Pia Hesse-Wischerath holt Silber, Bronze für Anja Wilimzig
Besser hätte seine Premiere kaum laufen können: David Leßnig sicherte sich bei seinem ersten Start im bundesweiten Championat der Berufsreiter Dressur direkt den Titel. Im Rahmen der Al Shira'aa Bundeschampionate in Warendorf setzte sich der 36-Jährige im Finale mit Pferdewechsel gegen Pia Hesse-Wischerath und Anja Wilimzig durch. Mit 211,49 Punkten holte er sich den Titel des Berufsreiterchampions – und überzeugte dabei mit drei starken Ritten.
Bereits mit seinem eigenen Pferd, dem 13-jährigen Hannoveraner Hengst Movie Star L, erzielte Leßnig in der Finalqualifikation 70,30 Prozent. Im Finale wusste er auch mit den Pferden seiner Konkurrentinnen zu überzeugen: Mit Flavis, einem westfälischen Flanagan-Sohn im Besitz des Landgestüts Warendorf, kam er auf 71,162 Prozent. Im Sattel von Franco Salentino, dem zwölfjährigen Rheinländer von Pia Hesse-Wischerath, erhielt er 70,03 Prozent.Leßnig ist seit 2010 im Stall Ramsbrock in NRW tätig. Dort absolvierte er seine Ausbildung zum Pferdewirt und ist heute als Pferdewirtschaftsmeister mit Stensbeck-Auszeichnung für die Ausbildung und Turniervorstellung der Dressurpferde zuständig. Zahlreiche Siege und Platzierungen von Jungpferdeprüfungen bis zum Grand Prix sowie Erfolge als Vorführer von Hengsten und Stuten auf Körungen und Schauen stehen in seiner Bilanz.Auf die Herausforderung des Finales mit Pferdewechsel hatte sich Leßnig intensiv vorbereitet und die beiden Fremdpferde vorab auf ClipMyHorse.TV angeschaut. „Man versucht, sich optimal auf die Pferde einzustellen und sie zu nehmen, wie sie sind“, sagte der neue Berufsreiterchampion. „Generell ist es schon eine Herausforderung, diese Aufgabe zu reiten. Mit einem Fremdpferd ist es nochmal anspruchsvoller. Aber es hat richtig Spaß gemacht. Die Herausforderung reizt mich total. Und es freut einen sehr, wenn andere mit meinem Pferd gut zurechtkommen.“
Pia Hesse-Wischerath erneut Zweite
Pferdewirtschaftsmeisterin Pia Hesse-Wischerath aus Köln/Bonn konnte sich wie bereits 2024 den Vizetitel sichern. Die rheinische Meisterin, die sich gemeinsam mit Leßnig bei der Etappe in Haftenkamp für das Berufsreiterchampionat qualifiziert hatte, erzielte mit ihrem eigenen Pferd ihre höchste Punktzahl: 71,42 Prozent bedeuteten den Sieg in der Finalqualifikation. Mit den Fremdpferden Flavis und Movie Star L folgten im Finale 69,595 und 68,432 Prozent. Mit insgesamt 209,45 Punkten sicherte sich die 32-Jährige damit zum zweiten Mal Silber im Berufsreiterchampionat. Pia Hesse-Wischerath absolvierte ihre Ausbildung bei Ronald Roelans in NRW und betreibt seit fünf Jahren ihre eigene Anlage zwischen Köln und Bonn.
Bronze für Anja Wilimzig
Anja Wilimzig stand erstmals im Finale des Berufsreiterchampionats und komplettierte mit 198,43 Punkten das Podium. Die Pferdewirtschaftsmeisterin ist seit 2009 am Landgestüt Warendorf tätig und kann zahlreiche Erfolge mit jungen und erfahrenen Landbeschälern vorweisen. Ihre Ausbildung zur Pferdewirtin absolvierte die 48-Jährige an der Westfälischen Reit- und Fahrschule bei Michael Putz, die Meisterprüfung schloss sie mit Stensbeck-Auszeichnung ab. Für Wilimzig gab es zudem einen besonderen Grund zur Freude: Ihr Landbeschäler Flavis wurde bestes Pferd des Finales. „Flavis macht einfach alles mit und versucht immer sein Bestes zu geben. Vor zwei Wochen ging er noch in Aachen in der Quadrille der Hengste unter einer Fremdreiterin und nun hier mit verschiedenen Reitern auf diesem Niveau. Das macht mich sehr stolz als Ausbilderin“, sagte sie.
Der erste Vorsitzende der Bundesvereinigung der Berufsreiter, Hannes Müller, und Vorstandsmitglied Ulrich Rasch waren sich einig: „Bei unserem Championat haben wir schon lange nicht mehr so viele so gute Ritte gesehen.“
Neues Format mit Pferdewechsel
Das Championat der Berufsreiter Dressur, powered by Sunseeker und Schütz & Thies, wurde in diesem Jahr erstmals über drei Qualifikationsetappen und ein Finale mit Pferdewechsel im Rahmen der Al Shira'aa Bundeschampionate in Warendorf ausgetragen. In der Qualifikationsprüfung auf S***-Niveau ritten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Pferde. Das Ergebnis zählte für die Gesamtwertung. Im Finale, einer S***-Sonderprüfung in Form eines Kurz-Grand-Prix, ritten die drei Finalisten jeweils die Pferde ihrer beiden Konkurrenten. Für die Vorbereitung auf jedes Fremdpferd standen jeweils fünf Minuten zur Verfügung. Die beiden Finalergebnisse und das Ergebnis aus der Qualifikation wurden addiert und ergaben das Gesamtranking. Pferdesport Deutschland/BBR/mly




























