nicht mehr nehmen. Charlie Barker mit Special Summer, Alexander Leggott auf Blossom's Billy Heinz, Mia Breen mit Crack 41 sowie Tabby Morgan-Evans auf Catoki blieben allesamt fehlerfrei und führten Großbritannien mit lediglich 5,61 Strafpunkten souverän zum Europameistertitel.

 

Chef d'Equipe Clare Whitaker zeigte sich entsprechend zufrieden: „Der erste Tag war für uns eine neue Erfahrung, weil die Reiter noch nie ein Zeitspringen geritten sind. Sie haben das aber hervorragend gemeistert. Heute sind alle vier Paare fehlerfrei geblieben. Sie haben den gesamten Sommer konstant gute Leistungen gezeigt und sich diese Goldmedaille verdient. Besonders freut mich auch, dass Tabby Morgan-Evans nun auf Rang zwei der Einzelwertung liegt.“

 

Das deutsche Quartett war als Vierter in das Finale gestartet. Luisa Charlotte Brocks mit Cordijana 4, Joelle Sprehe auf Starlinda sowie Mila Osing mit Capitaine blieben allesamt ohne Strafpunkte und brachten Deutschland zurück in den Kampf um die Medaillen.

 

Im direkten Duell um Silber fiel die Entscheidung zugunsten der Niederlande: Justus Thomsen und Clooney 93 mussten zwei Abwürfe hinnehmen, während Pedro Mansur mit Hotmail des Forets erneut fehlerfrei blieb und damit Silber für die Mannschaft von Chef d'Equipe Edwin Hoogenraat sicherte.

 

Bundestrainer Eberhard Seemann zog anschließend ein positives Fazit. Der neue Austragungsmodus mit einem Zeitspringen zum Auftakt habe die Children vor eine zusätzliche Herausforderung gestellt. Neben einer fehlerfreien Runde sei erstmals auch die Zeit entscheidend gewesen, um sich eine gute Ausgangsposition für die Mannschaftswertung zu erarbeiten.
„Das haben die Kinder wirklich gut gemeistert“, sagte Seemann. „Am zweiten Tag lief es leider nicht ganz nach Plan und wir sind auf Rang vier zurückgefallen. Heute haben wir mit drei Null-Fehler-Ritten aber eine sehr starke Mannschaftsleistung gezeigt. Schade ist es natürlich für Justus Thomsen, der in einer hervorragenden Position für die Einzelwertung lag und diese durch die zwei Abwürfe verloren hat. Insgesamt sind wir aber sehr glücklich über die Bronzemedaille.“

Auch Equipechefin Heidi van Thiel lobte den Einsatz ihrer Mannschaft: „Unsere Children haben bis zum Schluss gekämpft. Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Bronzemedaille. Das Teilnehmerfeld war unglaublich stark besetzt, deshalb ist dieser Erfolg für uns etwas ganz Besonderes.“

 

Für einige Reiter geht die Europameisterschaft nun in der Einzelwertung weiter. Nach Abschluss der Mannschaftsentscheidung richtet sich der Fokus auf das Wochenende, an dem die Einzelmedaillen vergeben werden.

 

Niederlande holen Gold bei den Jungen Reitern vor Irland und Belgien
Die zweite Mannschaftsentscheidung fiel im von Stephex präsentierten Finale der zehn besten U21-Teams. Die Niederlande sicherten sich souverän die Goldmedaille vor Irland, während Belgien Bronze gewann. Die deutsche Mannschaft belegte Rang sechs.

 

Bereits nach den ersten beiden Reitern hatten sich die Niederlande deutlich an die Spitze des Klassements gesetzt. Dahinter lagen Irland und Deutschland in Lauerstellung, während auch Großbritannien und Belgien noch berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz hatten.

 

Den Grundstein für den Titel legten Thijmen Vos mit Cadillac Z und Liesje Vrolijk auf Detective Vive Z, die beide fehlerfrei blieben. Logan Fiechter und Lieverella mussten lediglich einen Abwurf hinnehmen, sodass die Goldmedaille bereits vor dem letzten niederländischen Starter feststand. Die acht Strafpunkte von Schlussreiter Finn Boerekamp mit Danny Boy 111 Z änderten nichts mehr am Triumph der Mannschaft von Chef d'Equipe Vincent Voorn. Nach Silber bei den Children durfte das niederländische Team nun den Europameistertitel bei den Jungen Reitern feiern.

 

Entsprechend stolz zeigte sich Voorn auf seine Mannschaft: „Es sind außergewöhnliche Reiter. Wir hatten vom ersten Tag an einen klaren Plan, und alle haben ihn konsequent umgesetzt, was auch letztlich den Unterschied gemacht hat. Natürlich muss man trotzdem erst einmal fehlerfreie Runden reiten, aber die Pferde waren in hervorragender Form und die Reiter haben die ganze Woche über auf den Punkt geliefert. Sie sind Vorbilder für viele der jungen Reiter hier – im Umgang mit ihren Pferden ebenso wie beim Abreiten. Die beste Mannschaft hat diesen Titel gewonnen.“

 

Den Schlüssel zum Erfolg sieht Voorn auch darin, dass seine Jungen Reiter ihre Pferde langfristig behalten konnten. „In den vergangenen Jahren waren die Children und Junioren vielleicht etwas erfolgreicher. Diese Gruppe konnte ihre Pferde behalten, anstatt sie verkaufen zu müssen. Ich hoffe, dass sie noch lange zusammenbleiben. Mit den richtigen Pferden werden diese Reiter ihren Weg bis in den Spitzensport machen. Ich bin unglaublich stolz auf sie.“

 

Spannend blieb der Kampf um die weiteren Medaillen bis zum letzten Ritt. Als Irlands Schlussreiterin Tabitha Kyle mit Desterly in den 1,50-Meter-Parcours einritt, war die Anspannung deutlich zu spüren. Mit einer fehlerfreien Runde sicherte sie ihrem Team die Silbermedaille. Belgien komplettierte das Podium, nachdem Bart Jay Junior Vandecasteele mit Lotti Blue Z eine entscheidende Nullrunde ablieferte und seinem Team Bronze sicherte.

 

Für die deutsche Mannschaft verlief das Finale dagegen unglücklich. Romy Rosalie Tietje eröffnete mit einer fehlerfreien Runde auf Cascadino, doch Tjade Carstensen mit Lintero (acht Strafpunkte) und Emma Bachl auf Condolcessa (zehn Strafpunkte) mussten wertvolle Fehler hinnehmen. Schlussreiter Max Paschertz und Foodfox' Cathilde H kamen mit zwölf Strafpunkten aus dem Parcours. Am Ende belegte Deutschland Rang sechs.
Weitere Informationen https://www.haunhorst.com/euro-2026

 

Ergebnisse sind unter https://www.haunhorst.com/euro-2026 abrufbar.

 

PM

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