WM Aachen: „Unser Traum vom Sommermärchen ist wahr geworden“

Dr. Dennis Peiler im Interview

Dr. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland, im Interview über die Weltmeisterschaften in Aachen, die olympische und paralympische Qualifikationen und die Bedeutung dieses Events für den gesamten Pferdesport.

 

Herr Dr. Peiler, die Weltmeisterschaften in Aachen sind Geschichte. Wie fällt Ihr Fazit aus?

 

Dennis Peiler: Mein Fazit ist durchweg positiv. Diese Weltmeisterschaften waren ein echtes Sommermärchen für den deutschen Pferdesport. Aachen hat sich einmal mehr als herausragende Bühne für unseren Sport präsentiert. Volle Tribünen, begeisterte Zuschauer, hochklassiger Sport und eine Atmosphäre, die Menschen weit über die Pferdesportfamilie hinaus begeistert hat.

 

Sportlich war es aus deutscher Sicht ebenfalls außergewöhnlich erfolgreich.

 

Absolut. Wir sind sehr stolz auf unsere Mannschaften und Einzelathletinnen und -athleten. Team-Gold in Dressur, Springen und Voltigieren, Mannschaftssilber in Vielseitigkeit und Para-Dressur sowie zahlreiche herausragende Einzelerfolge sprechen für sich. Besonders beeindruckend ist die Breite dieser Erfolge über olympische, paralympische und nichtolympische Disziplinen hinweg. Wir haben insgesamt 20 Medaillen gewonnen. Das unterstreicht die Stärke des deutschen Pferdesports auf allen Ebenen.

 

Besonders erfreulich sind die Qualifikationen für Los Angeles 2028.

 

Ja, das war eines unserer wichtigsten Ziele. Dass sich unsere Teams in Dressur, Springen und Vielseitigkeit bereits für die Olympischen Spiele qualifizieren konnten, ist ein großer Erfolg. Das gibt Planungssicherheit und bestätigt die hervorragende Arbeit unserer Reiterinnen und Reiter, Trainerteams sowie aller Beteiligten im Hintergrund. Auch die Para-Dressurreiter haben sich direkt qualifiziert. Die individuelle Vorbereitung war sehr gut. Für das vorolympische Jahr bedeutet das, dass wir uns nicht erneut beweisen müssen, sondern auch Dinge ausprobieren können.

 

Sie sprechen von einem Sommermärchen des Pferdesports. Warum trifft dieser Begriff aus Ihrer Sicht zu?

 

Weil hier alles zusammengekommen ist: herausragender Sport, emotionale Momente, volle Tribünen und eine große Begeisterung für unsere Pferde. Insgesamt haben etwa eine halbe Millionen Zuschauer die Athletinnen und Athleten im Stadion gefeiert und entlang der Geländestrecke mitgefiebert. Das macht deutlich, dass diese Weltmeisterschaften Menschen weit über den Pferdesport hinaus erreichen. Solche Momente bleiben in Erinnerung.

 

Welche Bilder aus Aachen werden Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?

 

Da gibt es viele. Die emotionale Stimmung im ausverkauften Hauptstadion, die Begeisterung entlang der Geländestrecke, die beeindruckenden Leistungen im Voltigieren und die großen Momente unserer Goldmedaillengewinner. Vor allem aber die vielen Szenen, in denen deutlich wurde, was unseren Sport ausmacht: Vertrauen, Respekt und Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd.

 

Der Pferdesport zeigte sich in Aachen aber nicht nur erfolgreich, sondern auch besonders nahbar. Welche Bedeutung hat das für Sie?

 

Das war für mich einer der schönsten Aspekte dieser Weltmeisterschaften. Die Besucher konnten unsere Spitzenathletinnen und -athleten unmittelbar erleben. Sie standen für Gespräche, Autogramme und Begegnungen zur Verfügung. Das schafft Identifikation und macht unsere Sportlerinnen und Sportler zu Botschaftern des Pferdesports. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Aachen hat gezeigt, dass unsere Champions trotz ihrer Erfolge nahbar bleiben und für die Werte unseres Sports stehen.

 

Der Pferdesport steht immer wieder im öffentlichen Fokus. Welche Botschaft hat Aachen gesendet?

 

Aachen war eine Werbung für den Pferdesport. Diese Weltmeisterschaften haben gezeigt, dass Spitzenleistungen und Pferdewohl kein Widerspruch sind. Die besten Momente dieser WM waren geprägt von Harmonie, Vertrauen und Respekt. Genau darin liegt die Faszination unseres Sports. Erfolg auf diesem Niveau ist nur mit gesunden, motivierten und partnerschaftlich ausgebildeten Pferden möglich.

 

Welche Impulse nehmen Sie aus Aachen für die Zukunft mit?

 

Die Weltmeisterschaften haben gezeigt, auf welchem Fundament unsere Erfolge stehen. Hinter jeder Medaille stehen Vereine, Ausbilder, Ehrenamtliche und oft viele Jahre auf Schulpferden. Besonders gefreut hat mich, dass das Thema Reiten lernen während der gesamten WM sichtbar war. Wir konnten zeigen, dass der Weg in unseren Sport für viele Kinder und Jugendliche über Vereine und Schulpferde beginnt. Aachen hat deutlich gemacht, dass Spitzen- und Breitensport untrennbar miteinander verbunden sind. Diese Begeisterung wollen wir nutzen, um noch mehr Menschen für den Umgang mit dem Pferd zu gewinnen. Mit Blick auf Los Angeles 2028 dürfen wir optimistisch sein.

 

Mit welchem Gefühl blicken Sie auf die vergangenen Wochen zurück?

 

Mit großer Dankbarkeit und Stolz. Mein Dank gilt den Athletinnen und Athleten, den Pferdebesitzern, Trainerteams, Ehrenamtlichen, Organisatoren sowie den vielen Fans. Gemeinsam haben sie diese Weltmeisterschaften zu etwas Besonderem gemacht. Unser Traum vom Sommermärchen ist wahr geworden. Aachen hat der Welt gezeigt, wie faszinierend Pferdesport ist.

 

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