Bei BeEQC handelt es sich um eine Beteiligungs-App mit deren Hilfe die Wahrnehmung der Weltmeisterschaften in Aachen untersucht wurde.
Guten Tag,
heute veröffentlichen wir den BeEQC-Report zum ersten Praxiseinsatz während der Weltmeisterschaften in Aachen 2026.
Mit BeEQC wollten wir nicht bewerten, ob der Pferdesport in Aachen „gut“ oder „schlecht“ war. Uns interessierte eine andere Frage:
Was sehen Menschen eigentlich, wenn sie Pferdesport sehen – und unterscheiden sich diese Wahrnehmungen zwischen Community, Fachpersonen und Expertinnen und Experten?
achen war dabei ausdrücklich ein erster Praxistest unter realen Veranstaltungsbedingungen – keine wissenschaftliche Studie, keine neue Richterinstanz und keine abschließende Bewertung der Weltmeisterschaften. Der Einsatz hat jedoch gezeigt, dass sich Wahrnehmungen strukturiert erfassen und wiederkehrende Muster sichtbar machen lassen.
Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, sämtliche Ergebnisse in Form von Prozentwerten, Rankings oder zugespitzten Einzelbefunden zu veröffentlichen. Nicht, weil es an Ergebnissen fehlt, sondern weil Zahlen ohne ihren Kontext Debatten schnell weiter anheizen können.
nser Ziel ist nicht, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen.
Unser Ziel ist, besser zu verstehen:
Wo lohnt es sich, genauer hinzusehen? Welche Fragen sollten fachlich weiter geprüft werden? Und was lässt sich daraus für die Entwicklung des Pferdesports ableiten?
Ein Beispiel zeigt, warum diese Einordnung wichtig ist: In der Dressur wurden rund 66 Prozent der zum Kriterium Kopf-Hals-Position abgegebenen Beobachtungen kritisch eingeordnet. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass 66 Prozent der beobachteten Pferde als problematisch einzustufen wären. BeEQC erfasst Beobachtungen und Wahrnehmungen – keine Prävalenz und keine veterinärmedizinische oder fachliche Diagnose.
Auch insgesamt ergibt sich ein differenziertes Bild. Die Vielseitigkeit wurde besonders positiv wahrgenommen; bemerkenswert ist dabei gerade die Dressur innerhalb der Vielseitigkeit. Losgelassenheit sowie sichtbare Konfliktzeichen gehörten insbesondere in Dressur und Springen zu wiederkehrenden Themen. Gleichzeitig wurden vergleichsweise wenige Situationen als deutliche Überforderung eingeordnet.
Für Fahren, Para-Dressur und Voltigieren war die Datengrundlage aus diesem ersten Einsatz kleiner. Deshalb möchten wir daraus keine weitreichenden Aussagen ableiten. Der erkennbare Trend war eher positiv – für belastbarere Aussagen braucht es jedoch weitere Daten.
Für uns ist Aachen deshalb vor allem ein Ausgangspunkt.
Gerade mit Blick auf die deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in München wird die Frage gesellschaftlicher Akzeptanz des Sports noch konkreter. Pferdesport möchte Teil dieser Zukunft sein. Dafür reicht es nicht, intern von der eigenen Praxis überzeugt zu sein. Verantwortungsvolles Handeln muss auch nach außen sichtbar, nachvollziehbar und glaubwürdig sein.
BeEQC soll deshalb künftig nicht nur bei Veranstaltungen eingesetzt werden. Denkbar sind unter anderem Befragungen und Wahrnehmungsanalysen zu neuen Regeln, Blood-Rule-Anpassungen, Schlaufzügeln, Gebissen, Nasenriemen, Jungpferdeprüfungen, Stewarding, Kontrollsystemen oder öffentlich kontrovers diskutierten Videos. Der Report beschreibt diese Weiterentwicklung ausdrücklich als Möglichkeit für wiederkehrende Erhebungen und ein langfristiges Wahrnehmungsmonitoring.
Weitere Ergebnisse und Beobachtungen aus Aachen werden wir in einer neuen Podcastfolge von „R-haltenswert im Gespräch“ gemeinsam mit André Hascher fachlich einordnen.
Den vollständigen BeEQC-Report finden Sie ab heute auf unserer Website:
https://www.r-haltenswert.de/news
https://www.youtube.com/watch?v=GIi73Tg41MQ
Für Rückfragen, Hintergrundgespräche oder weitere Informationen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüße
Viktoria Auracher
R-haltenswert





























