Aachen bleibt (Editorial Reiterjournal 09/2026)

Foto: Titelseite Reiterjournal 09/2026

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Eine Weltmeisterschaft ist irgendwann vorbei. Was bleibt, sind Ergebnisse, Bilder und Geschichten. Und bei dieser Weltmeisterschaft in Aachen vor allem eines: das Gefühl, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein. Aachen hat eindrucksvoll gezeigt, welche Kraft im Reitsport steckt – nicht nur sportlich, sondern vor allem emotional. Volle Tribünen, begeisterte Zuschauer und eine Stimmung, die selbst erfahrene Aktive sprachlos machte. Ob Dressur, Vielseitigkeit, Springen, Voltigieren, Fahren oder Para-Dressur: Aachen hat die ganze Vielfalt unseres Sports zusammengebracht. Und plötzlich war der Reitsport Gesprächsthema über die eigenen Reihen hinaus. Das habe ich sogar selbst erlebt: Mein Nachbar, der mit Pferdesport eigentlich wenig zu tun hat, sprach mich auf die Weltmeisterschaften an. Er hatte die Bilder gesehen, die Stimmung mitbekommen und wollte wissen, wie es „bei uns“ gelaufen sei. Ein Moment, der für mich sinnbildlich dafür steht, welche Strahlkraft Aachen entwickelt hat. Natürlich ging es um Medaillen und Platzierungen. Und erfreulicherweise gab es aus deutscher, besonders aber auch aus süddeutscher Sicht, so einige Medaillenfreuden. Dazu kamen unzählige Geschichten, die vielleicht nicht mit Gold endeten, aber deshalb nicht weniger wertvoll waren. Und dennoch ließ auch in Aachen die Gegenbewegung in den sozialen Medien nicht lange auf sich warten. Erneut wurde versucht, die Stimmung rund um den Reitsport zu vermiesen, einzelne Bilder herauszugreifen und daraus ein möglichst negatives Bild zu zeichnen. Umso wichtiger ist es, dem etwas entgegenzusetzen – nicht mit Polemik, sondern mit den Bildern, die Aachen selbst geliefert hat: volle Stadien, begeisterte Menschen, faire sportliche Wettkämpfe und vor allem die sichtbare Verbindung zwischen Mensch und Pferd. Diese Bilder sprechen für sich. Und wir sollten sie auch zeigen. Natürlich müssen wir unseren Sport kritisch hinterfragen und weiterentwickeln. Pferdewohl, Ausbildung und die gesellschaftliche Wahrnehmung gehören ganz oben auf die Agenda. Aber bei aller berechtigten Diskussion sollten wir auch selbstbewusst darüber sprechen, was unseren Sport so besonders macht: die Verbindung zwischen Mensch und Pferd, die Geschichten dahinter und die Begeisterung, die daraus entsteht. Aachen hat genau das sichtbar gemacht. Nicht nur eine einzelne Disziplin, sondern den gesamten Pferdesport. Unterschiedliche Pferde, Menschen, Disziplinen und doch eine gemeinsame Leidenschaft. Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieser Weltmeisterschaften: Der Reitsport ist viel größer als eine einzelne Disziplin und viel mehr als eine Ergebnisliste. Aachen ist vorbei. Die Begeisterung hoffentlich nicht.

 

Herzlich, Ihre

Mona-Sophie Wieland

Redaktionsleitung Reiterjournal

 

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  • Großes Special: Alles rund um die Weltmeisterschaften in Aachen
  • Tiermedizin: Der Huf – Die Basis der Pferdegesundheit
  • Porträt des Monats: Sina Urban
  • Hintergrund: Interview mit Klaus Dieterich
  • Zucht: DSP-Championate in Darmstadt

 

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