Kontinuierliches Monitoring von Fress-, Ruhe- und Schlafverhalten
Für viele junge Sportpferde sind die Al Shira’aa Bundeschampionate eine der ersten Erfahrungen mit einem mehrtägigen Turnieraufenthalt. Transport, eine neue Umgebung, Kontakte zu anderen Pferden sowie veränderte Haltungsbedingungen sind in diesem Zusammenhang als Faktoren zu nennen. Ein Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit Pferdesport Deutschland widmet sich daher der Frage, wie junge Pferde diese Situation erleben und wie ihr Wohlbefinden während eines Turniers bestmöglich unterstützt werden kann. Am Sonntag, 30. August, um 11 Uhr wird das Projekt bei den Al Shira’aa Bundeschampionaten auf der Sparkassenbühne an der Auto Weber Plaza vorgestellt.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das kontinuierliche Monitoring des Fress-, Ruhe- und Schlafverhaltens der Pferde. Die Daten werden sowohl während des gesamten Aufenthalts bei den Al Shira’aa Bundeschampionaten als auch über mehrere Tage im Heimatstall erfasst. Dadurch können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Verhalten der Pferde in ihrer gewohnten Umgebung mit dem Verhalten auf dem Turnier vergleichen.
„Eine gute Erholung zwischen den Prüfungsstarts sowie eine ungestörte Futteraufnahme sind wichtige Voraussetzungen für die langfristige Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden von Sportpferden“, erläutert Dr. Katharina Kirsch, die das Projekt leitet. Bisher fehlen jedoch wissenschaftliche Daten dazu, wie sich mehrtägige Turnieraufenthalte auf das Verhalten junger Pferde auswirken und welche Maßnahmen dazu beitragen können, den Aufenthalt für die Tiere möglichst angenehm zu gestalten.
Leichtes Halsband für die Datenerhebung
Für die Datenerhebung tragen die Pferde ein leichtes Halsband mit integrierten Sensoren. Dieses zeichnet kontinuierlich Bewegungsdaten auf, ohne die Tiere in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken. Ein Sicherheitsverschluss sorgt für zusätzlichen Schutz. Die Pferde tragen das Halsband sowohl im Heimatstall als auch während ihres gesamten Aufenthalts auf dem Bundeschampionat, fürs Reiten wird das Halsband abgenommen.
Mithilfe künstlicher Intelligenz werden die aufgezeichneten Daten ausgewertet und verschiedene Verhaltensweisen automatisch erkannt. Die Technologie ermöglicht eine objektive und lückenlose Erfassung des Verhaltens, auch während der Nacht, ohne dass eine ständige Beobachtung oder Kameras erforderlich sind.
Ergänzend werden Informationen wie Alter, Geschlecht, Disziplin und Turniererfahrung der Pferde sowie Einschätzungen ihrer Reiterinnen, Reiter und Betreuer erfasst. Diese Daten helfen dabei, die beobachteten Verhaltensmuster besser einzuordnen und den Einfluss verschiedener Faktoren auf das Wohlbefinden der Pferde zu untersuchen.
An dem Projekt beteiligen sich Reiterinnen und Reiter sowie Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer, die ihre Pferde für die Untersuchung zur Verfügung stellen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Turnierbedingungen und Stallmanagement weiter verbessert werden können. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit sich junge Pferde mit zunehmender Erfahrung an die zunächst ungewohnte Turniersituation gewöhnen. Mit den gewonnenen Daten wollen die Projektpartner einen wichtigen Beitrag zu mehr Transparenz, Wissen und Tierwohl im Pferdesport leisten und die Bedingungen für Sportpferde auf Turnieren nachhaltig weiterentwickeln.
Das Projekt wird im Rahmen einer Talkrunde am Sonntag, 30. August, auf der Sparkassenbühne an der Auto Weber Plaza um 11 Uhr vorgestellt. Medienvertreter und Interessierte sind eingeladen, sich zu informieren, Fragen zu stellen und Einblicke in die moderne Datenerfassung zur Förderung des Pferdewohls zu erhalten.
PM Pferdesport Deutschland/evb





























